Razor Crazy Cart trifft Dodge Charger SRT

Dodge Charger SRT/Razor Crazy Cart: Drift-Vergleich

— 24.11.2015

So wird Driften zum Kinderspiel

Razor Crazy Cart heißt das neue Spaßgerät aus den USA. Besonders lustig: Das Ding kann auch quer. Wir haben's probiert.

Wie hat mal ein Kollege so schön gesagt: Fahrspaß ist, wenn die Fliegen an der Seitenscheibe kleben. Oh ja, das passt in diesem Moment. In einem extremen Winkel quer zur Fahrtrichtung rausche ich an den Pylonen vorbei. Im Abstand von wenigen Zentimetern passiert das driftende Heck die äußere Markierung. Jiiiihaaa! Allerdings: Das mit den Fliegen klappt nicht. Ich bin zu langsam. Bevor mein Gefährt auch nur ein einziges Insekt zerklatscht, hat das Tierchen genüsslich die Flügel gestreckt und ist entspannt davongeschwebt. Denn ich bin eher Schnecke als Rakete, sitze in einem Razor Crazy Cart.

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Driften wie ein Großer im ganz kleinen Maßstab

Seltsame Mischung: Das Razor Crazy Cart sieht irgendwie nach Einkaufswagen und Kartgestell aus.

Die schrullige Mischung aus Kartgestell und Einkaufswagen ist in Amerika der große Renner (im Netz kursieren durchgedrehte Filmchen, zum Beispiel bei Youtube unter "Ken Box"). Im nächsten Frühjahr soll es auch für Erwachsene nach Deutschland kommen. Bei uns ist bereits ein Exemplar gelandet. Ich trete voll aufs Gaspedal, der E-Motor surrt hell, die vier Stützrädchen Marke Inlineskater rasseln fröhlich. Trotz forcierten Schritttempos dreht mein Bauchgefühl im roten Bereich. Dieses fahrende Gestänge mit Sitzschale kann nämlich driften wie ein ganz Großer. Nur spielerischer beherrschbar, ohne Rauch am Hinterrad und halt etwas lahmer. Ergo: schön ungefährlich. Den Dodge Charger SRT, den wir für den abgedrehten Querverkehr dabeihaben, muss man dagegen "können". Ein Fehler, und die 492 PS der V8-Maschine kurbeln den 80.000 Euro teuren Boliden qualmend ins Aus. Hinterradantrieb in Verbindung mit 644 Newtonmeter Drehmoment aus einem 6,4-Liter-Hubraumriesen sind nur mit viel Übung in einen quer zur Fahrtrichtung stampfenden US-Koloss zu übersetzen.

Auf abgesperrter Strecke darf der Charger sich austoben

Vorsicht vor diesem Biest: Derartige Fahrspaß-Einlagen haben auf öffentlichen Straßen nichts zu suchen.

An dieser politisch glatten Stelle gleich mal ein wichtiger Hinweis: Ein ausbrechendes Heck hat natürlich im Straßenverkehr nichts zu suchen. Den Dodge lassen wir auf unserer Test- und Messstrecke rauchen, das Crazy Cart ist ohnehin nur etwas für abgesperrte Flächen abseits der StVZO – eine amtliche Zulassung hat der Razor nicht. Also betrachten wir den Mini-Drifter als Spielzeug – und geben uns sinnbefreiter Lenkakrobatik hin. Bei allem kindlichen Spaß: Wie gut das Querfahren geht, haben wir natürlich mit typischem AUTO BILD-Ernst getestet. In vier Übungen – quasi den Drift-Standarddisziplinen – haben wir das Crazy Cart hart rangenommen. Dabei Donuts, Turns oder auch das sogenannte Umsetzen geprüft, dabei immer schön nach Fahrpräzision, Gierwinkel, Ansprechverhalten und allen erdenklichen wissenschaftlichen Parametern geforscht. Kurz: Wir wollten wissen, wie viel Laune das Dingens denn nun macht. Rein akademisch. Ergebnis nach einem Viertelnachmittag (mehr schafft der 36-Volt-Akku des E-Antriebs nicht) auf der Betonfläche unseres Testgeländes: eine Stützrolle angekratzt, rund 0,4 Kilowattstunden Strom verpulvert, mehrere T-Shirts durchgeschwitzt, vier Pylonen gerammt.

Razor Crazy Cart und Autoscooter sind enge Verwandte

Das rockt: Man hat den Dreh schnell raus, und dann macht das komische Gefährt einen Riesenspaß.

Nach kurzer Eingewöhnung mit Fahrpedal (typisch elektrisch-empfindlich), Lenkung (um irritierende 360 Grad drehbar) und Verstellkinematik der Hinterachse (sehr befremdliche Hebelei) läuft das Querfahren wie eine Kindernase im November – von ganz allein, kontinuierlich, sämig im Abgang. Selbst Fotograf Toni Bader, gewöhnlich betulicher Smart-Fahrer und am Lenkrad so etwas wie ein grobmotorischer Godzilla mit Handprothesen, schaffte es, feine Kreise um die Mittelmarkierung zu ziehen. Keine Frage: Hier kommt jeder schnell rein, nach ein paar Minuten wird Driften tatsächlich zum Kinderspiel. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das Lenksystem des Razor. Ähnlich wie bei einem Autoscooter lässt sich die Antriebseinheit um ihre eigene Achse drehen. Bei voller Fahrt ist also das Umschwenken auf eine Richtung quer zur Fahrbahn möglich. Kombiniert mit den frei drehenden Hinterrädern, bricht das Kart wie ein Fernlenk-Modell in alle Richtungen aus. Kinder begreifen das übrigens besonders schnell. Nur das Portemonnaie sollte von Erwachsenen sein. Kommt das Gerät auf den deutschen Markt, werden rund 1200 Euro fällig.
Jan Horn

Jan Horn

Fazit

Das Crazy Cart ist allenfalls ein Spielzeug (ein besonders teures sogar) und im Grunde selten einsetzbar – nur auf abgesperrten Flächen. Aber selten hatten wir mit so wenig Aufwand so viel Spaß. Krönung: Das Ding im Kofferraum eines Charger!

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