Digi Tec M3 Intecno

Digi Tec M3 Intecno Digi Tec M3 Intecno

Digi Tec M3 Intecno

— 27.07.2004

Ohne Worte

Der 375 PS starke M3 Intecno von Digi Tec macht irre Spaß. Vor allem auf der Autobahn. Dort findet ihn sogar die Polizei interessant.

Mit Vollgas in die Verkehrskontrolle

Autobahn A9 zwischen Bayreuth und Nürnberg. Kurz nach acht Uhr früh. Gerade habe ich das durchgestrichene Tempolimit-Schild hinter mir gelassen. 4., 5. Gang, Tacho 230, 240, 250, 260 … Oooooaaahhhh geil, da vorn ist ein 5er-BMW zügig unterwegs. Den schnapp ich mir. Kurz nach Trockau folgt ein High-Speed Kurvengeschlängel. Da lasse ich ihn hinter mir! Noch einmal in den 4. Gang runter und Feuer! Hey, der 5er hält mit, scheint ein Achtzylinder zu sein. Tempo 260, 270. Ich hänge knapp eine Autolänge hinter der dunklen Limo. Doch was passiert dann? Sch…!

Beim 5er fährt das Rollo in der Heckscheibe hoch, und eine Laufschrift erscheint: Bitte folgen! Oooohhh mein Gott, das war’s für mich. Keine Rennen mehr, keine Tracktests mehr für AUTOTUNING, kein Job, kein Geld. Die übelsten Gedanken schwirren durch meinen Kopf. Und das, obwohl ich eigentlich gerade dienstlich unterwegs war. Ich meine auf Testfahrt mit dem neuen M3 Intecno von Digi Tec. Wahrscheinlich hat mich dieses Gerät so von Sinnen gebracht, das ich den Videowagen einfach nicht erkannt habe. O.k., jetzt kommt das Übliche.

"Bitte Ihren Führer- und Fahrzeugschein", meint Polizist Norbert K. zu mir. "Führerschein geht klar, mit dem Fahrzeugschein sieht es schlecht aus. Das ist ein Versuchsfahrzeug der Firma Digi Tec. Der Schein dazu liegt in Datteln. Tut mir leid", meine Antwort. "Versuchsfahrzeug, kein Schein, was soll das, Herr Naumann?", trifft mich der Konter von links. Dann kommt sein Kollege Bernd H. auf mich zu und fängt an, sich für den M3 zu interessieren: "Was ist denn daran so besonders?"

Kohlefaser an allen Ecken und Enden

Darauf ich: "Haben Sie fünf Minuten? Dann erklär ich mal kurz, was Sie gerade verfolgte." Intecno von Digi Tec bedeutet: Mehr Leistung, mehr Spaß, weniger Gewicht. Der Tuner verpasst dem Serien-M3 eine Abmagerungskur à la BMW M3 CSL mit großzügigem Einsatz von Carbon.

Den edlen Werkstoff findet man in Motorhaube, Heckklappe, Heckschürze, Motor und Interieur. So reduziert sich das Gewicht an der Vorderachse um 20 Kilogramm. Mit einer Kohlefaser-Airbox in Verbindung mit Alpha-N-Steuerung, geänderten Nockenwellen, Fächerkrümmer und Sportauspuffanlage erhöht der Tuner die Leistung von 343 auf 375 PS. 100 km/h erreicht der Intecno in 4,9, 200 km/h in 16,9 Sekunden, Werte auf CSL-Niveau.

Ungeachtet seines bis 8000/min reichenden Spektrums bringt der 3,2-Liter-Motor schon bei zivilen Drehzahlen reichlich Schub. Ab 6000 Umdrehungen verbreiten die sechs in Reihe angeordneten Zylinder dann Jubelstimmung, die selbst den blasiertesten Sportfahrer nicht kalt lässt. Reizvoller kann man 375 PS schwerlich darbieten.

Maßstab in Sachen Fahrdynamik

Auch an das Fahrwerk hat Digi Tec Hand angelegt. Das zeigen ein Gewindefahrwerk und 19-Zöller von BBS. Die Lenkung übersetzt die Absichten des Fahrers derart flugs und präzise, als wäre Gedankenübertragung im Spiel. Den Bug zieht es selbst bei Geschwindigkeiten weit jenseits des Üblichen eisern zum Kurveninnenrand – so hartnäckig weigerte sich noch kein M3 zu untersteuern.

Auch Anhänger des gepflegten Drifts kommen nicht zu kurz. Die Wirkung der ESP-Fahrwerkselektronik lässt sich per Schalter auf den absoluten Grenzbereich beschränken oder ganz abstellen. In Sachen Fahrdynamik ist dem Intecno zurzeit kaum ein Straßenauto gewachsen, schon gar nicht, wenn dabei auch der Spaßfaktor ins Kalkül eingeht. "Aaaaha, so ist das also. Nicht schlecht. Das wär was für unsern Dienst, gell Norbert?"

Kurz Stille, dann geht’s zur Sache. Oder doch nicht? "Herr Naumann, Sie waren zu schnell, zu dicht und zu stürmisch. Aber wir wollen mal ein Auge zudrücken und nur verwarnen." "Danke." Ein tonnenschwerer Stein plumpst nieder. Schnell rein in den Intecno und ab. Schließlich muss ich ja um 9.00 Uhr in der Redaktion sein. 30 Minuten für 110 Kilometer? Kein Problem. Feuer!

Autor: Guido Naumann

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