Diese Autos müssen Fiat retten

Fiats Hoffnungsträger Fiats Hoffnungsträger

Diese Autos müssen Fiat retten

— 24.02.2003

Sechs gegen die Krise

Mit einer großen Modelloffensive will Fiat wieder nach vorn fahren. Die Hoffnungsträger: Fiat Punto Van, Fiat New Small, Lancia Ypsilon, Alfa GT Coupé, Alfa Spider und GTV.

Das kleine Raumwunder: Fiat Punto Van

Schlechte Nachrichten hat Fiat zuletzt genug geliefert. Der Genfer Salon (6. bis 16. März 2003) bietet den Italienern die lang ersehnte Bühne, um endlich wieder zu glänzen: zum Beispiel mit zwei tollen Kisten, die dort anknüpfen, wo die Marke traditionell stark war – bei den wendigen, vielseitigen Stadtautos. Wen zuerst anschauen? Sicher den Punto Van (interne Bezeichnung "Projekt 350"), weil in diesem Auto-Format demnächst in Europa die Post abgehen wird. Opel macht es dieses Frühjahr mit dem Meriva vor, Fiat folgt Anfang 2004 mit einem kleinen Guglhupf voller praktischer Ideen.

Man sitzt höher als im Punto, das Dach reckt sich 1,70 Meter hoch, Mensch und Gepäck finden Platz wie in einem Kompakten. Trotzdem bleibt der Punto MPV unter vier Meter kurz, damit angenehm wendig und stadtfreundlich. Das Schöne an diesem Aldi-Van ist, dass er viele Verwandlungstricks der großen Vorbilder beherrscht. Die Beifahrerlehne klappt zum Tisch um, die Rückbank fährt vor oder zurück, ihre Lehne legt sich zurück bis in (45 Grad schräge) Ruheposition – je nachdem, ob die Passagiere oder das Ladegut mehr Raum benötigen. Fiat verspricht einen wohnlich gestalteten Innenraum, in dem sechs Airbags für modernste Sicherheit sorgen.

Zur Serienausstattung des Punto Van gehören zudem ABS, ESP und (als Neuheit in dieser Klasse) eine elektronische Anfahrhilfe, die den Start am Berg erleichtert. Starten wird der Punto MPV zunächst mit zwei Benzinern, einem neuen 1,4-Liter-Benziner mit rund 100 PS (wahlweise Fünfganghandschaltung oder automatisiertes Getriebe) sowie dem bekannten 1,2-Liter (80 PS). Im Sommer folgt dann Fiats neuer Diesel-Star, ein 1,3 Liter großer JTD-Vierzylinder, der 70 PS leistet. Die Preise beginnen vermutlich bei rund 14.500 Euro. Was jetzt noch fehlt, ist ein knackiger Name, so richtig zum Liebgewinnen.

Der neue Stadtfloh von Fiat

Einen klangvollen Namen vermissen wir auch bei Fiats neuem Stadtfloh, der im Oktober beim Händler stehen wird. Doch Floh stimmt wohl nicht mehr, denn der Nachfolger des Seicento (interne Fiat-Bezeichnung "Projekt 169") ist richtig erwachsen geworden: 3,54 Meter lang (plus 13 Zentimeter), 1,58 Meter breit (plus neun) und 1,53 Meter hoch (plus sechs) – der kleinste Fiat will jetzt ein Vollwert-Auto sein. Deshalb fahren sechs Airbags an Bord mit, gegen Aufpreis gibt es Leckereien wie Parksensoren, Klimaautomatik oder Skydome – ein großes Glasdach.

Ob die Kunden da mitwachsen? Schätzen werden sie das Citymobil eher für sein erstaunliches Platzangebot und für den mindestens 200 Liter großen Kofferraum. Die Rückbank lässt sich verschieben oder umklappen und schafft so zusätzlichen Platz.

Kaufen kann man zunächst nur den Fünftürer und zwei Benziner, den bekannten 1,1-Liter mit 55 PS und den 1,2-Liter (60 PS) aus dem Punto. Später folgt der erwähnte1,3-Liter-Diesel (70 PS), im Herbst 2004 dann auch der Dreitürer, der in der Basisversion für unter 10.000 Euro an den Start gehen dürfte. Sogar eine Allrad-Variante ist geplant – die schickt dann Fiats Ur-Kiste entgültig in Rente: den immer noch gebauten Panda 4x4.

Schön verpackter Luxus im Lancia Ypsilon

Auch klein, aber deutlich edler kommt der neue Lancia Ypsilon daher. Fiats Nobelmarke hat seinen seit Jahren vor allem bei Frauen beliebten Kleinwagen konsequent auf Luxus getrimmt.

Ab Oktober gibt es den 3,76 Meter langen Knirps zum Beispiel mit automatisiertem Schaltgetriebe "Dualmode", riesigem Glas-Schiebedach ("Skydome" wie im New Small), Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Bose-Sound-System. Die Motoren: drei Benziner mit 60, 80 und 95 PS sowie ein Diesel mit 70 PS (1.3 Multijet 16V).

Stilistisches Vorbild für den neuen Ypsilon ist der legendäre Lancia Ardea. Prägnantes Designelement ist die Frontpartie, die vom großen vertikalen Kühlergrill dominiert wird – eine klare Verwandschaft zu Lancia Theses und Phedra.

GT Coupé – Alfas neuer Design-Streich

Fiat-Krise hin oder her – den Namen Alfa Romeo sprechen Sportwagenfans weltweit immer noch mit Ehrfurcht aus. Mit Recht, wie die Italiener auf dem Genfer Salon zeigen: Dort präsentieren sie erstmals die aufregende Coupé-Version des Alfa 156, die Ende 2003 auf den Markt kommen soll.

Das Alfa GT Coupé ist dynamisch gezeichnet, kompakt geformt: 4,48 Meter lang, 1,76 Meter breit, 1,39 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,60 Meter. Das Design mit dem klassischen Alfa-Gesicht stammt von Altmeister Bertone. Drei Benziner und einen Diesel bietet Alfa Romeo an: • 1.8 T.Spark mit 140 PS (103 kW) • 2.0 JTS mit 166 PS (122 kW) • 1.9 JTD Multijet 16V mit 140 PS (103 kW) • 3.2 V6 24V mit 250 PS (184 kW). Bedeutet: Auch das Triebwerk aus dem Alfa 147 GTA wird zum Einsatz kommen. Und in der GT-Hülle sicherlich für einiges Aufsehen sorgen.

Neben dem Coupé hat Alfa Romeo drei weitere Premieren für Genf vorbereitet: die überarbeiteten Alfa Spider und GTV (siehe Bildergalerie) und die Crossover-Studie Concept X, die allerdings erst in Genf enthüllt wird. So viel vorweg: Der Concept X soll laut Alfa Romeo "sowohl im Straßengewühl einer europäischen Metropole als auch auf den Pisten der Wüste oder in entlegenen Landschaften zuhause sein". Die Abmessungen: 4,35 Meter lang (also kürzer als das GT Coupé), 1,62 Meter hoch (also flacher als der Punto Van) und 1,86 Meter breit. Eine echte Wuchtbrumme.

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