Die Stunts der Lowrider

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Die Stunts der Lowrider

— 03.06.2008

Tanz, Brüderchen!

Sie tanzen zur Musik, springen "Bunny Jumps" oder "Flip Overs" und bringen die Massen zum Ausflippen – gemeint sind die wilden Lowrider aus der gleichnamigen Szene und Meisterschaft.

Tanzende Autos? Da zuckt Otto-Nomal-Fahrer ratlos mit den Schultern. Dabei ist die Sache ganz einfach. Zumindest theoretisch. Herz der so genannten Lowrider ist ein leistungsstarkes Hydrauliksystem, das anstelle des klassischen Fahrwerks im Auto verbaut ist. Der durch Elektromotoren erzeugte Öldruck bewegt die Hydraulikzylinder und damit das ganze Fahrzeug. Die Aufgabe dieses Sports oder besser gesagt dieser Show: die Lowrider zu den Beats von DJs "tanzen" lassen. Gesteuert wird das System über Schalter und Relais mit einer Fernsteuerung außerhalb der Autos. Die Power zum Tanz liefern unzählige Batterien. Je mehr Leistung zur Verfügung steht, desto schneller und ruckartiger können die Bewegungen des Autos sein. Die Spannung der Batteriepakete reicht von zwölf bis 96 Volt. Hierzulande vermarktet die German Lowrider Challenge Association (G.L.C.A.) den Sport mit den springenden Autos. Seit 1998 gibt es organisierte Wettkämpfe und Shows.

Lowrider ist nicht gleich Lowrider. Hier die kleine Stilkunde

Wenn Mr. "Low for Show" mit seinem Beetle auftritt, dann sind die Massen nicht mehr zu halten.

Fat Dancer: Sind alle voll fahrbaren Fahrzeuge mit einem Gewicht ab 1400 Kilo. Die meisten Fat Dancer sind Fahrzeuge aus amerikanischer Fertigung mit einem Gesamtgewichten bis zu 2,8 Tonnen. Dancer: Alle voll fahrbaren Fahrzeuge mit einem Gewicht bis 1400 Kilo. Radicals: Diese Art der Lowrider schafft extrem spektakuläre Sprünge. Als Basis dienen möglichst leichte Fahrzeuge, deren Motoren, Getriebe und Innenausstattungen einem mächtigen Hydrauliksystem und seinen Batterien weichen mussten. Bei Shows gewinnt, wer die spektakulärsten Bewegungen und Figuren mit dem Fahrzeug zeigt. Show and Shine: In dieser Kategorie treffen Fahrzeuge aller Gewichtsklassen aufeinander. Auch diese Lowrider sind voll fahrbar. Sie sind aber mit allergrößter Liebe und Sorgfalt hergerichtet und werden hauptsächlich bewegungslos präsentiert. Hopper: Lowrider dieser Kategorie sind in Deutschland eher selten. Als Hopper werden Fahrzeuge bezeichnet, die an der Vorderachse zu extrem hohen Sprüngen fähig sind.

Und – wer hat's erfunden?

Henning und sein Bully beim "Bunny Jump". Dabei müssen alle vier Räder in der Luft sein.

Im amerikanischen Westen gibt es bis heute zwei große Custom- oder Tuning-Lager. Auf der einen Seite die Hot-Rod-Freaks, auch Highrider oder Fourwheeler genannt. Auf der anderen, die Minderheit der südamerikanischen Chicanos, die sich selbst Low Rider nennen. Um sich von den reichen Highriders abzusetzen, begannen die Low Rider in den  40er-Jahren damit, ihre Tuning-Renner mit Hydrauliksystemen aufzurüsten. Heute sind die hüpfenden Autos längst über alle Custom-Interessen hinweg etabliert. In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren eine eigene Lowrider-Szene entwickelt. Die Größe der deutschen und europäischen Lowriding-Bewegung ist zwar nicht mit der amerikanischen Fan-Gemeinde vergleichbar – in Sachen Qualität der Umbauten können die Europäer inzwischen aber locker mithalten. Kleines Tänzchen gefällig? Die besten Lowrider-Stunts zeigen wir in der Bildergalerie.

Autor: Guido Naumann

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