Distanz der Schumi-Brüder

Michael Schumacher

Distanz der Schumi-Brüder

— 12.09.2006

Der Graben wird tiefer

Schlechte Stimmung im Hause Schumacher. Die Brüder haben sich nur noch wenig zu sagen. Kein nettes Wort von Ralf zu Michaels Rücktrittsrede.

Die Rücktritts-Tage von Monza zeigten deutlich, wie wenig sich die Schumi-Brüder noch zu sagen haben. In Michaels (37) emotionalstem Karriere-Moment, als er am Sonntag (10. September) nach 16 Jahren Formel 1 live im Fersehen seinen Abschied verkündete, packte Ralf (31) zusammen. Er verließ mit Gattin Cora (29) strammen Schrittes das Fahrerlager. Vorbei an zwei wartenden Kamerateams. Das Rennen war da keine halbe Stunde vorbei. Das Karriere-Ende seines Bruders – der Eindruck entstand jedem Beobachter – schien Ralf komplett kalt zu lassen.

Gesprächsthema war es auch im Vorfeld nicht. Ralf: "Wir reden über so etwas nicht, dafür ist unsere Beziehung nicht eng genug. Ich werde es vermutlich per SMS von Toyota erfahren." Der Trubel schien ihn sogar zu stören. "Ich verstehe das ganze Bohei nicht", hatte Ralf schon am Freitag (8. September) gegrantelt, "wenn Michael weg ist, gibt's einen schnellen Fahrer weniger."

Schumi antwortete – mit Missachtung. In seiner Abschiedsrede dankte er Papa Rolf, der verstorbenen Mama Elisabeth – von Ralf, mit dem er als Kind tagelang zusammen die Kartbahn pflügte – kein Wort. Die Stichel-Krönung dann im RTL-Interview mit Kai Ebel. Auf die Frage nach potenziellen Nachfolgern antwortete Schumi: "Wir haben viele gute deutsche Rennfahrer. Nick Heidfeld hat gezeigt, was er mit einem guten Auto leisten kann. Und mit Sebastian Vettel haben wir einen neuen Nachwuchsfahrer." Dann fragte Schumi selbst nach: "Habe ich jemand vergessen? Nein, das sind die zwei wichtigsten Namen."

Ralf Schumacher wollte sich nicht zum Rücktritt seines Bruders äußern.

Wieder kein Wort von Ralf, dem viele im Toyota 2007 den großen Wurf zutrauen. Was für eine schallende Ohrfeige! Der Graben zwischen den Schumis wird tiefer und tiefer. Auch ihre Frauen, die in Monza beide an der Strecke waren, wechselten wieder kein einziges Wort. Ralf zu BILD: "Michael und ich sind eben verschiedene Typen. Wir haben unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Leben. Ein Bruder muss doch auch nicht der beste Freund sein." Vielleicht bietet das Karriere-Ende des großes Schumis ja die Chance zur Versöhnung.

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