Drink and Drive: Aktion in Irland

— 29.01.2013

Alkohol soll Leben retten

Die irische Grafschaft Kerry hatte eine echte Schnapsidee: Sie wollte ihren Bürgern Alkohol am Steuer erlauben, um sie vor Depressionen zu schützen. Der Jutizminister war wenig begeistert.



Der irische Justizminister Alan Shatter hat nach Informationen der "Irish Times" einen Antrag der Grafschaft Kerry abgelehnt, wonach es den Bürgern erlaubt werden sollte, sich betrunken hinters Steuer zu setzen. Auf diese Weise wollte der Rat des County Kerry seine Bürger aktiv vor Vereinsamung, Depressionen und Suizid schützen. Laut Antrag – so berichtet der britische "Guardian" – sollten die Einwohnern des spärlich besiedelten Landstrichs im Südwesten Irlands künftig auch mit "zwei oder drei Drinks" intus von der Stammkneipe nach Hause fahren dürfen. Immerhin sei ja auf den Straßen nicht viel los und einen tödlichen Unfall im Zusammenhang mit Alkohol habe es noch nie gegeben, konstatierte Stadtrat und Kneipenbesitzer Danny Healy-Rae. Noel Brett von der Road Safety Authority kritisierte den Vorschlag und stellte klar, dass es die meisten Verkehrstoten in ländlichen Regionen gäbe. Healy-Rae zeichnet in seiner Begründung ein überaus düsteres Bild von der Stimmung in der Grafschaft. Sollte den Bürgern das betrunkene Fahren auch weiterhin verwehrt bleiben, bestünde ihr einziger Ausweg oft nur darin, sich eine Flasche Whisky mit nach Hause nehmen, in Depression zu verfallen und im schlimmsten Fall sogar Suizidgedanken in die Tat umzusetzen.

Lesen Sie auch: 0,0 Promille-Grenze eine Schnapsidee?

Video: Alkohol am Steuer

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Doch nicht alle Mitglieder der Bezirksverwaltung malen ein so schwarzes Bild vom Gemütszustand der Bürger von Kerry. Der Abstimmung zum Antrag soll ein überaus turbulenter Schlagabtausch vorangegangen sein. So stellte die Abgeordnete Gillian Wharton-Slattery von der Labourpartei klar, dass es in der Gegend mehr zu unternehmen gäbe, als sich in einen Pub zu setzen. Nicht in die Kneipe zu können, würde niemanden in den Suizid treiben. Mit der Bewegung wolle sie nicht in Verbindung gebracht werden. Bezirksvorsteher Terry O'Brien sagte im Fernsehen: "Das ist unfassbar gefährlich. Das macht keinen Sinn." Er verwehre sich vehement gegen eine solche Entscheidung. Schließlich hatten sich die Mitglieder der Bezirksverwaltung aber mit fünf zu drei Stimmen für den Antrag ausgesprochen. Sieben Ratsmitglieder hatten sich der Stimme enthalten, zwölf waren nicht anwesend.

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