Neue Scheinwerfersysteme

Die neuesten Scheinwerfersysteme

— 06.10.2003

Lichtblick in die Zukunft

Von der guten alten Kerze haben wir uns Lichtjahre entfernt, doch jetzt drehen die Leuchtentechniker erst richtig auf.

Unsere Autos werden immer sicherer ABS, ESP und andere Helfer sollen dafr sorgen, dass es gar nicht erst knallt. Das ndert jedoch wenig an der Tatsache, dass ein Drittel der Verkehrstoten nachts verunglckt in einem Zeitraum, in dem lediglich zwanzig Prozent der gefahrenen Kilometer zurckgelegt werden. Urschlich ist nicht allein die schlechtere Sicht, auch psychologische Effekte spielen eine Rolle: So orientiert sich das Auge stets am hellsten Punkt. Weil viele Fahrer die Armaturenbeleuchtung bis zum Anschlag aufdrehen, ist das der Tacho der Blick verweilt mehr im Auto als auf der Strae.

Doch auch bei abgedimmter Tachobeleuchtung droht Ablenkung. Denn das bei uns vorgeschriebene asymmetrische Abblendlicht leuchtet den rechten Fahrbahnrand am hellsten aus. Ideal auf gerader Strecke, doch tckisch in Linkskurven dann strahlen die Scheinwerfer in den Graben, und das Auge muss frmlich gezwungen werden, dem im Dunkeln liegenden Kurvenverlauf zu folgen. Seit vergangenem Frhjahr gibt es ein Gegenmittel: Scheinwerfer, die in die Kurven hineinschwenken. So etwas gab es bereits vor 70 Jahren von Cadillac und spter von Citron, allerdings mechanisch gesteuert und nur fr Fernlicht. Die modernen Systeme verarbeiten Signale des Lenkwinkels und der Querkrfte, schwenken die Scheinwerfer so optimal in den Kurvenverlauf.

Fr die Zukunft ist geplant, das Licht nicht nur dem Straenverlauf anzupassen, sondern auch der Umgebung: fr die Stadt eine extrabreite Ausleuchtung ber alle Fahrspuren, fr die Autobahn lange, weit reichende Leuchtfinger und zum Abbiegen einen kleinen Strahler, der die dunkle Ecke neben dem Fahrzeug aufhellt. Den gibt es brigens schon, erstmals im Audi A8.

Doch Scheinwerferhersteller wie Bosch, Hella und Valeo sowie die europischen Autokonzerne forschen weiter: Fr die Zukunft ist geplant, die variable Lichtverteilung mit dem Navigationssystem zu verbinden. Dann wird ber Satelliten der Standort des Fahrzeugs festgestellt und das passende Licht angeknipst. Vorteil: Das Einschalten wrde schon vor Tunnels oder Unterfhrungen erfolgen, nicht erst im Dunkeln wie bei heutigen Systemen. Doch vor Einsatz der Satelliten-Steuerung muss die variable Lichtverteilung berhaupt mal zugelassen werden etwa 2006 knnte es so weit sein.

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