Dienstwagen-Steuerreform 2006

Dienstwagen-Steuerreform 2006

— 28.12.2005

Bürokratie kontra Auto-Boom

Mit den neuen Steuervorschriften für Dienstwagen werden die Zulassungszahlen schrumpfen, fürchten die Autohersteller.

Ab 1. Januar 2006 dürfen Dienstwagen, die steuerlich abgesetzt werden sollen, maximal nur noch zu 50 Prozent privat genutzt werden. Als Nachweis für die dienstliche Nutzung muß ein Fahrtenbuch geführt werden. Angestellte, die einen Firmenwagen vom Arbeitgeber gestellt bekommen, bleiben von der neuen Regelung verschont – das Auto wird weiterhin bedingungslos mit einem Prozent des Listenpreises pro Monat versteuert.

Sowohl der Verband der Automobilindustrie (VDA) als auch der ADAC kritisierten den Beschluß als Beitrag zu einer verstärkten Bürokratisierung – wo doch immer die Rede davon sei, daß die Regierung bürokratische Hürden abbauen wolle. "Darüber hinaus verteuert sie Firmenwagen und führt zur weiteren Verunsicherung in einer Zeit, in der nichts dringlicher wäre als eine Verstetigung des Aufschwungs", bemängelt VDA-Präsident Bernd Gottschalk.

"Die vom Bundeskabinett beschlossene Änderung der Dienstwagenbesteuerung diskriminiert vor allem Kleinunternehmer", bemerkte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven. "Das wird negative Auswirkungen und Arbeitsplatzverluste bis in die mittelständische Zuliefererindustrie mit sich bringen." Schützenhilfe leistet zusätzlich das Forschungsinstitut "B&D-Forecast": Eine aktuelle Studie besagt, daß durch die Neuregelung jährlich 50.000 Autos weniger verkauft werden könnten. Die Marktforscher gehen davon aus, daß eine Umstellung der Nutzungsbedingungen bis zu 15 Prozent weniger Zulassungen bei den Dienstwagen bringen wird.

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