Die Öko-Highlights der IAA 2009

Die Öko-Highlights der IAA 2009

— 16.09.2009

Die Ente wird grün

Der Trend auf der IAA: Die Hersteller pappen die Verbrauchsangaben ihrer Kostverächter auf die Türen. Das ist der Optik nicht zuträglich, entspricht jedoch dem Geist der Messe. Aber es gibt auch Höhepunkte der grünen Art.

Oh Gott, die haben die selige Ente platt gemacht. Citroën färbt das grüne Gewissen roasarot ein – immerhin die Modefarbe in Paris im kommenden Frühjahr – und hat die Reminiszenz an den 2CV mit einem Einzelsitz und einer Chaisselounge kombiniert. Die lässt das Lümmeln auf rotem Samt als ultimative Verführung zu. REVOLTe – ein Mix aus "Revolution" und "Volt" – wird Fans der Ente sicher nicht glücklich machen, aber sie bringt lustige Ideen mit. Zum Beispiel eine cool designte Babyschale neben dem Fahrersitz, der aussieht wie ein Sitz aus einem künftigen Space-Shuttle. Unter der Haube teilen sich ein Duo aus Elektroantrieb und Benziner den Platz. Details zum 3,68 Meter kurzen, dafür aber 1,35 Meter flachen Designerhappen nennen die Franzosen nicht. Wesentlich bodenständiger ist da der neue C3 mit 90-PS-HDi. Mit modifiziertem Kühlergrill und länger übersetztem Getriebe pustet der gerade mal 99 Gramm CO2 in die Luft, beim Verbrauch steht die drei vorm Komma. Sauber.

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Der Smart fortwo Elecric Drive wird uns schon bald als Serienfahrzeug begegnen.

Ein Mercedes SLS AMG als Greencar? Kommt – und zwar 2013. Bis dahin wird noch viel Wasser den Main runterfließen, aber die Schwaben haben den Flügeltürer mit Weitblick so konstruiert, dass er bis zu vier Elektromotoren und deren Kraftspender schluckt. Auf der IAA sollte der emissionsfreie Traum-Benz stehen, wir suchten allerdings vergebens. Optisch wird sich der Stromer vom "normalen" SLS abheben, auch hier lässt sich Mercedes noch keine Details entlocken. Die Stuttgarter haben jede Antriebsnische besetzt, egal ob Wasserstoff oder den rein elektrisch angetriebenen Smart Eletric Drive, der tatsächlich bald in Serie kommt. CO2-frei fährt bereits im kommenden Jahr der Ford Focus BEV. Der Elektroantrieb wurde gemeinsam mit Magna entwickelt und wird 2010 mit 15 Prototypen in Großbritannien getestet. 2011 soll er bereits in die USA verkauft werden – dann im Kleid des künftigen Focus.

Komische Kisten aus Indien

Der Reva-Zweisitzer (NXG, 2010 ab 23.000 Euro) sieht aus wie eine Mischung aus Stealth-Fighter und blassem Laubfrosch.

Es gibt aber auch echte Exoten unter den Großreinemachern. So hat der Zulieferer Fräger die Krise und fehlende Aufträge genutzt, um einen eigenen Elektro-Antrieb zu entwickeln. BENNI heißt der kleine Viersitzer mit Lithium-Ionen-Batterie, den das Unternehmen aus Immenhausen bei Kassel in einen zugekauften Chinesen-Mini baut. Null-Emission und 120 km/h Spitze für 30.000 Euro. Bereits im kommenden Jahr soll es losgehen. Oder der E-Wolf, eine Rennzigarre im Ultraleichtbau mit reinem Elektro-Antrieb, gerade mal knapp 500 Kilo schwer und 230 km/h schnell. Innen im Einsitzer informieren zwei LCD-Displays über die wichtigsten Daten. 150.000 Euro kostet der saubere Rennspaß, den Helm muss der Besitzer selbst kaufen. Und die Inder kommen. Reva will die Öko-Fraktion gleich mit zwei Autos glücklich machen: Einem Viersitzer im Kastenlook (NXR), der für nur 15.000 Euro (plus Mobilitätspaket) 160 Kilometer weit und bis zu 104 km/h schnell fahren soll. Und einem Zweisitzer (NXG, 2010 ab 23.000 Euro), der aussieht wie eine Mischung aus Stealth-Fighter und blassem Laubfrosch, der sogar 200 Kilometer weit kommen und 130 km/h erreichen soll. Beide haben jede Menge Schnickschnack, kommunizieren zum Beispiel über SMS mit dem Fahrer.

Hyundai wird zur Öko-Marke

Auch Hyundai gibt sich ausgesprochen sauber: Zwei wilde Studien und der seriennahe i10 Electric zeigen Wege für die Zukunft. Der i10 mit 67 Elektro-PS wird bereits 2010 in Korea erprobt. Spektakulär wird es mit der Studie iX-Metro. Der 3,93 Meter lange Crossover ist im unteren B-Segment angesiedelt und macht richtig was her. Sein Dreizylinder mit gerade einem Liter Hubraum soll dank Turbo-Power und Direkteinspritzung auf 125 PS kommen. Kombiniert wird er mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Hyundai verspricht einen CO2-Ausstoß von gerade mal 80 Gramm pro Kilometer, macht rund drei Liter Verbrauch auf 100 Kilometern. Der Hyundai Blue-Will ist in jeder Hinsicht auf Öko getrimmt. Das aerodynamisch optimierte Design hilft beim Spritsparen, innen wie außen kommt sogenanntes "Bio-Plastik" zum Einsatz. Auf herkömmliche Instrumente verzichtet Hyundai, stattdessen kommen hypermoderne LED-Folien zum Einsatz. Der Kompakte misst 4,30 Meter in der Länge, kombiniert einen 152 PS-Benzindirekteinspritzer mit 136 Elektro PS.

Fast alle ziehen mit

Sportlich fahren, trotzdem sparen. Peugeot will es mit einem Hybrid-RCZ richten.

Peugeot macht es nicht anders. Der Löwe soll nicht nur brüllen, er soll auch sparen. Deshalb kombinieren die Franzosen ihre HDi-Motoren mit einem Elektroantrieb. Das Ganze heißt "Hybrid4" und ist in Frankfurt gleich in zwei Fahrzeugen präsent. Der 3008 Hybrid4 kommt mit 120 Diesel- plus 27 Elektro-PS, der schon bald das grüne Gewissen bei Peugeot mitprägt, während die Technikstudie RCZ Hybrid4 zeigen soll, dass sich Dynamik und Sparsamkeit nicht ausschließen müssen. Die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Ob grün, blau oder rosa: Die Hersteller machen ihre Hausaufgaben, auch die Deutschen. Egal ob das System BlueMotion oder Efficient Dynamics heißt.

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