Die Stars aus "Cars"

Die Stars aus "Cars" Die Stars aus "Cars"

Die Stars aus "Cars"

— 22.05.2006

Leinwandhelden mit Blech und Seele

Im Spätsommer kommt der computeranimierte Film "Cars" ins Kino. Eine zauberhafte Geschichte aus einer Welt, in der es keine Menschen gibt – nur Autos. AUTO BILD hat ihn schon gesehen.

Radiator Springs ist eines dieser verschlafenen Nester an der Route 66, jener legendären Landstraße, die von Ost nach West quer durch Amerika führt. Früher war Leben im Ort. Autos kamen, tranken im Café eine Tasse Öl, manche blieben über Nacht im Cozy Cone Motel. Andere holten sich im Laden von Luigi neue Reifen oder bei Bully dessen selbstgebrauten Öko-Sprit.

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Doch plötzlich verirrte sich kaum noch ein Wagen nach Radiator Springs. Autos rasten auf dem achtspurigen Highway an dem kleinen Örtchen vorbei, ohne Zeit für einen Blick zur Seite. Und so zogen die Tage ins Land für Flo, der Besitzerin des Cafés, für Hook, den naiven, aber liebenswerten Abschleppwagen, für Doc, den Landarzt und Richter. Und für Sally Carrera, die niedliche Porsche-Lady, die einst aus der hektischen Großstadt in das beschauliche Kaff geflüchtet war.

Das träge Leben in Radiator Springs (zu deutsch etwa: Die Quellen des Kühlwassers) kommt erst wieder auf Touren, als sich eines Nachts Lightning McQueen, ein ebenso erfolgreicher wie arroganter Motorsportwagen, auf dem Weg zum entscheidenden Rennen verirrt und in dem staubigen Städtchen landet.

Was dann passiert, flimmert ab dem 7. September 2006 über deutsche Leinwände. Dann kommt "Cars" in die Kinos. Der erste Film, der in der Welt der Autos spielt. Wo Menschen nichts zu suchen haben. Wo die Helden mit Blech und Seele dabei sind. Wo Autos lieben, leiden, leben.

Eine Sekunde Film bedeutet 24 Bilder

Entstanden ist das etwas andere Roadmovie in den Studios von Pixar im kalifornischen Emeryville, eine halbe Autostunde östlich von San Francisco. Hier, in einem modernen, zweigeschossigen Gebäude im Stil einer alten Fabrikhalle, sitzen 850 Mitarbeiter teils in fensterlosen Büros, teils in offenen Konferenzräumen und zeichnen, schreiben oder programmieren an den erfolgreichsten animierten Filmen der Kinogeschichte. Zuletzt begeisterten "Die Unglaublichen" Kinozuschauer weltweit. "Cars" ist der siebte am Computer entstandene Streifen aus dem Hause Pixar.

Mit einem Zeichentrickfilm hat "Cars" ungefähr soviel zu tun wie die neue S-Klasse mit einem Brezel-Käfer. In einem etwa 50 Quadratmeter großen Raum im Obergeschoß befindet sich ein begehbarer Computer, der zu den 100 schnellsten Rechnern der Welt zählt. Aber auch der benötigte zwischen sechs und 90 Stunden, um ein Bild von "Cars" zu berechnen – und eine Sekunde Film bedeutet 24 Bilder. Die Produktion einer wenige Sekunden dauernden Szene, in der ein Truck im Abendlicht über eine Stadtautobahn fährt, verschlang sechs Monate. Spezialisten analysierten wochenlang, wie das Licht aussieht, das ein Scheinwerfer auf den Asphalt wirft. Eine Mitarbeiterin sammelte Wüstensand in Fotodosen, damit Zeichner und Programmierer den richtigen Farbton finden konnten.

Ein gigantischer Aufwand, der "Cars" zum spektakulärsten Animationsfilm macht, der je in die Kinos kam. Und zu einem der besten Autostreifen der Filmgeschichte. Das Blech-Movie ist atemberaubend, liebevoll bis ins Detail. Da haben die Blüten der Wüstenkakteen die Form der Heckflossen eines alten Cadillac Eldorado. Da flattern nicht irgendwelche Motten um die Neonröhren in Flos Café, sondern kleine VW Käfer. Und daß die Motorengeräusche Originalaufnahmen der Modelle sind, versteht sich von selbst.

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"Ich habe mir mit dem Film einen Kindheitstraum erfüllt", erklärt Regisseur John Lasseter, der 1995 für seinen Pixar-Film "Toy Story" einen Oscar gewann. "Ich liebe Autos, seit ich denken kann", sagt der 49jährige. Lasseter wuchs in Los Angeles als Sohn eines Chevrolet-Händlers auf. Das prägt. Seinen Plan, einen Film zu machen, der in der Welt der Autos spielt, ging er bereits 1999 an. "Autos Leben einzuhauchen war die größte Herausforderung meiner Karriere", sagt John Lasseter.

Daß "Cars" ein zauberhafter Film geworden ist, verdankt der Regisseur nicht nur seinem Team, sondern vor allem seiner Frau Nancy. Die warnte ihn: Mach bloß keinen Film, der ausschließlich Auto-Fans gefallen soll. Lasseter nennt das den "Nancy-Faktor" des Streifens. Als er dann noch eine Dokumentation über die verlassenen Orte an der alten Route 66 sah, war ihm klar, wie die Story laufen soll: die bedingungslose Transformation der Welt der Menschen in eine Welt der Autos. Der Reifenhändler wird zum Schuhgeschäft, die Autowerkstatt zur Arztpraxis, die Tankstelle zum Restaurant. "Es war uns wichtig, nicht irgendeinen PS-Knallerfilm zu machen, in dem es um aufgemotzte Kisten, wilde Unfälle und heiße Reifen geht", sagt Lasseter. "In dieser Geschichte geht es darum, zu lernen, auch mal den Gang rauszunehmen und die Fahrt zu genießen. Der Weg ist das Ziel." Genau das macht "Cars" zu einem wunderbaren Kinoerlebnis. Und zu einer Liebeserklärung an die Autos, egal ob jung oder in die Jahre gekommen, schnell oder schleichend, rassig oder rostig.

Auf einem Ausflug fragt Lightning die Porsche-Dame Sally, warum sie nicht aus Radiator Springs weg wolle. Sally antwortet verträumt: "Ich habe mich verliebt." "In eine Corvette?" "Nein, keine Corvette", sagt Sally, dreht sich zu Rennauto McQueen und lächelt unsicher. Autos sind schließlich auch nur Menschen.

Autor: Hauke Schrieber

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