Fiat 500

Diesel-Abgasskandal in den USA

— 12.01.2018

Nun auch Ford im Abgas-Sog

Neuer Abgasskandal in den USA? Eine bekannte Anwaltskanzlei hat Ford wegen mutmaßlicher Manipulation verklagt. Im Fokus der Ermittler steht auch Bosch.

Der Ford F-250 gehört zur legendären F-Serie von Ford, dem meistverkauften Fahrzeug in den USA überhaupt.

(dpa/Reuters/brü/cj) Der US-Autobauer Ford ist in den USA wegen des Vorwurfs der Manipulation an Dieselmotoren verklagt worden. In der am 10. Januar 2018 eingereichten Klageschrift wirft die Anwaltskanzlei Hagens Berman dem Autobauer vor, ähnlich wie Volkswagen Abschaltvorrichtungen eingesetzt zu haben, um bei Abgastests zu bestehen. Betroffen sind demnach Pick-ups der Typen F-250 und F-350. Unter realen Bedingungen stießen die Motoren doppelt so viele gesundheitsschädliche NOx-Gase aus wie erlaubt.
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Ford wies die Anschuldigungen zurück. Alle Fahrzeuge erfüllten die Vorschriften der US-Umweltbehörde EPA, erklärte das Unternehmen. Auch Bosch wird in der Klageschrift als Beschuldigter geführt. Der deutsche Zulieferer teilte mit, die Vorwürfe sehr ernst zu nehmen, äußerte sich aber nicht zu Details. Die Kanzlei Hagens Berman Sobol wirkte in der Vergangenheit bereits im VW-Skandal an milliardenschweren Vergleichen zwischen dem Konzern sowie Händlern und Kunden mit.

Drittes Ermittlungsverfahren gegen Bosch

Bosch rückt im Zuge des Dieselskandals auch stärker in den Fokus der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Ende 2017 sei ein drittes Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Behörde am 11. Januar 2018. Es gehe um Beihilfe zum Betrug und stehe im Zusammenhang mit einer möglichen Manipulation der Abgasnachbehandlung bei Diesel-Fahrzeugen der VW-Tochter Audi. Konkrete Beschuldigte gebe es noch nicht. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet. Ein Bosch-Sprecher sagte, der Konzern kooperiere im vollen Umfang mit den Behörden. Audi wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Fiat Chrysler von US-Regierung verklagt

Der Dodge RAM mit 3,0-Liter-Dieselmaschine steht im Verdacht, unerlaubt hohe Abgaswerte zu produzieren.

Mit Fiat Chrysler (FCA) war im Januar 2017 bereits ein zweiter großer Autobauer nach Volkswagen ins Visier der amerikanischen Behörden geraten. Das US-Umweltamt EPA warf dem italienisch-amerikanischen Branchenriesen vor, in 104.000 Dreiliter-Dieseln illegale Software zur Abgaskontrolle eingebaut zu haben, um die Emissionswerte von Stickoxiden (NOx) zu fälschen. Im Mai verklagte die US-Regierung schließlich das Unternehmen. Es geht um Software zur Abgaskontrolle, die FCA den Regulierern nicht offengelegt und so gegen Umweltgesetze verstoßen haben soll. Betroffen sind etwa SUVs und Pick-up-Trucks der Typen Jeep Grand Cherokee und Dodge Ram 1500 der Modelljahre 2014 bis 2016. Fiat Chrysler geht indes davon aus, sich mit der Abgastechnik im legalen Rahmen zu bewegen. Ob es sich bei den beanstandeten Programmen wie bei Volkswagen um illegale Abschalteinrichtungen ("defeat devices") handelt, muss laut EPA allerdings noch ermittelt werden. Der Behörde zufolge droht eine Strafe von bis zu 44.539 US-Dollar je Auto. Insgesamt wären das rund 4,63 Milliarden Dollar (3,87 Milliarden Euro).

Detroit Auto Show (NAIAS) 2018

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