Dienstwagen-Besteuerung

Dienstwagen-Besteuerung

— 21.10.2002

Verteuert Rot-Grün die Firmenwagen?

Noch ist unklar, ob die Berliner Koalition die private Dienstwagen-Pauschale anheben wird. Die Hersteller bangen dennoch schon ums Geschäft.

Kommt sie oder kommt sie nicht? Rätselraten herrscht weiter um die geplante Anhebung der Pauschalbesteuerung für die private Nutzung von Dienstwagen von 1,0 auf 1,5 Prozent. Nachdem das "Handelsblatt" am vergangenen Freitag berichtet hatte, die Besteuerung werde aller Voraussicht nach doch nicht angehoben, teilte das Bundesfinanzministerium am selben Tag mit, der Koalitions-Vorschlag könne noch geändert werden. Auf dem SPD-Parteitag am Sonntag bekräftigte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) allerdings, es sei nur gerecht, wenn private Nutzer von Dienstwagen ein bisschen mehr bezahlten, um die Steuerlast der kommenden Jahre gerecht auf alle Schultern zu verteilen.

Gegen die 50-prozentige Verteuerung des Steuersatzes protestieren die Automobilverbände. "Der instabile Neuwagenmarkt wird getragen durch die gewerblichen Käufe, die nahezu 50 Prozent ausmachen", sagte ZDK-Pressesprecher Helmut Blümer. Der für die Betriebe des Kfz-Gewerbes avisierte Aufschwung würde durch die Pläne der Bundesregierung in Frage gestellt. "Mit einer Steuererhöhung um 50 Prozent wird gerade das Fahrzeugsegment erheblich benachteiligt, das sich bislang als besonders konjunkturrobust gezeigt hat. Dies schwächt die seit Jahren rückläufige Automobilkonjunktur im Inland erneut und verstärkt die Tendenz zur Kaufzurückhaltung", gab der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie Dr. Bernd Gottschalk gegenüber dem Branchendienst AUTOHAUS Online zu bedenken.

Ähnlich kritisch sieht die Steueranhebung Professor Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Fachhochschule Gelsenkirchen. "Nach unserer Analyse führt dies zu einem Rückgang der Fahrzeugverkäufe in der Größenordnung von 150.000 Fahrzeugen", stellt der Experte fest. Die Steuererhöhung treffe Hersteller, Handel, Zulieferer und Leasing-Branche gleichermaßen. Betroffen sind nach seinen Angaben vor allem deutsche Hersteller, die fast 90 Prozent aller Firmenfahrzeuge stellen. Vor allem VW/Audi mit einem Marktanteil von mehr als 40 Prozent im Flottengeschäft.

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