Die Zukunft des Luxus-Segments

Maserati Quattroporte Maserati Quattroporte

Die Zukunft des Luxus-Segments

— 28.10.2003

Die neue Champagner-Klasse

Luxus bleibt. Und kommt: 2004 bringt Maserati den Quattroporte. Eine teure Modelloffensive folgt. Denn die Konkurrenz zieht mit.

Kombination von Sportwagen und Limousine

Champagner, das edelste und feinste Getränk unter den Schaumweinen, erzeugt durch seine prickelnden Perlen auf Zunge und Gaumen einen kulinarischen Hochgenuss. Und weckt Geschmack an Reichtum und Luxus und einem Leben im Jet-Set. Autos der Luxusklasse versuchen, ein ähnlich prickelndes Gefühl bei ihren Fahrern zu erzeugen. Bei den wenigsten gelingt das so überzeugend wie bei Maserati.

Die traditionsreiche Fahrzeugschmiede aus Modena zeichnet sich wie ein guter Champagner aus durch ein individuelles Bouquet, besonders mit der fünften Auflage des Quattroporte. Mit dem schnittigen Viertürer streben die Italiener nach der Verbindung von Leistung, Eleganz und Schönheit.

Die Kombination von Sportwagen und Limousine hat bei Maserati Tradition: 1926 gegründet, brachten die Italiener 1963 die weltweit schnellste viertürige Reiselimousine auf den Markt und begeisterten betuchte Autofahrer. Wer besonders zügig unterwegs sein wollte, dabei aber auf die Enge eines reinrassigen Flitzers in Form von Ferrari, Lamborghini oder Porsche gern verzichten konnte, der kam um den Quattroporte nicht herum.

Imposante Leistung und ackergaulige Kraft

Auch heute tummeln sich nur ganz wenige Hersteller der Oberklasse im Geschwindigkeitsbereich über 250 km/h. Ferrari, seit 1999 Besitzer der Firma mit dem berühmten Dreizack, entwickelt nun die Hochleistungsmotoren und integriert sie in eine elegante und kraftvoll sportliche Karosserie. Das in sanften Linien fließende Blechkleid aus der Feder Pininfarinas erinnert an eine tanzende Ballerina. Auf den ersten Blick ist die gelungene Verbindung zwischen Komfort der Luxusklasse und Dynamik eines Sportwagens erkennbar.

Auch die technischen Daten versprechen nur Positives: Der 4,2-Liter-Achtzylinder aus dem Maserati GT entwickelt satte 400 PS und katapultiert den Italiener in 5,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Erst bei 275 km/h ist Schluss. Zu der imposanten Leistung und Geschwindigkeit gesellt sich noch die Kraft eines Ackergauls. 451 Newtonmeter Drehmoment machen den Quattroporte nicht nur schnell, sondern auch bärenstark.

Damit der heiße Italiener nicht ins Schwitzen kommt, sorgen seitliche, wie die Kiemen eines Haifischs angeordnete Lüftungsschlitze für thermische Ausgewogenheit. So gibt der nur 1,4 Meter hohe Quattroporte auch von der Seite eine gute Figur ab. Durch die Aufteilung von Motor (vorn) und Getriebe (hinten) in zwei Einheiten entsteht eine leicht heckbetonte Gewichtsverteilung von 47:53. Das reduziert die Neigung zum Untersteuern und erlaubt ein fahraktiveres Handling. Die Paddel hinter dem Lenkrad ermöglichen den passenden Gangwechsel für eine Kurvenhatz. Dabei wärmt entweder das Brabbeln des Motors den Insassen die Ohren. Oder das Multimedia-rundum-sorglos-Paket mit DVD-, CD-Player und Bose-Sound-System.

Die exklusive Konkurrenz schläft nicht

Aber nicht nur die Gehörgänge wollen verwöhnt werden, sondern auch Augen, Nase und Gesäß: Verschiedene Holz- und Ledersorten verzaubern den Innenraum in eine Oase der Stimulanzien. Bravissimo, so lässt es sich reisen! Um sich von Fahrern von Mercedes-Benz S-Klasse, Jaguar XJ und BMW 7er abzuheben, wird es den ab April 2004 anvisierten 400 Käufern in Deutschland leicht fallen, 99.100 Euro in diese rassige Sportlimousine zu investieren – nicht nur wegen der werksseitigen Drei-Jahres-Übernahme sämtlicher Inpsektionskosten.

Denn der Markt boomt: Exklusive Fahrzeuge jenseits der 80.000-Euro-Grenze finden reißenden Absatz. Wurden die Preise für Kompaktwagen laut "European Index of New Cars" günstiger, so stiegen in den vergangenen zwölf Monaten die Preise für Luxuswagen um über sieben Prozent. Ein Grund, dass fast alle Hersteller im Oberklassesegment ihr Angebot ausbauen. Audi, Bentley, Maybach, Mercedes-Benz und VW planen ähnlich leistungsstarke luxuriöse Limousinen und Crossover-Fahrzeuge für neue Segmente.

Mit dem Audi Avantissimo oder dem Mercedes-Benz GST sollen demnächst Luxus-Laster den Transport von Weinkisten verschönern. Bentley, Maybach und Rolls-Royce wollen in den nächsten Jahren mit Cabrios auf Basis ihrer bekannten Limousinen mehr gut situierte Autofahrer bezirzen: Damit die Käufer auch ohne Alkohol das Prickeln und einen automobilen Rausch erleben dürfen.

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