"DiesOtto"-Motor von Mercedes

"DiesOtto"-Motor von Mercedes

— 24.07.2007

Bestes aus zwei Welten

Mercedes arbeitet an einem neuen Motor, der die Vorzüge von Diesel- und Benzin-Aggregaten vereinen soll. DiesOtto klingt zwar fast wie ein italienisches Reisgericht, könnte aber den Motorenbau revolutionieren.

Mercedes will "zeitnah" eine Kombination von Diesel- und Ottomotoren namens Combined Combustion System (CCS) oder auch "DiesOtto" präsentieren. Vorteil des Systems: Der Schadstoffausstoß soll niedriger ausfallen als bei anderen Antriebskonzepten. Der Verbrauch wird laut Mercedes dem eines Selbstzünders entsprechen, was hinten rauskommt aber dem eines Benziners. Dabei wird je nach Lastbereich der Kraftstoff durch Selbstzündung oder wie bei einem Benziner mit Hilfe einer Zündkerze entflammt. Beim Start und bei Volllast wird das Benzin-Luft-Gemisch wie bei einem konventionellen Ottomotor per Zündkerze zur Explosion gebracht. Die kontrollierte Selbstzündung, auf die der DiesOtto innerhalb eines Arbeitstaktes automatisch umschaltet, erfolgt im Teillastbereich, also bei niedrigen und mittleren Drehzahlen.

Kein spezieller Treibstoff notwendig

Bisher arbeitet nur VW an einer vergleichbaren Technik, die aber für ihre Funktionsfähigkeit einen speziellen und teuren Kraftstoff benötigt. Das Mercedes-System hingegen soll sich mit herkömmlichem Treibstoff begnügen. Das neue Technologiepaket beinhaltet unter anderem Direkteinspritzung, Turboaufladung und eine variable Verdichtung. Kern der Entwicklung ist die Raumzündverbrennung, ein dem Diesel-Direkteinspritzer ähnliches Brennverfahren. "Unser Ziel ist es nun, den Benziner so sparsam wie den Diesel zu machen. Alle notwendigen Voraussetzungen dafür bietet unser DiesOtto-Konzept, bei dem Benziner und Diesel ihre jeweils besten Eigenschaften einbringen", erklärt Professor Herbert Kohler, Leiter Konzernforschung und Vorentwicklung Fahrzeugaufbau und Antrieb bei DaimlerChrysler.

Verbrauch unter sechs Liter möglich

Das Ergebnis ist ein Vierzylinder mit 1,8 Litern Hubraum, der die Stärken des emissionsarmen Ottomotors mit den Verbrauchsvorteilen des Dieselantriebs verbindet. Trotz der Hubraumverkleinerung – dem sogenannten Downsizing – soll das Aggregat 238 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern erzielen. Dem steht in Verbindung mit einer Hybrid-Komponente ein Verbrauch von weniger als sechs Liter Benzin pro 100 Kilometer für eine Oberklassenlimousine gegenüber. Die neuen Motoren werden durchweg mit Downsizing durch Zylinder- und Hubraumreduzierung, Turbo-Aufladung, Benzin-Direkteinspritzung und dem Raumzündverbrennungsverfahren aufwarten, ein variabler Ventiltrieb und – je nach Einsatzzweck – ein Hybridmodul mit integriertem Starter-Generator sollen das Sparpaket komplettieren.

Serienreife noch weit entfernt

Im Rennen um umweltfreundliche Lösungen wollen die Stuttgarter noch vor VW mit den neuen Motoren auf den Markt kommen – die Wolfsburger haben eine Serienreife für 2012 abgekündigt. Um auch mit BMW konkurrieren zu können, sollen bereits auf der IAA 2007 die A- und B-Klasse mit einer Start-Stopp-Automatik gezeigt werden, die BMW seit kurzem in mehreren Baureihen (1er und 3er) anbietet.

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