Vergleich Zafira gegen Corolla Verso

Toyota Corolla Verso 2.2 D-Cat gegen Opel Zafira 1.9 CDTI Toyota Corolla Verso 2.2 D-Cat gegen Opel Zafira 1.9 CDTI

Diesel-Vergleich: Zafira gegen Corolla Verso

— 17.01.2006

Wer ist am Ende stärker?

Unter den kompakten Vans gilt der neue Zafira als König. Jetzt will Toyota mit dem Corolla Verso auf den Thron. Der Japaner versucht es mit purer Diesel-Kraft.

Ausstattungen und Preise

Es ist gar nicht lange her, da hat mir der Corolla Verso richtig leid getan. Im letzten Vergleichstest landete der Japaner (in der Eigenschaftswertung) abgeschlagen auf dem letzten von fünf Plätzen. Aua! Das tat vor allem deshalb empfindlich weh, weil der Verso doch ein recht gutes Auto mit ordentlich Platz und üppiger Sicherheitsausstattung ist. Und weil er damals nur durch seinen zu unkultivierten, schlappen und durstigen Benzinmotor durchfiel. Insgesamt hatte der Corolla so keine Chance gegen die Konkurrenz. Erst recht nicht gegen einen so perfekten Typ, wie ihn Opel mit dem neuen Zafira präsentierte.

Doch jetzt wittert der Japaner Morgenluft. Erneut treffen die Vans von Opel und Toyota aufeinander. Aber diesmal in den Top-Dieselversionen. Der Corolla Verso als 2.2 D-Cat und der Zafira als 1.9 CDTI. Den Opel gibt es mit diesem Motor ab Ausstattungslinie Edition für mindestens 26.340 Euro, ein Corolla mit starkem Diesel kostet (ab Linie Sol) 25.400 Euro aufwärts.

Technische Daten und Testwerte

Eines möchte ich gleich jetzt klarstellen: Ab sofort tut mir der Toyota überhaupt nicht mehr leid. Schließlich verstecken sich hinter dem Kürzel D-Cat stramme 177 PS und respektverschaffende 400 Newtonmeter Drehmoment. Das reicht für 205 km/h Spitze, tolle Sprints und souveräne Überholmanöver.

Also Opel, aufgepaßt! Das wird kein Selbstgänger. Aber die 150 PS, respektive 320 Newtonmeter des Zafira sind auch nicht gerade von schlechten Eltern. Soviel Kraft verhilft dem Opel immerhin zu fast gleicher Höchstgeschwindigkeit. Nur gegen das Spurtvermögen des Corolla hat der Zafira schlechte Karten. In der Elastizität deklassiert Kollege Corolla den Zafira um Welten: Im fünften Gang zum Beispiel beendet der Corolla Überholvorgänge glatt zwei Sekunden eher.

Verso-Motor sauberer, aber durstiger

Dabei schickt Opel mit dem CDTI modernste Dieseltechnik mit Common-Rail-II-System ins Rennen. Inklusive Unterstützung durch eine Mehrfacheinspritzung und durch einen variablen Turbolader. Soviel Aufwand ergibt dann einen Knauser-Verbrauch von 7,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Dazu liefert Opel den Zafira serienmäßig mit einem Rußfilter aus.

Toyota legt – was die Technik betrifft – noch einen drauf. Sein D-Cat arbeitet mit Piezo-Elementen, zwei Ausgleichswellen für sanften Motorlauf sowie einer deutlich aufwendigeren Abgasreinigung. Neben dem obligatorischen Rußfänger sorgt im Corolla D-Cat noch ein Speicherkatalysator für minimierten Stickoxydausstoß. Das bringt zwar keine Vorteile für die steuerliche Schadstoffeinstufung – aber ein reineres Umweltgewissen allemal.

Daß der Toyota jedoch etwas sorgloser mit dem teuren Sprit umgeht als der Opel, schmälert die Freude am sauberen Dieselmotor etwas (7,4 zu 7,1 l). Was die subjektiven Motoreigenschaften betrifft, macht der Corolla das wieder wett. Besonders im unteren Drehzahlbereich wirkt der Vierzylinder des Verso nochmals druckvoller als der ebenfalls kräftige Opel-Motor. In den letzten Gängen ist das am deutlichsten zu spüren.

Zafira zeigt kleine Anfahrträgheit

Auch fällt am hubraumschwächeren CDTI des Zafira eine kleine Anfahrträgheit auf. Er braucht einen kurzen Moment, ehe er sich richtig ins Zeug legt. Und auch nach jedem Schaltvorgang reagiert der Turbo etwas verhaltener als der spontaner nachlegende Lader des Corolla. Bei beiden Vans tadellos: die sauber zu schaltenden Sechsganggetriebe mit drehzahlsenkendem letzten Gang. Auffällig: Der Diesel des Corolla läuft leiser, weicher, harmonischer als das Triebwerk des Opel. Daß der Verso insgesamt dennoch kaum leiser fährt als der Zafira, liegt an den höheren Wind- und Rollgeräuschen. Besonders über die Seitentüren dringt ab Tempo 160 ein stetiges Rauschen in den Innenraum.

Überhaupt stellt Opel den besseren Langstreckenwagen: Mit deutlich größerem Maximal-Ladevolumen paßt mehr Gepäck in den Kofferraum, die vorderen Sitze sind straffer, etwas stützender geformt, die Federung mit adaptiven Stoßdämpfern arbeitet bei beladenem Wagen feinfühliger.

Auch wer es etwas forscher angehen läßt, hat mit dem Opel mehr Freude. Die Lenkung arbeitet sensibler, setzt Richtungsbefehle spontaner um, und in Kurven neigt sich der Zafira weniger stark zur Seite. Aber wer will mit Vans schon rasen – variabel sollen sie sein.

Das Test- und Gesamtergebnis

Bei jeweils sieben Sitzen sind die Voraussetzungen identisch. In beiden Autos läßt sich die hinterste Sitzreihe intelligent und einfach zusammenfalten, so daß ein ebener Kofferraumboden entsteht. Will man Reihe zwei aus dem Weg schaffen, unterscheiden sich die Systeme dagegen deutlich. So läßt sich im Opel die Rückbank – die Sitzfläche wird dabei in eine senkrechte Position gestellt – auch im ganzen nach vorn schieben. Beim Toyota müssen die drei Lehnen der geteilten Bank – mit einigen Handgriffen mehr – einzeln nach unten gelegt werden. Aber das ist nur ein kleiner Nachteil. Reichlich Pluspunkte sammeln dagegen die bessere Ausstattung, umfangreichere Garantien und der günstigere Preis. Das reicht unterm Strich für Platz eins. So leid es mir für Opel tut ...

Hier ist Ihre Meinung gefragt

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für Opel Zafira 1.9 CDTI Edition und Toyota Corolla Verso 2.2 D-Cat Sol. Den Zwischenstand sehen Sie nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Autor: Jan Horn

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