Dienstfahrt mit Folgen

Dienstfahrt

— 26.08.2003

Chef, ich hatte einen Bums ...

Unangenehm: Unfall mit dem Firmenwagen. Wer was zahlen muss, regelt das Arbeitsrecht.

Haftung, aber mit Milde rechnen

"Das ziehe ich dir vom Lohn ab!" Diese Drohung des Chefs ist schnell ausgesprochen, wenn der Angestellte den Firmenwagen demoliert zurckbringt und zur Beichte antritt. Fr viele ein Schock wie fr den Malergesellen Thomas H. Der fragt in einem Internetforum verzweifelt: "Darf mein Boss das berhaupt? Der Vollkasko will er nichts melden."

Die Frage "Was wre, wenn...?" stellen sich wohl alle Arbeitnehmern, die tglich am Steuer eines der 6,6 Millionen gewerblich zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland sitzen Handwerksgesellen, Lieferanten, Taxifahrer, Brummilenker. Und tatschlich beschftigt der Streit nach dem Firmenwagen-Crash oft die Gerichte. "Grundstzlich bestehen natrlich Schadenersatzansprche", sagt AUTO BILD-Rechtsexperte Rolf-Peter Rocke, "doch im Arbeitsrecht gilt eine Milderung der Haftung des Arbeitnehmers. Es kommt dabei auf den Grad der Fahrlssigkeit an, mit dem er den Schaden verursacht hat."

Diese Regelungen gelten fr Dienstfahrten wie fr die private Nutzung eines Fahrzeugs. Komplett auf die Rechnung des Chefs geht ein Schaden bei leichter Fahrlssigkeit, etwa wenn der Fahrer den Wagen durch unvorsichtiges ffnen der Tr beschdigt.

Bugelder muss kein Chef zahlen

Doch bei mittlerer Fahrlssigkeit, dem typischen Auffahrunfall etwa, kann es dem Arbeitnehmer an die Geldbrse gehen. "Aber ganz abwlzen darf der Chef den Schaden nicht", so Anwalt Rocke, "die Haftung beschrnkt sich in diesem Fall in der Regel auf die Hhe der Vollkasko-Selbstbeteiligung." Pech also fr den Fahrer, wenn sein Chef gar keine Vollkasko hat? Nein dann wird eine fiktive Selbstbeteiligung zugrunde gelegt, die fr das Fahrzeug blich ist. Denn der Abschluss einer Vollkasko ist fr den Arbeitgeber zumutbar (LAG Rheinland-Pfalz, Az. 5 Sa 391/00). Verzichtet er darauf, muss er auch das Risiko berwiegend tragen.

Richtig teuer wird es fr den Fahrer bei einem Crash durch grobe Fahrlssigkeit, etwa beim berfahren einer roten Ampel. Dann muss er im Prinzip fr den Schaden voll haften. Steht aber ein hoher Schaden in "deutlichem Missverhltnis" zum Einkommen des Arbeitnehmers, wird seine Haftung in der Regel doch begrenzt hufig auf drei Nettomonatsgehlter. Im Einzelfall kann es aber auch teurer kommen, sofern das finanziell zumutbar ist.

"Diese Grenze wird gezogen", so Anwalt Rocke, "damit aus einer Dienstfahrt fr den Arbeitnehmer keine Existenzvernichtung resultiert." Nur fr eine Forderung muss der Chef keinen Cent rausrcken: Bugelder oder Geldstrafen wegen eines Unfalls durch Fahrfehler gehen allein aufs Konto des schuldigen Fahrers. Da zhlen vor Gericht auch Argumente wie dieses nicht: "Ich bin zwar zu schnell gefahren aber doch nur zum Wohle der Firma."

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung