Die Rückkehr des Audi Ur-Quattro

Die Rückkehr des Audi Ur-Quattro

— 18.06.2009

Leichtbau-A5 mit Rallye-Genen

Der Ur-Quattro lebt! Und zwar auf Basis des Audi A5 Coupé. Mit martialischer Karosserie, einem Biturbo-Motor und Super-Fahrwerk. Ende 2010 soll die Studie fertig sein, 2012 das Serienauto

Der Plan war zu schön, um Bestand zu haben. Zur 100-Jahr-Feier im Juli wollte Audi mit einem Show-Car namens Anniversario (Geburtstag) Vergangenheit und Zukunft auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Doch in letzter Minute wurde das gute Stück auf Eis gelegt. Die Begründung: zu sportlich, zu wenig umweltbezogen, zu sehr auf Retro getrimmt. Selbst die Kritiker des Projekts können sich nicht der Faszination entziehen, die schon im Stand und ganz ohne Soundtrack vom Anniversario ausgeht. Kein Wunder, nahmen doch die Ingenieure mit diesem Coupé jenen roten Faden wieder auf, den Audi 1991 mit dem Produktionsende des Ur-Quattro verloren hatte. Weil die Kombination aus knackiger Optik, Super-Technik und noch erschwinglichem Preis heute so aktuell ist wie damals, soll der Hingucker schon 2010 zum 30-Jahre Quattro-Jubiläum eine zweite Chance erhalten.

Basis für den Audi Anniversario ist ein A5 Coupé

Mehr Druck: Ab 120 km/h fährt der Spoiler am Heck automatisch aus.

Der Ur-Quattro war ein auf die Schnelle zusammengemixter Cocktail aus VW-Iltis (Allradantrieb), Audi 80 (Bodengruppe) und Audi 200 (Fünfzylinder-Turbo). Auch der Anniversario wurde nicht komplett neu entwickelt. Als Basis dient ein entkerntes und entblättertes A5 Coupé – kürzer, breiter, flacher, böser, bulliger. Das Resultat ist kein RS5 im Kampfanzug, sondern ein aggressiv proportionierter Sportwagen mit gekappten Überhängen und eckigen Kotflügelverbreiterungen. Windschutzscheibe, Dachhaut und Türen haben Bestand, der  große Rest wurde vom Designteam Egger & Sielaff nachgeschärft. Zu den markantesten Stilelementen gehören die fetten Radhäuser im Look des S1 Rallye-Quattro, die pastellfarbigen Räder nach Art des Sport Quattro und die vier Ringe an den Türen, die wir ebenso wie die Schriftzüge an den hinteren Seitenfenstern vom Ur-Quattro kennen.

Dünnglas und Polycarbonat – sogar die Scheiben müssen abspecken

1980 debütierte der Ur-Quattro – der geistige Vater aller sportlichen Quattro-Fahrzeuge.

Leichtbau hat oberste Priorität: Die hintere Sitzanlage gibt es nur als Extra, die Scheiben bestehen aus Dünnglas und Polycarbonat, die Anbauteile aus Kunststoff oder Leichtmetall. Das Zielgewicht liegt bei 1400 Kilo. Zum Anniversario-Paket gehören 19- oder 20-Zoll-Räder, Keramikbremse, ein neu konzipiertes Aerokit mit aktivem Heckspoiler, größere Lufteinlässe mit beweglichen Jalousien, breitere Schweller mit zusätzlicher Bremsenkühlung hinten sowie Dynamiklenkung, Magnetic-ride-Fahrwerk und Quattro-Sportdifferenzial.

Offene Motorenfrage

Zu den Motoren: Der neue V8 passt unter die Haube, aber nicht in die Zeit. Ein V6-Biturbo liegt demnächst im Audi-Teileregal bereit, doch mit dem schweren 425-PS-Aggregat wäre das Leichtgewicht fast schon übermotorisiert. Ebenfalls in Diskussion ist ein doppelt aufgeladener 2,0-Liter-Vierzylinder mit gut 300 PS. Als heimlicher Liebling von Herz und Verstand gilt jedoch der kernige 2,5-Liter-Fünfzylinder aus dem TT RS. Hier stimmt die Querverbindung zum Original: fünf Töpfe, Aufladung, Leistung satt mit etwa 375 PS. Dazu gibt's als Zeichen der Zeit Direkteinspritzung, ein knackiges Doppelkupplungsgetriebe und das allerneueste Mildhybridmodul. Preislich dürfte die Reinkarnation des Ur-Quattro irgendwo zwischen S5 und R8 liegen. Doch das ist nur der Anfang, denn vom Anniversario soll es schon bald diverse Evolutionsstufen geben – darunter ein DTM-Derivat für die Straße und einen Power-Hybrid, der circa 30 km weit rein elektrisch fahren kann. Vorsprung durch Technik eben.

Autor: Georg Kacher

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