Die Zukunft von Michael Schumacher

Die Zukunft von Michael Schumacher

— 25.01.2006

Wo kann Schumi sonst noch fahren?

Zu 99 Prozent will Schumi auch nach 2006 bei Arbeitgeber Ferrari bleiben. Echte Alternativen sind ja auch kaum zu finden.

Fr Schumi war 2005 die totale Pleite

Sogar die Radionachrichten brachten die Meldung: Michael Schumacher redet vom Aufhren. Im Interview mit dem Magazin "Der Spiegel" hatte sich der siebenmalige Formel-1-Weltmeister so geuert: "Ganz klar: Das Auto mu konkurrenzfhig sein. Wenn ich nicht einmal eine Chance habe, Rennen zu gewinnen und um den Titel zu kmpfen, glaube ich nicht, da ich groe Lust verspre, meine Karriere fortzusetzen."

Die aufmerksamen Leser von AUTO BILD MOTORSPORT konnte diese Ansage nicht berraschen. Denn sie wuten aus unserem Gesprch mit Schumi-Manager Willi Weber (Heft 23/05), wie der erfolgreichste Motorsportler aller Zeiten denkt. "Wenn er sich dafr entscheidet weiterzumachen, dann braucht er die Zuversicht, Material zu bekommen, das ihm erlaubt, Rennen zu gewinnen", hatte Weber da schon offenbart.

Hintergrund: Schumis Ferrari-Vertrag luft Ende 2006 aus. 2005 war fr ihn nach fnf WM-Titeln in Folge jedenfalls die totale Pleite. Nur einmal gewann er: Das Skandalrennen von Indianapolis mit nur sechs Autos am Start, wo Ferraris berlegene Gegner Renault und McLaren-Mercedes fehlten. Welche Cockpit-Alternativen Michael Schumacher ab 2007 auer Ferrari hat, analysiert Korrespondent Burkhard Nuppeney.

Renault, Red Bull oder Toyota?

Renault Der Weltmeister der Teams ist ein Wackelkandidat. Bleiben die Franzosen nach 2006 berhaupt in der Formel 1? Der im Dezember klargemachte Abgang ihres Champions Fernando Alonso zu McLaren-Mercedes ab 2007 hat die Zweifel am Weitermachen wachsen lassen. Anfang Februar will Renault seine Zukunftsplne ffentlich machen. Sollten sie ihr F1-Projekt fortsetzen, drfen sie eines nicht tun: das Budget krzen. Schumi will ein Winner-Gehalt (derzeit 35 Millionen Dollar pro Jahr) und dazu ein titelfhiges Auto.

Red Bull Auf den ersten Blick ein Witz, auf den zweiten eine reizvolle Variante. Ferrari-Motoren sind schon da, Ex-McLaren-Superhirn Adrian Newey auch und Ex-Mercedes-Motorenguru Mario Illien kommt womglich noch. Und wenn ab 2008 die irren Superbudgets per Reglement auf rund 100 Millionen pro Team und Jahr eingefroren werden, wre das ein exotischer Mix: hier das Energiebndel Schumi, da der Energydrink Red Bull. Denkbar: 2007 macht der Kerpener Pause und danach mit neuem Rekordgehalt weiter im Blau-Silber-Pfeil.

Toyota Bisher haben die Japaner trotz Mega-Aufwand noch keinen Grand Prix gewonnen. Technisch wie personell ist die Lage bei der in Kln-Marsdorf stationierten Truppe nicht zu kalkulieren. Schumi-Bruder Ralf hat dort immerhin einen Vertrag bis 2009. Und das drfte mehr noch als alles andere gegen einen Schumi-Wechsel zu den Wei-Roten sprechen. Denn: Fahren zwei Schumachers in einem Team, ist einer auf jeden Fall groer Verlierer. Ein Stre, den zumindest Big-Schumi nie wollte.

BMW-Sauber, Williams oder Honda?

BMW-Sauber Diese deutsch-deutsche Formel-1-Ehe wird immer eine schne Utopie bleiben. Zwei bis drei Jahre, so kalkuliert BMW, wird es bis zu Siegen und Titeln mit dem von Sauber bernommenen Rennstall dauern. Diese Wartezeit wird sich der inzwischen 37 Jahre alte Ex-Champion auf gar keinen Fall zumuten. Rckschlge, Niederlagen und damit verbundene ffentliche Zweifel an seinem Knnen wren ihm ein Graus.

Williams Technik, Personal, Fhrung auch beim britischen Traditionsteam stehen hinter allen Kernstcken fette Fragezeichen. Nach dem Absprung von Motorenpartner BMW ist Neuformieren erstes Gebot. Die Toyota-Power, die ab 2007 statt der Cosworth-PS kommen soll, ist zuwenig Lockmittel fr Michael Schumacher. Und die glorreiche Vergangenheit des Sir Frank Williams wrde nicht einmal dann ausreichen, wenn der schnellste Deutsche sentimentale Gefhle in puncto Vollgas-Historie zuliee.

Honda Auf dem Papier sind die Japaner keine schlechte Wechseloption. Als mchtiger Gegenspieler von Hauptkonkurrent Toyota wrden sie selbst ihre etablierten Fahrer Button und Barrichello gnadenlos zu Schumi-Hiwis degradieren. Auch fr die Marke MS wre der Schritt ein Gewinn. Parallelen zu Ayrton Sennas legendrer Popularitt in Asien leuchten am Horizont. Aber: Wie berall sonst mte Schumi auch bei Honda sptestens im Frhsommer vertraglich andocken. Und dann ist auch dort die Technik fr 2007 kaum kalkulierbar.

McLaren-Mercedes oder gar die DTM?

McLaren-Mercedes Nicht mehr als ein XXL-Luftschlo deutscher Fans: Michael Schumacher krnt beim groen Ex-Frderer Mercedes und dessen Partner McLaren mit einem weiteren WM-Titel die Superkarriere. Mehr noch als bei Ferrari, Renault oder Honda ist im britisch-deutschen Lager die Technik fragwrdig. Gut, wenn das neue Modell trotz Bauverzugs, trotz Weggangs wichtiger Techniker wie Adrian Newey mit zuverlssigeren Mercedes-Maschinen als 2005 echt Spitze ist, knnte Schumi diese Alternative berdenken, mte aber auch umdenken. Denn: Er bekme nicht seine geliebte Nummer-eins-Position. Schon gar nicht neben Alonso!

DTM Seinen alten, geschtzten Rivalen Mika Hkkinen wrde es freuen, wenn Schumi in die Deutsche Tourenwagen Masters wechseln wrde. Audi und Mercedes, die letzten beiden Marken dort, sowieso. Doch sein Manager Weber winkt da wie fr all die anderen Motorsport-Alternativen wie US-Serien (ChampCar, IndyCar) oder Langstrecke (Le Mans etc.) ab: "Nein, sein Rennfahrerleben ist die Formel 1. Und das wird sich auch nur noch dort abspielen."

Fazit Michael Schumacher kann nur auf Ferrari hoffen. Nirgends pat fr ihn alles so, wie er es gern hat. Das gilt selbst dann, sollte die Scuderia aus Maranello ihm fr 2006 erneut kein weltmeisterliches Auto bauen. Wenn seine groe Liebe zum Rennsport dieses Jahr nicht mal neue Niederlagen zerbrechen lassen, fhrt er auch 2007 Ferrari.

Autor: Burkhard Nuppeney

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung