Diesel wird noch teurer

Diesel wird noch teurer

— 06.12.2007

Ost-Abhängigkeit

Die Preise für Diesel und Heizöl drohen weiter anzuziehen. Die ständig steigende Nachfrage sorgt für Engpässe, die nur noch durch Importe aus Russland und der Ukraine kompensiert werden können.

Wie WELT ONLINE aus Branchenkreisen erfuhr, sorgt die steigende Nachfrage nach Pkw mit Dieselmotoren zu Engpässen in den Raffinerien. Diese Lücke könne nur noch durch Importe aus Russland und der Ukraine kompensiert werden: "Deutschland und auch Westeuropa haben derzeit eine Diesel-Lücke, die von Russland gefüllt wird", sagte Heino Elfert, Herausgeber des Energie Informationsdienstes (EID). Während Autofahrer immer weniger Benzin nachfragten und es so Überkapazitäten in den Raffinerien komme, könne Diesel und Heizöl nicht mehr ausreichend in Deutschland und Westeuropa produziert werden. Dabei könnten die Mineralölkonzerne nicht kurzfristig auf das veränderte Nachfrageverhalten reagieren.

Sündhaft teuer: Im November lag der Einkaufspreis für Diesel am Rotterdamer Markt auf bei 51,6 Cent je Liter. Ein Liter Super hingegen kostete 42,3 Cent.

Raffinerien müssten zunächst hohe Investitionen vornehmen, um ihre Produktion von Benzin auf Diesel umzustellen. "Der deutsche Markt wird immer abhängiger von Lieferungen etwa aus der Ukraine und Russland", sagte ein Sprecher des Mineralölkonzerns BP. Die Tankstellenpreise für Diesel und auch die Heizölpreise erreichen derzeit Rekordstände. Mehr als 1,30 Euro je Liter Diesel und mehr als 75 Cent je Liter Heizöl hat es noch nicht gegeben. Auch im Verhältnis zum Rohöl hat sich Diesel ungünstig entwickelt. Im November kletterte der Einkaufspreis für Diesel am Rotterdamer Markt auf den Rekordwert von 51,6 Cent je Liter. Dies waren 13 Cent mehr als vor einem halben Jahr. Der Einkaufspreis von Super lag dagegen im November bei 42,3 Cent je Liter – und damit genauso hoch wie vor einem halben Jahr. Nur die steuerlichen Vorteile für Diesel in Deutschland haben noch dafür gesorgt, dass der Kraftstoff lange Zeit billiger war als Benzin.

Experten warnen nun davor, dass Lieferengpässe aus Russland drastische Folgen in ganz Westeuropa haben könnten. "Wenn uns russische Raffinerien mit diesen Mengen nicht mehr beliefern würden, hätte das für die Preise in Deutschland im Augenblick schlimmere Konsequenzen als ein Lieferstopp aus Russland beim Rohöl", sagte Elfert. Denn während Deutschland auch aus anderen Märkten neben Russland mit Öl-Importen eindecken könne, fehlten beim Diesel die Ausweichmöglichkeiten. Allein Deutschland bezieht in diesem Jahr aus russischen Raffinerien rund 30 Millionen Tonnen Heizöl und Diesel.

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