Donkervoort – powered by Audi

Donkervoort - powered by Audi Donkervoort - powered by Audi

Donkervoort – powered by Audi

— 24.04.2003

Der fliegende Holländer

Mit Luft und Liebe: Seit 25 Jahren baut Joop Donkervoort Roadster nach dem Vorbild des legendären Lotus Super-7. Nur viel besser. Und inzwischen mit Audi-Unterstützung.

Vier Ringe verleihen Dobkervoort Flügel

Audi verleiht Flügel. So die zentrale Erkenntnis unseres Besuchs im niederländischen Lelystad. Die Hauptstadt der Provinz Flevoland kann sich seit Beginn dieses Jahrtausends ganz ungeniert Hauptstadt der fliegenden Holländer nennen.

Denn seit 2000 entstehen in einem schlichten Industriegebiet jene rassigen Roadster, die schon seit einem Vierteljahrhundert den Namen des stolzen Firmeninhabers tragen: Donkervoort. Und die sich inzwischen den kleinen, aber feinen Namenszusatz "powered by Audi" anheften dürfen.

Angefangen hatte der Auto-Freak Joop Donkervoort aus Notwehr. Als bekennender Lotus-Liebhaber zerbrach er fast an seiner unerfüllten Liebe zum Super-7, der sich als nicht zulassungsfähig erwies. Also nicht meckern, sondern klotzen. Joop baute 1978 seine eigene Interpretation des leichten Luftikus und nannte sie S7. Um dem ständigen Namensstreit aus dem Weg zu gehen, folgten S8, D(onkervoort) 10 und schließlich 1993 der D8.

Hightech-Schmiede statt Bastelbude

Damals lieferte Ford noch die Motoren, aber keine technische Unterstützung. Doch genau die suchte der Kleinstserien-Hersteller. Und fand sie bei Audi. Als Joop Donkervoort vor einigen Jahren beim damaligen Herrn der Ringe anklopfte, begeisterte sich Franz-Josef Paefgen spontan für die holländischen Frischluft-Fanatiker und schickte seinen 1,8-Liter-Turbo als Gastarbeiter in die Niederlande.

Nach Deutschland kehrt der wahlweise 150, 180, 210 oder 250 PS starke Vierzylinder dann in einer rund 600 Kilo leichten Roadster-Hülle zurück – vier Sekunden auf Tempo 100 und ohrenbetäubende 245 km/h Spitze inbegriffen (D8-250). Damit angesichts solcher Fahrleistungen und fehlender Elektronik-Engel (weder ABS noch ESP, keine Airbags) alles glatt geht, holen die Ingolstädter mehrmals im Jahr einen Donki zu sich.

Anschließend erhält Joop dann eine ausführliche Plus-Minus-Liste. Beim gerade frisch überarbeiteten D8 dürfte das Lob klar überwiegen. Mit Bastelbude oder Hinterhof-Werkstatt hat das alles nichts zu tun, eher schon mit Hightech-Schmiede. In der fast steril wirkenden Halle in Lelystad entsteht aus unzähligen Metern Stahlrohr zunächst der Gitterrohrrahmen. Die per Laser haargenau zugeschnittenen Einzelstücke werden dabei elektrisch hartverlötet – eine Technik, die Audi mitbrachte.

Kurven suchen und Spaß finden

Über dieses Gerüst kleben rund 20 Donkervoort-Mannen dann Aluminiumbleche, die zusätzlich vernietet werden. Das schafft stabile Verhältnisse. Schließlich folgen Kotflügel, Motor, Achsen und sonstige Kleinigkeiten – fertig ist der D8. Dessen gerade überarbeitete Version bei einer ersten Ausfahrt mehr als begeisterte. Die Stofftüren nach vorn klappen, ins Auto stellen und dann die Beine in den Pedaltunnel einfädeln.

Wenige Zentimeter vor dem Asphalt fangen uns schmale Sportsitze auf, die perfekt passen – oder eine Diät nahe legen. Egal. Denn was dann folgt, entschädigt für alles. Unter panischem Pfeifen des Laders schnellt der D8 von der Ampel weg, dass Porsche-Fahrer verstört ihren Elfer abwürgen.

Schon bei Tempo 80 fühlst du dich wie Schumi bei 300 – inklusive aller Nebenwirkungen. Also, kurvige Landstraße suchen – und Spaß finden. Direkter und puristischer lässt sich Autofahren kaum erleben, unsere Begeisterung können nicht mal die Schläge des knüppelharten Fahrwerks bremsen. Nur dass jeder Lkw-Auspuff direkt auf den Kopf zielt, weckt dann doch den Wunsch nach Flügeln.

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