Die Spitzenmodelle der IAA 2005

Brabus E V12 Brabus E V12

Die Spitzenmodelle der IAA 2005

— 02.09.2005

Leistungsträger und Chefsessel

Gute Neuigkeiten für Leistungsfetischisten und Luxus-Fans: Obere Mittel- und Oberklasse zeigen sich auf der IAA von ihrer stärksten Seite.

Brutaler Beschleuniger mit 640 PS

Faszination obere Mittelklasse. Eine Klasse, deren Vertreter hauptsächlich als Geschäftswagen eingesetzt werden. Das heißt aber nicht automatisch, daß nur sparsame Dieselmotoren die Kurbelwellen bewegen. Auf der IAA 2005 werden einige Leistungsträger mit kräftigen Ottomotoren vorgestellt. Edel-Hersteller Brabus schöpft zum Beispiel bei seinem E V12 aus dem 6,3-Liter-Zwölfzylinder-Biturbo brutale 640 PS. Der Weltrekord als schnellste Limousine mit 350,2 km/h ist dem 298.000 Euro teuren Bottroper damit sicher.

Mit einer Beschleunigung von 4,5 Sekunden auf 100 km/h und 11,7 Sekunden auf 200 km/h fährt dem Brabus selbst ein ebenso potenter Sportwagen garantiert nicht davon. Das würde auch einem BMW M5 Touring nicht passieren. Den V10-Kombi gibt es nach offiziellen BMW Angaben (noch) nicht. Wer aber auf einen schnellen bayerischen Edel-Transporter nicht verzichten möchte, kann auf den Alpina B5 Touring zugreifen. Aus dem 4,4 Liter großen V8 kitzelt Alpina glatte 500 PS. Das reicht für den 100-km/h-Sprint in nur 4,8 Sekunden und eine Topspeed von 310 km/h – wahre Drogen für echte Hochleistungsfetischisten.

Werte, an die der mit 4,8 Litern hubraumstärkere BMW 550i nicht rankommt, denn sein V-Achtzylinder leistet im Serientrimm "nur" 367 PS, kostet dafür aber mit 59.900 Euro auch deutlich weniger. Chrysler setzt bei seinen Spitzenmodellen traditionell weiter auf hemisphärisch geformte Brennräume. Bei der SRT-8-Version des 300C schöpft der V8-Motor aus 6,1 Litern Hubraum (vorher 5,7 Liter) starke 425 PS und 570 Nm Drehmoment. Und das ohne Turbo- oder Kompressor-Aufladung. Die Kraft bringt der 40 Millimeter tiefergelegte Ami mittels 20-Zoll-Felgen auf die Straße. Zu kaufen gibt es den sportlichsten aller 300C ab Sommer 2006 für etwa 60.000 Euro.

Französische Sänfte in dezentem Gewand

Dezent europäisch kleidet sich dagegen der neue Citroën C6, der auf der Plattform des C5 zur entspannten Reise einlädt. Die 4,90 Meter lange, 1,86 Meter breite und 1,46 Meter hohe Karosserie wird durch das elektronisch gesteuerte hydropneumatische Fahrwerk abgefedert. Der lange Radstand von 2,90 Meter bietet in der coupéhaften, extravaganten Form viel Platz im Innenraum. Reisen wie Gott in Frankreich gehört bei den beiden angebotenen Sechszylindern dazu: ein 3.0 V6 (211 PS) ab 42.500 Euro, und ein 2.7 HDi (205 PS) ab 45.500 Euro dienen als Antriebe. Beide werden mit einer Sechsgangautomatik ausgeliefert.

Sparsamkeit und eine höhere Umweltverträglichkeit verspricht Lexus mit dem GS 450h. Das h steht für Hybrid und damit für die Kombination von Elektro- und Verbrennungsmotor. Der 3,5-Liter- V6 schickt in Verbindung mit dem E-Motor 340 PS an die Hinterräder und knausert dabei beim Verbrauch wie ein Vierzylinder. Das 2006 erscheinende Hybrid-Fahrzeug wird einzigartig in seiner Klasse. Eine Technologie, die im frisch retuschierten Saab 9-5 nicht verbaut wird. Die Änderungen am schwedischen Spitzenmodell machen sich dafür äußerlich auf den ersten Blick bemerkbar.

Die Karosserie wurde geglättet, die markanten Seitensicken sind entschärft. Schmalere Rückleuchten sowie eine spitzere Front sollen für mehr Schnittigkeit sorgen. Neu eingesetzt wird ein Dieselmotor: der 1.9 TDI mit 150 PS. Die Preise starten beim 9-5 etwa bei 30.000 Euro. Honda setzt bei dem im nächsten Jahr erscheinenden Legend weiterhin auf V-Sechszylinder. Dann mit 3,5 Liter Hubraum, 295 PS und 353 Newtonmeter Drehmoment. Als Innovation wird die neue Allradtechnologie Super Handling All-Wheel Drive verbaut. Ein System, das die Kraft nicht nur zwischen Vorderund Hinterachse verteilt, sondern auch zwischen den Rädern einer Achse.

Daimler feiert ein luxuriöses Comeback

Faszination Oberklasse. Wer hier einsteigt, hat es geschafft und muß sich keine Sorgen über die Finanzen machen. Leider gibt es nicht viele, denen es so geht. Kein Wunder, daß sich die Oberklasse-Premieren auf der IAA in Grenzen halten. An Spannung mangelt es trotzdem nicht. Die Besucher wird es freuen, daß sie die Wiedergeburt einer Marke erleben dürfen. Daimler kehrt als Premium-Marke wieder auf die Straße zurück. Die Basis des Daimler Super Eight ist die Jaguar XJ Langversion. Von außen werden den Daimler nur Insider erkennen. Die Veränderungen sind gering, beschränken sich auf den Kühlergrill, mehr Chromapplikationen sowie Logos mit geschwungenem "D".

Ganz anders sieht es schon im Innenraum aus: Walnußwurzelholz mit Buchsbaum-Intarsien, Lammwollteppich, elektrisch verstellbare Einzelsitzanlage im Fond sowie eine sprachgesteuerte Vier-Zonen-Klimaanlage unterstreichen den luxuriösen Anspruch. Einzig erhältliche Motorisierung: ein 4,2-Liter-V8 mit Kompressor und 395 PS. Ab November ist der Super Eight verfügbar. Schon jetzt gibt es die zwei neuen Ausstattungslinien für den Maserati Quattroporte. Je nach Kundenwunsch trimmen "Executive GT" oder "Sport GT" die Limousine.

Polierte 19-Zoll-Räder und ein Kühlergrill aus Maschendraht kennzeichnen den Executive GT. Im Interieur fallen die belüfteten Fondsitze auf, die zudem noch über eine Massage-Funktion verfügen. Ausklappbare Ablagetische, seitliche Sonnenschutzrollos sowie Alcantara am Dachhimmel sind weitere Merkmale. Konsequent sportlich: der Sport GT mit Sportlenkrad, Carbon-Ausstattung, auf Knopfdruck verkürzbaren Schaltzeiten des automatisierten Getriebes sowie einer überarbeitete Abgasanlage mit mehr Klang.

Die neue S-Klasse ist der Star im Oberhaus

Auf mehr Sportlichkeit setzt ebenfalls Mercedes. Präsentiert werden in Frankfurt nicht nur die ganz neue S-Klasse, sondern auch gleich der künftige Spitzensportler S63 AMG mit 510 PS. In den Handel kommt der AMG leider erst Anfang 2006, genauso wie der S600 (517 PS) und der S320 CDI (235 PS), die gleichfalls beide in Frankfurt gezeigt werden. Ebenso wie der neue 5,5-Liter-V8 (388 PS) und der 3,5-Liter-Sechszylinder – damit startet der Verkauf im Herbst. Mit dabei sind dann alle neuen technischen Highlights. So wurde der bekannte Bremsassistent vorausschauend entwickelt (BAS Plus).

Per Radar erkennt das System jetzt außerdem einen drohenden Zusammenstoß, baut präventiv Bremsdruck auf. Mit Pre-Safe II, das Scheiben schließt und Sitzlehnen geradestellt, sobald ein Unfall unvermeidbar wird, sowie einem Nachtsicht-Assistenten präsentiert sich die S-Klasse sehr innovativ. Letzterer bietet selbst bei Abblendlicht eine Sicht wie bei einer Fahrt mit Fernlicht. Die aufgehellte Szenerie erscheint auf dem Kombidisplay. Mit "Night Vision" bekommt der BMW Siebener Ende des Jahres ebenfalls ein Nachtsichtgerät. Auch an Leistung legt der große Münchner zu: Ein überarbeiteter Achtzylinder-Dieselmotor wird auf der IAA gezeigt. Statt 300 PS leistet der V8 nun 330 PS und 750 Nm Drehmoment.

Den gelifteten BMW Siebener hat auch der Alpina B7 zur Basis. Angetrieben wird der B7 von einem 500 PS starken 4,4-Liter-V8 mit Radialverdichter. Das reicht für 300 km/h – ganz egal ob mit kurzem oder langem Radstand. Auf dem Stand von Audi ist zu sehen, daß nun alle A8 den vom W12 bekannten Singleframe-Kühlergrill stolz zur Schau stellen. Gezeigt wird natürlich auch die neue, 8000 Euro teure Keramik-Bremsanlage, die aber exklusiv nur für den W12 angeboten wird. Ein Extra für alle, die noch nicht genug haben.

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