Montage Biosprit

Diskussion um E10

— 14.02.2008

Verbände bleiben stur

Bundesregierung und Automobilverbände halten an den Plänen fest, den Anteil von Biokraftstoffen zu erhöhen. Neue Listen sollen Klarheit bringen, welche Fahrzeuge den Biosprit nicht verkraften.

Die Bundesregierung und die Automobilindustrie haben sich erneut gemeinsam dazu bekannt, den Anteil an Biokraftstoffen sukzessive weiter auszubauen. Auch wenn auf die Besitzer von Fahrzeugen, die eine Beimischung von Ethanol nicht vertragen, höhere Kosten zukämen, stehe der Umweltschutz im Vordergrund, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. "Damit wird ein entscheidender Beitrag zur weiteren Senkung der CO2-Emissionen im Straßenverkehr geleistet", betonten beide Seiten nach einem Treffen in Berlin. In den kommenden Jahren soll der Anteil von Ethanol in Ottokraftstoffen auf zehn Prozent (E10) steigen. "Bei den Beratungen der Biokraftstoffstrategie sind alle Beteiligten davon ausgegangen, dass der weit überwiegende Anteil der Pkw mit Ottomotor E10-verträglich ist. Bekannt war aber auch, dass es Ausnahmen geben werde", heißt es in der Erklärung des VDA. Der Verband geht von etwa 375.000 Fahrzeugen aus, die künftig teures SuperPlus tanken müssen.

Autoindustrie will bei Problemen kulant reagieren

In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Zweifen an den vorgelegten Zahlen geäußert. Der ADAC sprach von einer Million Autos, die den Biokraftstoff nicht verkraften. Deshalb habe ein Gespräch mit dem VDA, dem Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und dem Bundesministerium für Umwelt (BMU) stattgefunden. Dort wurde vereinbart, dass die Verbände bis Ende März 2008 die Pkw mit Ottomotor benennen, die nicht für E10 geeignet sind und weiterhin mit konventionellem Kraftstoff  betrieben werden müssen. Erst wenn diese Listen vorliegen, werde das Bundesumweltministerium die Verordnung (10. BImSchV) dem Bundeskabinett zur abschließenden Beratung vorlegen. Ein Hoffnungsschimmer für die betroffenen Fahrzeugbesitzer: Sollte es wider Erwarten in Einzelfällen zu Problemen mit der E10-Verträglichkeit kommen, will die Automobilindustrie eine verbraucherfreundliche Regelung sicherstellen.

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