Drei clevere Microvans: Test — 01.04.2011
Kleine Vans zum Polo-Preis
Toyota ist mit dem Verso-S zurück bei den kleinen Vans. Als Kürzester unter den kurzen Variabilitäts-Akrobaten muss er aber erst einmal an den beiden Korea-Brüdern Hyundai ix20 und Kia Venga vorbei.
Es gibt ein paar Dinge, die sich lange außerhalb der eigenen Wahrnehmung abspielen. Dazu zählt die Beschäftigung mit dem Phänomen der Saugverwirrung, die Differenzierung zwischen Klebe- und Slipwindeln oder Interesse an kleinen Familienvans. Wenn Sie aber wissen, was wir meinen, liegt wohl auch Ihre letzte Single-Party mindestens neun Monate zurück. Und Sie haben sich lange damit abgefunden, dass für die nächsten Jahre etwas Praktisches in die Garage muss. Soll da kein Kastenwagen stehen, geht es kaum praktischer als mit einem dieser drei Vans – oder eigentlich zwei, denn
Kia und
Hyundai treten mit den fast baugleichen Modellen Venga und ix20 an, dem Maßstab für den Verso-S.
Überblick: Alle News und Tests zum Toyota Verso-S
Video: Der neue Toyota Verso-S
Der Kleine für die Kleinfamilie
Toyota pausierte sechs Jahre von den Kleinvans, was half, die Erinnerung an den Vorgänger
Yaris Verso zu verdrängen. Der sah aus, als sei ein Yaris rückwärts in ein Dixi-Klo gefahren. So praktisch muss es vielleicht doch nicht sein. Die drei Testkandidaten bieten durchaus Vorhersehbares – ein wenig Raumwunderei auf rund vier Metern Länge, erhöhtes Van-Profil und etwas Rückbank-Akrobatik. Wobei der Verso-S als Kürzester nur asymmetrisch geteilt umklappbare und neigungsverstellbare Rücksitze aufweist, die sich nicht längs verschieben lassen. Immerhin klappen sie durch einen Zughebel vom zerklüfteten Kofferraum aus. Ein kleiner Schubser noch, und die Sitzbank taucht ab, die Lehne legt sich flach. So entsteht ein nicht sehr großes, aber ebenes Ladeabteil, falls der leicht versetzbare Kofferraumboden in die obere Position gezogen ist. Trotz der geringeren Außenlänge bringt der Toyota vier Passagiere bequem unter. Ein fünfter reist auf dem harten Mittelplatz ungemütlich, auch weil der Fond innen sechs Zentimeter schmaler ist. Pilot und Co bringt der Verso auf tief montierten und dürr gepolsterten Sitzen unter.
Koreanische Brüder: Hyundai iX20 und Kia Venga unterscheiden sich nur in Details.
Das mindert die ohnehin schlechte Rundumsicht, fühlt sich aber integrierter an. Alle Funktionen im übersichtlichen und soliden Cockpit lassen sich leicht bedienen. Angenehm: Der auf einem kleinen Armaturenerker positionierte Schalthebel des Sechsganggetriebes – griffgünstiger geht es kaum. Flippiger wird es nicht, auch die Koreaner richten sich nüchtern ein – bis auf Silberglitter am Armaturenbrett, der sich wie das Imitat von Alu-Imitat anfühlt. Es bleibt bei minimalen Unterschieden der in beiden Fällen eingängigen Bedienung. Nur bei der Verarbeitung kann sich der ix20 einen Vorteil gegenüber dem Venga verschaffen, liegt da auf dem Niveau des Toyota. Den übertreffen die Zwillinge bei der Variabilität mit ihrem besser geschnittenen Kofferraum und dem variableren Fond. Denn die Rückbank (ebenfalls asymmetrisch geteilt, mit verstellbarer Lehnenneigung) lässt sich zusätzlich längs verschieben. Bei flach gelegtem Rücksitz ebnet der variable Ladeboden den Kofferraum auch hier nur ein, wenn er in der oberen Halteschiene steckt.
Weitere Details zu den drei kleinen Vans gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie in AUTO BILD 13/2011 – ab Freitag, 1. April, im Handel.
Sebastian Renz
Fazit
Vielleicht waren sechs Jahre Pause zu lang. Seit Toyota aus dem Segment der Microvans ausstieg, hat sich da viel getan, die kleinen Familienautos sind cleverer und variabler geworden, wie die Zwillinge von Hyundai und Kia zeigen. Dagegen wirkt der Verso-S zu schmal und zu bieder. Dass der ix20 sich vor den Venga setzen kann, liegt weniger an noch energischeren Bremsen und der sorgfältigeren Verarbeitung, sondern vor allem an der viel gelungeneren Fahrwerkabstimmung.
Kommentare zum Artikel (26)
Erstellt
Inhalt
Funktion
Wenn ich die übermütigen B-ei M-ercedes W-eggeschmissen X schon wieder lese.
Als an der Abzweigzung von der A8 auf die A99 noch keine Geschwindigkeitsbegrenzung war versetzte der Nobelhobel 528i mit Sportfahrwerk an der Bodenwelle auf der linken Spur bei 200 km/h so dass man sich auf der rechten Fahrbahn wieder fand. Der scheiss Toyota T23 nahm die Bodenwellen zur Kenntnis und blieb unbeeindruckt selbst bei 220 in der linken Spur.
So viel zu den frustrierten Toyota Verkäufern.
Die lachen dich nur aus BMW-X oder sollten das BMX heissen?
"Der Yaris Verso sah aus, als sei ein Yaris rückwärts in ein Dixi-Klo gefahren"
So etwas dünnes kann nur von einem "Fachmann" der Auto Bild kommen! Schon mal dran gedacht, das es damals Designtechnisch etwas anders aussah als heute! Ich möchte nur an den ersten Opel Meriva erinnern, dagegen war der Yaris Verso eine Augenwaide!
Auch zu den jetzigen 3 Testfahrzeugen gibt es von mir noch einen Komentar: alle drei haben ein anderes Konzept und am besten soll sich doch der Kunde davon überzeugen und nicht ein gekaufter " Fachmann ".
Hallo,
im Test wurde das Fahrwerk des Hyundai gelobt. Ich habe neulich den Hyundai ix20 als Mietwagen gefahren. Auf der Autobahn versetzte der Wagen bei Tempo 170 in einer leichten Rechtskurve, als ich über eine Querfuge fuhr, derart (ca. 1m), dass ich mich schon innerlich von der Straße abfliegen sah. Der Wagen hat sich zwar stabilisiert, aber der Schreck saß tief. Hier sollte Hyundai unbedingt nochmal das Fahrwerk überarbeiten. Evtl. prüft die Redaktion das auch mal nach?
Grüße
Markus
Endlich mal ein Test ohne Fahrzeuge aus dem VW-Konzern. Die gewinnen ja eh immer.
Mal wieder einige frustrierte Toyota-Verkäufern hier..Irgendwann bekommt man eben die Quittung dafür, dass der Konzern nur noch mediokre Produkte auf den Markt bringt. Und ich weiß wovon ich rede-ich fahre in der 3. Generation Avensis. Ein gutes Auto, aber bei weitem nicht tonangebend.