Die Stars von Genf, Teil 2

— 04.03.2008

Abenteuer Alltag

Genf steht für Luxus und Supersportwagen. Doch es gibt hier auch Ware für den Alltag, unsere Autos für die nächsten Jahre. Vorhang auf für die Normalverbraucher dieser Welt.

Schweinehälften sind schon lange nicht mehr im Heck eines Mittelklasse-Kombis zu vermuten, mit jeder Generation wurden die Laderäume kleiner. Und edler. Offensichtlich ist nun der Wendepunkt erreicht, zumindestens im Hause Audi: Der neue Audi A4 Avant ist deutlich geräumiger als sein Vorfahre, verzichtet dabei aber nicht auf jenen Charme, der uns gut geschulten Marketingsoldaten gerne als "Lifestyleorientierung" beschrieben wird. Also keine Plastikwanne für das blutende Wildschwein bei der Heimfahrt von der Jagd; edle Teppiche schmiegen sich hier an das Golfbag. Wer die Limousine mag, wird den Avant lieben. Jedes Detail im Kofferraum wurde so durchdacht, als hätte ein eigener Stab an Technikern damit die letzten Jahre verbracht. Schöne Vorstellung: Die Ingenieure Rudolf, Karl und Hubert aus Ingolstadt kümmerten sich die letzten 16 Monate nur um Ösen am Kofferraumboden, sonst gab es nur Mittagspause und Weizenbier.

Mercedes CLS: Mit frischer Front ins zweite Leben

Der Mercedes CLS spaltete schon immer die Mercedes-Fangemeinde, auch das Facelift wird das nicht ändern. Kann mir gut vorstellen, dass einigen der Feinschliff etwas zu fein ausgefallen ist. Nur gestandene Mercedes-Verkäufer können nach einschlägiger Produktschulung anhand von Scheinwerfer und Kühlergrill den neuen CLS vom Ur-CLS unterscheiden. Der Markt wird die Zurückhaltung mit hoher Werthaltung des ersten CLS belohnen, der zweite CLS wird durch diese Maßnahme nicht weniger erfolgreich. Und wenn wir schon beim Thema "Behutsames Facelift" sind, auch Alfa Romeo schlug wieder zu. Die Designer versuchten sich am 159 und bewiesen mal wieder, dass das Neue nicht immer auch das Schönere ist. Irgendwie hat es in Italien schon Tradition: Der erste Designentwurf ist immer das geschmäcklerische Maximum, danach geht es nur noch in Richtung Tal. Wenn ich kurz persönlich werden darf: Für mich ist der Ur-156 in Sachen Mittelklasselimousine aus Milano noch immer das Maß aller Dinge. Schnee von gestern, hier interessieren nur die Top-News. Jetzt ist man bei Alfa sehr stolz auf kleine Änderungen im Cockpit. Soll den Fahrer erfreuen, er kann jetzt den Krieg der Knöpfe besser bewältigen und somit Klimaanlage und Navi etwas einfacher bedienen.

Bildergalerie

Lancia Delta Lancia Delta Lancia Delta
Komplett neu gestylt ist der [Link auf http://www.autobild.de/marken-modelle/fiat/croma]Fiat Croma, die Italiener sprechen von "dynamischer Linienführung" und "tropfenförmigen Scheinwerfern". Klingt jetzt nicht so ungewöhnlich, doch neben 500 und all den Schülerinnen im Scheinwerferlicht geht der Kombi unter. Abseits von Italien ist im südlichen Auto-Europa Wunderschönes aus Frankreich zu vermelden. Der Renault Laguna GT mit Allradlenkung punktet nicht nur mit Spielereien aus der Technik-Kiste, er gilt auch optisch als gelungen. Französische Coupé-Tradition lebt auf im sportlichsten Laguna, dem Renault Laguna Coupé. Gewiss kein Renner, mehr ein komfortabler Gran Turismo. Passt gut zu grauen Schläfen, jungen Beifahrerinnen und vielsternigen Hotelnächten. Ab Oktober geht es los, suchen Sie also schon mal nach der passenden Beifahrerin und bestellen entsprechend der Haarfarbe die Innenausstattung aus Leder.

Wissen, was wo steht auf dem Salon: Interaktiver Hallenplan

Ein weiterer Vertreter aus Frankreich ist der Citroën C5 Tourer , die Kombiversion der bereits bekannten C5 Limousine. Bitte erwarten Sie nun nicht die Bezeichnung "Designerkombi", heute werden - auch wenn man es nicht immer glauben mag - sämtliche Autos von Designer gezeichnet. Nein, der C5 ist einfach ein wunderschöner, stimmiger Vertreter seiner Liga. Er verknüpft gekonnt Eleganz und Alltagstauglichkeit, wird aber gegen Avant, Touring und T-Modell traditionell ein hartes Leben  führen. Zum Sprung aus der Bedeutungslosigkeit setzt [Link auf http://www.autobild.de/marken-modelle/skoda]Skoda an, der Skoda Superb will endlich die Anerkennung, die seinem Vorgänger zu unrecht versagt blieb. Ob er es schafft? Diese Entscheidung wird der Käufer treffen, jedenfalls aber gibt sich Skoda redlich Mühe. Armutserklärungen sehen ganz anders aus, der Superb wurde erwachsen und gibt sich bis in die letzte Fuge als Gegner im Fight gegen [Link auf http://www.autobild.de/marken-modelle/bmw]BMW und Co.  Die Frage nach dem Kombi beantwortet Skoda dann nächstes Jahr, man bittet an dieser Stelle um etwas Geduld.

[Link auf http://www.autobild.de/marken-modelle/honda]Honda machte es spannend rund um den neuen Honda Accord: Erst verschickte man nur Fotos einiger Details, dann vom ganzen Auto. Jetzt darf der Accord in ganzer Größe bestaunt werden, und zwar als Limousine und Tourer, wie man hier den Kombi bezeichnet. Überraschungen bleiben aus, der Accord kann selbst in der Blindverkostung als echter Honda erkannt werden. Alles unglaublich passgenau, wie aus dem Vollen gefräst. Dazu ein Design, das allen gefallen möchte, sozusagen der Auto gewordene Labrador. Aus der gleichen Liga stammt der Hyundai Sonata, er bekam ein Facelift. Merkt nur, wer den letzten Sonata optisch auf dem Zettel hat. Bestimmt ein robuster Lebensabschnittsbegleiter, wobei [Link auf http://www.autobild.de/marken-modelle/hyundai]Hyundai mit unseren Geschmacksnerven sehr behutsam umgeht. Allfällige optische Abenteuer bleiben dem Betrachter erspart. Doch wer mit einem Sonata liebäugelt, braucht keinen Firlefanz und wird sich am Einheitsstyling nicht stören. Gut, dass es auch solche Typen in Genf gibt.

Mazda6: Attraktive Bereicherung der Lademeister-Liga

Honda rollt den Accord Tourer auf die Bühne. Ein artiger Kombi mit ins Blech gestanzter Zuverlässigkeit. So schön kann der Alltag sein.

Keine Motorshow ohne Chinesen, wobei wir jetzt von Ausstellern und nicht den wuseligen Besuchern sprechen. [Link auf http://www.autobild.de/marken-modelle/brilliance]Brilliance, zuletzt vor allem wegen grauenhafter Crashtests in den Medien vertreten, tritt mal wieder an. BC3, BS4 und BS6 gehen an den Start und zeigen sehr eindrucksvoll, dass China noch immer nicht auf ungleiche Spaltmaße im Karosseriebau verzichten möchte. Natürlich, alles wird super, alles wird gut, so der Tenor am Messestand. Wir werden berichten, wenn es denn mal soweit ist. Zuletzt noch ein Wort zu [Link auf http://www.autobild.de/marken-modelle/mazda]Mazda und Mitsubishi: Den Mazda6 Kombi darf man sich schon heute als attraktive Bereicherung der Lademeister-Liga vorstellen. Wieder einer, der am Kuchen von Avant und Freunden knabbern wird. Wer die letzten Dauertestresultate von Mazda kennt, wird hier ein starkes Kaufargument finden und sich den Kombi demnächst beim Händler ansehen. Freunde des Mitsubishi Prototype S benötigen da etwas mehr Geduld, denn wie der Name bereits sagt, sprechen wir von einem Prototypen. Doch wer die Jungs von Mitsubishi kennt, kann sich den S schon bald als Lancer Evo auf den Sonderprüfungen dieser Welt vorstellen.

Mehr über die Neuheiten auf dem 78. Auto-Salon erfahren Sie in der Bildergalerie. Und in den weiteren Teilen über die Stars von Genf!









Autor: Nikolaus Eickmann

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