Die neuen Sportler 2009

Audi S4 Nissan GT-R

Die neuen Sportler 2009

— 17.11.2008

Der Morgen stirbt nie

Finanzielle Ungewissheit? Zukunftsangst? Keine Sorge – die Sportwagenwelt floriert. Fast alle üblichen Verdächtigen von Audi bis Porsche haben auch in Zukunft Asphaltraketen im Angebot. Hier sind die neuen Sportler für 2009.

Irgendwie fies: Erst kredenzen die Hersteller ihre neuen Modelle pompös auf dem Messetablett, fluten uns die Mundhöhle, ködern mit fetten Leistungsdaten und überirdischen Fahrwerten, um einem die potenzielle Beute dann hastig wieder vor der Nase wegzuziehen. Nur gucken, nicht anfassen. Beispielsweise beim Nissan GT-R: In Japan, Australien und den USA bewaffneten sich Porsche-Killer schon 2008 mit dem 480-PS-Allradler, wir Mitteleuropäer müssen noch bis zum Frühjahr warten. Oder Fords Gernegrün Focus RS: Im Juli auf der London Motorshow enthüllt, vergehen noch Monate, bis 300 PS im Rallyekostüm beim Händler stehen. Und auch Porsche übt sich im Mundwässrigmachen, lässt seinen in der Basis sechszylindrigen, maximal 500 PS starken Viertürer Panamera in Werbeannoncen schon mal das Schnäuzchen aus der Garage recken, ehe er sich auf dem Genfer Autosalon und somit einige Monate vor seinem konzeptverwandten Konkurrenten Aston Martin Rapide endgültig ins Rampenlicht wagt.

BMW verzichtet beim kommenden Z4 auf das klassische Stoffdach

Stoffmütze adé: Der neue BMW Z4 kommt mit Stahl-Klappdach.

Ganz oben auf der Agenda steht zunächst jedoch der Frühjahrsputz bei Boxster und Cayman. Mit soften Optikretuschen, mehr Hubraum und Leistung sowie PDK als Sonderposten treffen die Sechstöpfer im Jahresverlauf auf die Highend-Version des Audi TT. Während Porsche jedoch am Saugmotorboxer festhält, nur die S-Modelle mit direkter Einspritzung verfeinert, komponiert der Audi TT RS seine 350 PS aus zwei Turboladern, FSI-Technologie und fünf Zylindern. Ehe einer Audi-Abgasanlage aber wieder Fünfzylinder-Singsang entweicht, rollen im März zunächst der in Paris enthüllte S4 sowie das Stoffdach-Cabrio des A5 zum Händler. Im Sommer folgen der vorläufige Plattformprimus RS5 mit V8-Biturbo und mindestens 450 PS, gegen Jahresende der V10- und Spyder-Ableger des Mittelmotorsportlers R8. Außerdem evolutioniert Audi den S5. Dessen V8-Sauger weicht zur Jahresmitte einem kompressorbeatmeten Dreiliter mit nur sechs Töpfen, aber in etwa gleichbleibenden Leistungsdaten. Das ist Downsizing in Reinform. Vom Schrumpftrend weitgehend unbeeindruckt präsentiert sich indes die Ablösegeneration des Z4. Zumindest in konzeptioneller Hinsicht. Nicht nur dass BMW die knappe Stoffkapuze durch ein Stahldach ersetzt, somit eine Gewichtszunahme gegenüber dem Vorgänger in Kauf nimmt, auch den Einstiegspreis für den optional mit DKG ausgerüsteten Zweisitzer positioniert man höher als bisher. Was insbesondere daran liegt, dass zum Marktstart im Frühjahr ausschließlich zwei Sechszylinder mit 272 Saug- oder 306 Biturbo-PS zur Wahl stehen. Die Planstelle, die der entlassene Basissauger hinterlässt, wird frühestens 2011 mit einem 225 PS starken Monoturbo neu besetzt.

Der Evora ist der erste neue Lotus seit Jahren

Ungetarnt und bereits vorgestellt: Mit dem Evora will Lotus 2009 die Sportwagenwelt aufmischen.

Auch das Modellsetup bei Mercedes steht vor einer Neukalibrierung. Zunächst geht der SLR mit zwei limitierten Sondereditionen in den Ruhestand. Im Frühsommer vollzieht dann der CLK einen Klassensprung, verabschiedet sich von seiner Nomenklatur ebenso wie vom bisherigen Teilespender C-Klasse und rückt stattdessen technisch in Richtung der neuen E-Klasse-Generation. Diese wiederum krönt abermals der E 63 AMG, der traditionell vom leistungsschwangeren V8-Sauger befeuert wird. Im Gegensatz zum Vorgänger gestattet Mercedes seinem Haustuner nun aber tiefe Eingriffe in die Fahrwerksarchitektur. So sollen unter anderem eigenständige Achsen die bisherige Limousinenschwere vertreiben und die unbestrittene Längsdynamik mit Kurvenkompetenz anreichern. Doch nicht nur in Deutschland liegt Sportwagenaroma in der Luft: Nach royalem Leistungsüberfluss duften beispielsweise die rund 500 Kompressor-PS im Jaguar XF-R; Lotus versprüht mit dem 2+2-Sitzer Evora inseleuropäischen Leichtbaulockstoff; und selbst aus Frankreich zieht in Form der Vierzylinder-Coupés von Peugeot und Renault eine nette Mixtur aus Erschwinglichkeit und Sportcouture über den Rhein. Leider könnte die im emotionalen Hoch des vorerst 405 PS starken Maserati GranTurismo Spyder versuppen, dessen Anblick allein schon eine imaginäre Toskanabrise um die Nase wehen lässt.

Mit weniger Boulevardpotenzial, dafür wie gewohnt zu massentauglichen Kursen präsentiert sich indes der asiatische Sportclub. Den Preisschlager unter den Sonderangeboten markiert das runderneuerte Hyundai Coupé. Obwohl sich der Viersitzer mit Heckantrieb, 3,8-Liter-V6 und rund 300 PS deutlich von den vergleichsweise schwächlichen Vorgängern abhebt, dürfte er preislich sogar Nissans Fortsetzung des Z-Epos unterbieten, die im Herbst mit einem auf 3,7 Liter erweiterten V6 bis in die Leistungsgefilde des Porsche Carrera vorstößt. Im Gegensatz zu den bereits abgesegneten Coupés von Hyundai und Nissan schweben über den Neuauflagen von Honda NSX und Toyota Celica noch Fragezeichen. Beide stecken derzeit noch in der Erprobungsphase, könnten es jedoch bis Jahresende zum Händler schaffen. In unterschiedlicher Ausrichtung: Mit Fünfliter-V10 und bis zu 500 PS stark, zielt der NSX klar in Richtung des Nissan GT-R, während die zwangsbeatmeten Vierzylinder-Boxermotoren der Celica einen eher mittelschichtkompatiblen Kurs vermuten lassen.

Mittelschicht lautet auch das Missionsziel der dritten Ausgabe des Astra OPC , bei dem Opel wie gewohnt auf die Kombination aus Frontantrieb und Turbo-Vierzylinder vertraut. Der auf 1,8 Liter geschrumpfte Hubraum genügt aber nicht nur für beachtliche 250 PS, sondern auch für einen frühzeitigen Stammtischtriumph über den VW Golf GTI, der in wenigen Wochen, quasi mit den Neujahrskorken, auf den Asphalt rollen wird.

Fotos der sportlichsten Neuheiten für 2009 finden Sie wie gewohnt oben in der Bildergalerie.

Autor: Stefan Helmreich

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