Michael Schumacher

Die Zukunft von Michael Schumacher

— 02.10.2012

Was wird jetzt aus Schumi?

Sieben WM-Titel, 91 Siege, 1560 WM-Punkte und ab 2013 arbeitslos: Wo fährt Schumacher nächstes Jahr und fährt er überhaupt weiter? Wir analysieren die Perspektiven des erfolgreichsten Formel-1-Fahrers aller Zeiten.

Sie ist die Mutter aller Fragen, die sich Fans, die Verantwortlichen in der Formel 1 und sogar der Rekordweltmeister selbst jetzt stellen: Was wird aus Schumi? Die Verpflichtung von Lewis Hamilton war für Michael Schumacher ein Schock. Er dachte wirklich, er müsse nur ja sagen. Dann sei alles klar. Dem war nicht so. Die Erkenntnis, dass er nicht mehr Wunschpilot, sondern nur noch Alternative war, muss Michael Schumacher jetzt erst einmal verdauen. Dann wird er sich wie immer bei wichtigen Entscheidungen mit Ehefrau Corinna beraten.

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"Will ich weiter fahren?" Diese Frage muss sich Schumi beantworten. Sauber wäre dann eine Option.

Die erste Frage, die er sich beantworten muss: "Will ich weiter fahren?" Wenn nicht, ist sowieso alles klar. Wie Ende 2009 vor Schumachers Comeback geplant, kann er 2013 sofort als Markenbotschafter bei Mercedes arbeiten und eine Rolle im Team übernehmen. Denkbar wäre eine Art Co-Teamchef an der Seite von Ross Brawn – mit dem Spezialgebiet, Fahrer und Ingenieure zu koordinieren. Diesen Vertrag müsste Schumacher nur unterschreiben. Das gibt Teamchef Brawn auch offen zu: "Es gibt mehrere Möglichkeiten, Michael Schumacher im Team zu integrieren." Die Rolle als Markenbotschafter war von Anfang getrennt vom reinen Fahrervertrag. Schumacher und Ehefrau Corinna müssen jetzt nachdenken: Nutzt er weiter den Luxus, den er als Mercedes-Botschafter hat? Sprich: Zwei Dienstwagen, kostenlose Luxusautos, die ihm überall auf der Welt vor die Tür gestellt werden? Dazu: Sieben Millionen Euro Gage pro Jahr plus das Image eines Weltkonzerns im Rücken, das auch Türen zu Bereichen öffnet, zu denen selbst ein siebenmaliger Weltmeister kaum Zugang findet?

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Die Zukunft Schumachers ist unklar, 2013 sitzt Lewis Hamilton im Cockpit des Rekordmeisters.

Will er seine Karriere als Fahrer fortsetzen, muss er den Botschaftervertrag von Mercedes mit allen Annehmlichkeiten zerreißen. Doch wo hat er eine realistische Chance zu fahren und wie? Schon in Singapur phantasierten einige Berichterstatter, Sauber wäre das perfekte Team für Schumacher. Das Problem: Das Team des ehemaligen Mercedes- und BMW-Partners Peter Sauber war schon vor dem Weggang des Mexikaners Sergio Perez (der 2013 als Hamilton-Ersatz zu McLaren wechselt) und dessen Mexiko-Millionen knapp bei Kasse und kann sich einen Michael Schumacher nicht leisten. Schumacher müsste sich schon umsonst anbieten, oder noch besser, Anteile am Team erwerben. Die könnte er von seinem persönlichen Sponsor aus China, dem Hersteller von Navigations-Geräten Erlinyou, teilfinanzieren lassen. Denn der Sponsorenvertrag, den Schumachers Ex-Manager Willi Weber vermittelte, ist laut Weber nicht an Mercedes gebunden. Die Gefahr allerdings besteht, dass Sauber 2013 und besonders 2014, wenn es ein neues Motorenreglement gibt, nicht mehr konkurrenzfähig ist. Und ob Schumacher bereit ist, nur der reinen Lust des Formel-1-Rasens wegen sein jetzt schon ohnehin angekratztes Image noch weiter in den Keller zu fahren – das ist zu bezweifeln.

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Die besten Cockpits für 2013 sind besetzt – droht dem Rekordchampion ein unwürdiger Abgang?

Möglichkeit Nummer zwei: An der Seite von Kimi Raikkönen bei Lotus zu fahren. Schon in Singapur fühlte der neue Mercedes-Formel-1-Chef Niki Lauda deshalb bei Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez vor. Der hielt das für einen Scherz, bis sich Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone einschaltete. Auffällig oft trafen sich beide im Fahrerlager von Singapur. Der Brite, der schon eine Vermittlerrolle zwischen Hamilton und Mercedes spielte, will Schumacher in der Formel 1 behalten. Ein Team Raikkönen und Schumacher, das gibt Ecclestone in inoffiziellen Gesprächen zu, wäre ganz nach seinem Geschmack. Ecclestone wäre sogar bereit, über Umwege Schumachers Wunschvorstellung (sieben Millionen Euro Gehalt, kaum PR-Auftritte) mitzutragen. Doch auch hier bleiben erstmal die Zweifel, ob Schumacher sich einen Kimi Raikkönen noch antun will. Der Finne gilt als Vollgas-Tier mit eisernen Nerven.

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Am wahrscheinlichsten ist, das Schumacher bei Mercedes bleibt. Der Gesichtsverlust wäre gering..

Nur Ferrari-Romantiker träumen von einem Wechsel Schumachers zurück nach Maranello. Dort ist man sich sogar sicher, dass Schumacher sehr wohl wieder ins Ferrari-Cockpit steigen würde, nur um Mercedes zu zeigen, dass sie mit seiner Auswechslung einen Fehler gemacht haben. Warum soll aber der eitle Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo Schumacher zurückholen? Der Landgraf weiß, dass eine Rückkehr weder gut für ihn noch für Schumacher wäre. Es ist nicht Ferraris-Philosophie, Fahrer zu verpflichten, die andere Teams aussortiert haben - nur des Mythos vergangener Zeiten wegen. Und Montezemolo hat nicht vergessen, dass Schumacher 2009 seine Botschafterrolle bei Ferrari aus freien Stücken aufgab, um zum "Feind" zu wechseln. Am Wahrscheinlichsten ist die Mercedes-Variante. Auch, weil dann Mercedes und Schumacher ohne großen Gesichtsverlust aus der Nummer herauskommen könnten.

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Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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