Digitales TV im Auto

Digital-TV im Auto Digital-TV im Auto

Digitales TV im Auto

— 07.01.2005

Nur für Reiche?

Digi-Fernsehen im Auto – das funktioniert schon, ist aber noch verdammt teuer. Und der Empfang ist nur in Ballungsräumen wirklich gut.

Talkshows bei 160 km/h

Fernsehen im Auto? Sorry, das ist wirklich Spinnkram. Nur was für abgedrehte Millionäre... Halt, halt, lieber Leser, wer so denkt, der hat die Rechnung ohne moderne Technik gemacht. Das neue terrestrische Digi-TV, auch "Überall-Fernsehen" genannt, soll den Sprung ins Auto schaffen. Noch gibt es zwar nur wenige Ballungsgebiete, in denen es empfangbar ist (siehe Bildergalerie), aber das wird sich bald ändern.

Die Technik ist jetzt schon da. Visteon bietet einen digitalen Fernseher, den DVB-M1, der speziell auf die Bedürfnisse im Auto abgestimmt ist. Der Empfänger wird unsichtbar im Auto eingebaut, zwei Bildschirme stecken in den Kopfstützen der Vordersitze. Das Gerät funktioniert überraschend gut. Noch bei Tempo 140 können wir auf der Rückbank die Nachmittags-Talkshow gestochen scharf verfolgen. Bei 150 sehen wir auf N24 Nachrichten. Erst bei 160 km/h zerlegt sich das Gesicht des Börsen-Korrespondenten in Quadrate und verschwindet dann. Der Grund: Bei diesem Tempo haben selbst die Verstärker-Antennen keine Chance, alle Daten einzufangen.

Ein kostspieliger Spaß

Digi-TV im Auto geht also. Ist aber noch teuer. 499 Euro kostet der Empfänger, 900 Euro kosten die beiden Kopfstützendisplays, zwei Antennen je 70 Euro. Plus Kabel, Adapter und Einbau kommen leicht und locker 2000 Euro zusammen.

Visteon bietet noch eine zweite Lösung an: einen tragbaren DVD-Spieler, der mit einem Digital-Empfänger zum TV aufgerüstet werden kann. Normalerweise wird er wie ein Laptop benutzt. Kopfüber in die Autohalterung geklinkt, dreht das Gerät die Bilder automatisch um 180 Grad. Diese Lösung kostet 1199 Euro. Macht mit Einbau, TV-Empfänger und zwei Antennen ebenfalls rund 2000 Euro.

Warum geht das nicht preiswerter? Schließlich gibt es bei den Mediamärkten dieser Welt doch preiswertere Digitalempfänger. Kann man die im Auto benutzen? Das wollten wir wissen und haben es ausprobiert. Antwort: Im Prinzip schon, aber... es ist umständlich, das Empfangsergebnis unbefriedigend.

Bastellösungen: unbefriedigend

Erstes Beispiel: der Digital- Empfänger Ankaro DR 6000 T (119 Euro bei www.satconnect. de). Dieses Empfangsgerät für das Wohnzimmer mit Anschluß für die Autosteckdose läßt sich mit dem DVD-Spieler Mustek PL 407 (229 Euro über Mustek.de) zu einem Auto-TV kombinieren. Man braucht nur zwei Antennen (je 55 Euro, ebenfalls Ankaro) und Adapter (über Saturn), um die Geräte miteinander zu verbinden. Bis Tempo 30 funktioniert die rund 500 Euro teure Bastellösung, ab 60 bleibt die Flimmerkiste dunkel. Ein weiterer Nachteil: Es werden zwei Steckdosen im Auto benötigt. Eine für den Empfänger, eine für den Bildschirm.

Zweites Beispiel: Weniger basteln muß man mit einem tragbaren Digital-Empfänger, wie dem Mustek DTV-408 Pro. Der kostet inklusive DVD-Spieler, Stabantenne und Stecker für den Zigarettenanzünder rund 500 Euro. Klingt vielversprechend, leider verdrücken sich auch hier die Fernsehbilder ab etwa Tempo 60. Grund: Es fehlt den Preiswert- Lösungen an autotauglichen Verstärker-Antennen. Und die gibt es momentan noch nicht zu kaufen.

Unser Fazit: Wer unbedingt im Auto Digi-TV gucken will, sollte noch warten. Das macht erst Sinn, wenn das digitale Fernsehen flächendeckend verfügbar ist. Und wenn die Kinder quengeln? Wie wäre es denn mal mit aus dem Fenster schauen? Oder Nummernschilder raten? Oder...

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