Drei günstige Cabrios

Drei günstige Cabrios Drei günstige Cabrios

Drei günstige Cabrios

— 20.03.2006

Auf geht's!

Frühling, wir kommen: Mazda MX-5, Mini Cooper Cabrio und Opel Tigra TwinTop lupfen für rund 20.000 Euro den Hut. Drei grundverschiedene Cabrios im Vergleich.

In 20 Sekunden der Sonne ganz nah

In 20 Sekunden ist Frühling. Versprochen. Vorausgesetzt, Sie sitzen in einem dieser drei Cabrios. Ein Knopfdruck genügt beim Mini, zwei zusätzliche Handgriffe beim Opel Tigra, ein Schulterwurf beim Mazda MX-5. Und endlich können wir wieder durchatmen: ohne Dach über dem Kopf, der Sonne ganz nah.

Der Frühling hat viele Gesichter. Die von unseren drei Cabrios sind so verschieden, daß man richtig grübeln muß, welches am besten zum eigenen Charakter paßt. Schließlich kauft man kein Cabrio, um von A nach B zu kommen. Schon eher, um von A nach B gesehen zu werden. Zum Beispiel im neuen Mazda MX-5, der dritten Generation des Roadsters. Das ist die Gattung, die Italien (Alfa) und England (Triumph) gemeinsam beerdigt haben. Ein bezahlbarer Zweisitzer mit klassischem Roadsterlayout: Motor vorn, Antrieb hinten.

Der frische MX-5 sieht aus wie eine Modellpflege des Alten, dabei sind fast alle Teile neu: die breiten Kotflügel wie beim Wankel-Sportler RX-8, ein größeres Cockpit und endlich viele praktische Ablagen. Das klassische Stoffverdeck ist geblieben, die simple Bedienung auch. Mit einem Handgriff löst sich der Dachhimmel am Scheibenrahmen und faltet sich wie ein Akkordeon zusammen. Und das lautlos und schneller als jedes Elektro-Dach. In handgestoppten fünf Sekunden. Womit sich der Mazda von Mini und Opel abgrenzt. Bei beiden Fronttrieblern verschwindet das Dach elektrisch.

Kosten und Ausstattungen

Beim Tigra TwinTop müssen erst zwei Griffe an den A-Säulen gelöst werden, dann startet der Klappmechanismus auf Knopfdruck. Nach 18 Sekunden purzelt das feste Stahldach mit einer Rolle rückwärts in den Kofferraum. Was für eine Show an der Ampel, immer noch verblüffend. Trotz all der Mercedes SLK, Peugeot 206+ CC oder Renault Mégane CC.

Warum Gedanken an ein Hardtop im Winter verschwenden? Fährt im Opel immer mit. Es muß ja Gründe geben, weshalb Blechdachcabrios gerade so angesagt sind. Klar, weil sie nicht nur Spaß machen, sondern auch mühelos den Alltag bewältigen. Opel bietet einen riesengroßen Kofferraum (440 Liter bei geschlossenem Verdeck), fast das Vierfache des Mini (120 Liter) und nahezu dreimal soviel wie der MX-5 (150 Liter). Allerdings schrumpft er auf 250 Liter zusammen, wenn der Tigra in sein luftiges Sommerkleidchen schlüpft.

Mächtig Sturm in der Bude

Beim Mini Cooper ist dieses schwarz, grün oder blau und aus Stoff. Das Tollste: Es läßt sich zweifach lupfen. Zunächst als Schiebedach oder als Komplett-Strip. Beides elektrisch. Auf Knopfdruck fährt das Dach bis zur Hälfte zurück, legt sich wie eine Denkerstirn in Falten. Allerdings ist die Schiebedachfunktion weniger klug, als sie scheint. Um das Fahren mit Luke zu kultivieren, fehlt ein Windabweiser. So stürmt es mächtig in der Bude.

Dann doch lieber gleich die totale Offenbarung. Auf Knopfdruck schiebt der Pseudo-Viersitzer sein Dach komplett zurück und legt es wie ein Kissen hinter den beiden Notsitzen ab. Jetzt kann der Fahrer den Sturm mit dem Gaspedal selbst regulieren. Wie der Cooper um die Ecken zirkelt, sich mutig in die Kurve wirft – ach, eine Wonne, die nur der müde wirkende 115-PS-Motor trübt. Abseits der Flaniermeilen bewegt er sich unbeholfen. Auf Kopfsteinpflaster zittert und klappert der Mini aufgeregt, das Fahrwerk beginnt leicht zu hoppeln. Da fühlt sich der Opel Tigra deutlich komfortabler an, der Mazda steifer.

Überhaupt punktet der Mazda mit Qualität. Im Roadster verbauten die Japaner keine überflüssige Elektronik. Nur das Nötigste fährt mit. Dazu gehören endlich auch der Schleuderschutz ESP, der die Straßenlage sichert, und zwei Seitenairbags. Schaltung und Lenkung funktionieren traumhaft wie bei einem richtigen Sportwagen: direktes Abbiegen wie im Kart, beim Schalten klackt das Fünfganggetriebe leidenschaftlich. Und der 126-PS-Motor beschleunigt in flotten 9,3 Sekunden auf Tempo 100.

Werksangaben und Testwerte

Auch beim Sitzkomfort bleibt der MX-5 seiner Linie treu. Er ist eben ein Sportler und nichts für Weicheier. Wir sitzen tief mit gutem Kontakt zur Straße, spüren aber auch jeden Schlagloch-Plumpser. Immerhin fühlen sich jetzt auch Menschen bis 1,85 Meter gut aufgehoben, wogegen Kleine sich über eine Sitz-Höhenverstellung freuen würden.

Deutlich bequemer geht es im Opel zu. Dort lassen sich Fahrer- und Beifahrersitz in der Höhe variieren. Das Fahrwerk geht über Bodenrillen sanft hinweg. Dafür schaltet sich das Fünfganggetriebe etwas hakelig, und die Lenkung informiert den Fahrer nur grob über den aktuellen Lenkeinschlag. Alles wirkt etwas behäbiger und deutlicher abgeschirmt als im MX-5, dazu paßt der ruhige 125-PS-Benziner.

Die AUTO BILD-Wertung

Nervig ist beim Tigra das übereifrige Warnsignal. Eigentlich piept der Opel permanent: Wenn das Dach öffnet, wenn irgend etwas nicht stimmt. Zum Piepen ist auch die Bedienung des Kofferraumdeckels. Der öffnet zwar ganz bequem elektrisch, schließt aus Sicherheitsgründen aber nur, wenn der Finger dauerhaft auf dem silbernen Schalter bleibt. Im Regen ist das dann gar nicht mehr zum Piepen. Aber was reden wir da. Wir freuen uns auf den Frühling. Und der beginnt in weniger als 20 Sekunden.

Hier ist Ihre Meinung gefragt

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für Mazda MX-5 Emotion 1.8 MZR, Mini Cooper Cabrio und Opel Tigra TwinTop 1.8 Enjoy. Den Zwischenstand sehen Sie nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Autoren: Margret Hucko, Joachim Staat

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