Die neuen Sport Utility Vehicles

Die neuen Sport Utility Vehicles

— 16.04.2003

Die Volks-SUV kommen

Ein Allradler fr 25.000 Euro das wr's. Wissen auch die deutschen Hersteller. Audi, BMW, Mercedes-Benz, Opel und VW bringen pfiffige Neuheiten.

Volks-SUV zum Volkspreis

Nachdem die deutschen Marken jahrelang den Japanern das Marktsegment der kompakten SUV berlassen haben, kommen sie nun auf breiter Front. Allradler mit starker Optik, miger Gelndetauglichkeit, viel Komfort und ordentlich Platz. Das Ganze auf kompakten 4,50 Meter Lnge dieses Rezept verspricht Erfolg. Aber nur wenn der Preis stimmt, denn in diesem Segment ist die Kundschaft sensibel. 25.000 bis 30.000 Euro gelten als annehmbarer Preisrahmen.

Vorreiter in dieser Klasse war 1994 der Toyota RAV4, ihm folgten Honda CR-V, Land Rover Freelander, Nissan X-Trail, Ford Maverick, Mazda Tribute. Diesen lukrativen Kuchen wollen die deutschen Hersteller in Zukunft anders aufteilen. Audi, BMW, Opel, Mercedes-Benz und VW wollen alle 2005 mit eigenen SUV den Konkurrenten das Revier streitig machen. Den Anfang macht BMW mit dem neuen X3 (Prsentation 60. Frankfurter IAA). Die Produktion startet Anfang 2004 im sterreichischen Graz bei Magna-Steyr.

Der X3 wird jedoch BMW-typisch den Preisrahmen sprengen. Als 2.5i wird er 38.100 Euro kosten, den 3.0i gibt es ebenso wie das Diesel-Pendant 3.0d fr 40.300 Euro. Zu teuer? Das liegt an der Ausstattung, aber auch an der noblen Motorenpalette des X3. Preisgnstigere Vierzylinder will BMW nicht anbieten, um das dynamische Markenimage nicht zu gefhrden. Den Einstieg stellt der X3 2.5i mit 191 PS dar, darber rangiert der X3 3.0i mit 231 PS. Dieselfans erhalten den X3 3.0d mit 204 PS. Mit 4,56 m Lnge wird der X3 rund zwlf Zentimeter krzer als der in den USA gebaute X5.

Marrakesh auf Golf-Basis

Fieberhaft arbeitet man bei Volkswagen an einer Ausweitung des Allradprogramms. Nach dem groen und entsprechend teuren Touareg wird 2005 zustzlich ein kompakteres SUV kommen, das dann tatschlich in der 25.000-Euro-Klasse zu Hause ist. Projektname: Marrakesh. Um den avisierten Preis zu halten, bernimmt VW viel von der Technik des knftigen Golf V. So finden sich Plattform, Fahrwerk, Motoren, Getriebe und der bewhrte 4motion-Allradantrieb mit zentraler Haldex-Kupplung im Marrakesh. Auch eine elektronische Antriebsschlupfregelung kommt sicher.

Kaum Chancen auf Realisierung haben die teure Luftfederung mit Hhenverstellung sowie eine Gelndeuntersetzung. Die Techniker in Wolfsburg liebugeln mit diesen Leckerbissen, die Kaufleute sind dagegen; das wrde die Entwicklungskosten zu sehr in die Hhe treiben.

Den viertrigen Marrakesh mit Kombiheckklappe treiben attraktive und sparsame Motoren an, alle mit Direkteinspritzung: Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 150 PS, 3,2-Liter-VR6-Benziner mit 240 PS sowie Zweiliter-Pumpe-Dse-TDI mit 136 und 170 PS. Darber hinaus kann VW noch den Reihenfnfzylinder-TDI mit 2,5 Liter Hubraum und 180 PS aus dem groen Touareg nachschieben.

Audis Edel-SUV kommt Ende 2005

Bei rund 27.500 Euro wird der Einstandspreis fr das noch sportlichere, noch hochwertigere Audi-SUV (Entwicklungscode AU 356) liegen. Auch es kommt als Viertrer mit Kombiheckklappe, basiert ebenfalls auf der Golf V/Audi-A3-Plattform. Das Audi-SUV soll allerdings einige Monate spter als der VW Marrakesh prsentiert und verkauft werden, also Ende 2005.

Motoren und sonstige Technik entsprechen praktisch dem VW-Schwestermodell, wie bei Golf und A3 hat das Audi-SUV aber eine eigenstndige Karosserie. Mit flacherer Dachlinie und noch markanter ausgestellten Radhusern soll der Ingolstdter noch dynamischer, noch bulliger als der VW wirken. Dass das tiefer heruntergezogene Heck dabei Stauraum kosten wird, nehmen die Audi-Designer zugunsten der Linie offenbar in Kauf. Wer mehr Platz im Laderaum braucht, kann ja auf den VW ausweichen.

Aus dem VW bernommen wird auch der Allradantrieb mit Haldex-Kupplung. Wie der normale A3 quattro auch, hat das Audi-SUV also nicht den traditionellen quattro-Antrieb mit Torsen-Zentraldifferenzial. Das liegt an der Einbaulage von Motor und Getriebe. Quermotorautos im Volkswagen- Konzern haben grundstzlich den Allradantrieb ber Haldexkupplung, Lngsmotorfahrzeuge dagegen ein Zentraldifferenzial. Die Marke spielt dabei keine Rolle; quattro ist somit technisch nicht gleich quattro und 4motion nicht gleich 4motion.

Blitz-Version vom Chevrolet

Bei Mercedes-Benz ist die Situation unklar, jedenfalls was einen kompakten Allradler anbelangt. Das Projekt CST (Compact Sport Tourer) ist derzeit hausintern umstritten. Es basiert auf der frontgetriebenen A-Klasse der nchsten Generation und wrde auch deren Motoren bernehmen. Allerdings gibt es bei DaimlerChrysler berlegungen, den CST fallen zu lassen, weil man befrchtet, aufgrund der kompakten Abmessungen zu geringe Verkaufschancen in den USA zu haben. Und dort befindet sich nun mal nach wie vor der mit Abstand stckzahlentrchtigste Markt fr Allradler.

Nicht ganz eindeutig ist die Lage derzeit auch bei Opel. 1991 und in den Folgejahren mit dem Frontera als Wegbereiter der deutschen Gelndewagen-Welle gefeiert, haben die Rsselsheimer in diesem lukrativen Marktsegment aufgrund nachlssiger Qualitt und Modellpflege gehrig Federn lassen mssen. Der aktuelle und im Verkauf nur noch mig erfolgreiche Frontera B muss noch bis mindestens 2005 durchhalten, bis passender Ersatz kommt. Am realistischsten ist dabei ein konzernbergreifendes Projekt, das als Basis den in diesem Jahr neu vorgestellten Chevrolet Equinox nutzt.

Die GM-Tochter Opel soll daraus einen Opel Frontera C machen. Bei 4,60 Meter Lnge bleibt der Neuling dann auch als Opel innerhalb der Dimensionen des bisherigen Frontera-Viertrers, ist aber vllig anders konstruiert. Mit selbsttragender Karosserie, Einzelradaufhngungen rundum sowie permanentem Allradantrieb ohne Gelndeuntersetzung folgt der Equinox/ Frontera dem gngigen SUV-Schema.

Als Opel erhlt das Projekt eine andere Frontpartie und fr Europa geeignetere Motoren. In den USA luft der Chevrolet mit einem 3,4-Liter-V6-Benziner und 185 PS. Die Version mit dem Blitz wird dagegen Benzinmotoren von Opel sowie Fiat-Turbodiesel erhalten. In Frage kommen ein 2.2-Vierzylinder-Benziner mit 150 PS, ein 3.2-V6 mit 210 PS sowie ein 2.4-Common-Rail-Turbodiesel mit 150 PS. Das Ganze zu einem Preis ab 25.000 Euro mehr Erfolg als momentan wre Opel sicher.

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