Drogendelikte im Straßenverkehr

GDV-Studie: Drogendelikte im Straßenverkehr GDV-Studie: Drogendelikte im Straßenverkehr

Drogendelikte im Straßenverkehr

— 07.07.2006

Erschreckende Zahlen

Drogen hinterm Steuer – in Deutschland leider keine Seltenheit. Mit einer Kampagne des GDV wird das Problem jetzt bekämpft.

Die Zahl der Drogendelikte im Straßenverkehr (ohne Alkohol) stieg nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes im Jahr 2005 auf 27.900. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als vervierfacht. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. Die Folge allein im vergangenen Jahr: 800 Schwerverletzte und Tote durch drogenbedingte Verkehrsunfälle. Die Kampagne "don't drug + drive" des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) will das wachsende Problem der Drogen im Straßenverkehr bekämpfen.

Jugendliche und junge Erwachsene sollen informiert und motiviert werden, nicht unter Drogeneinfluß Auto oder Motorrad zu fahren. "Ziel der Kampagne ist es, sowohl über die Folgen von Drogenkonsum im Straßenverkehr zu informieren als auch über die schwerwiegenden Konsequenzen, die demjenigen drohen, der mit Drogen am Steuer ertappt wird", erläutert Siegfried Brockmann, Leiter der GDV-Unfallforschung.

Für dieses Vorhaben konnten jetzt der Deutsche Rallyemeister Matthias Kahle und der Rallye-Nachwuchsfahrer Tim Stebani gewonnen werden. "Ich unterstütze die Kampagne, denn Drogen gehören weder zum Sport noch in den Straßenverkehr", so das eindeutige Statement von Skoda-Fahrer Kahle. Tim Stebani setzt sogar sein Rennauto, einen Skoda Fabia RS TDI, für die Kampagne ein. "Ich finde die Botschaft 'don't drug + drive' super und möchte sie über meinen Sport an meine Altersgenossen weitergeben", erklärt Stebani. Der 20jährige beteiligt sich auch an Informationsveranstaltungen, die der GDV in Zusammenarbeit mit der Polizei durchführt.

Mangelndes Unrechtsbewußtsein und fehlende Aufklärung über die Folgen von Drogeneinfluß bei der Teilnahme am Straßenverkehr kennzeichnen das Problem. Eine anonyme Befragung des GDV in der Partyszene zeigt: Fast 93 Prozent der Befragten dieser Zielgruppe geben zu, regelmäßig unter Drogeneinfluß Auto zu fahren. Die meisten kennen weder die Auswirkungen von Drogen auf das Fahrverhalten noch die strafrechtlichen und finanziellen Konsequenzen einer Fahrt unter Drogeneinfluß. Unterstützt wird der GDV von Polizei und Behörden. Bereits in sieben Bundesländern gibt es eine Public-Private-Partnership zwischen Versicherungswirtschaft und Polizei.

Neben Aufklärungsarbeit unter anderem an Schulen, Berufskollegs und Fahrschulen werden auch verstärkt Polizeikontrollen durchgeführt. Drogenschnelltests ermöglichen den Nachweis von Cannabis, Kokain, Amphetaminen oder Designerdrogen wie Ecstasy und Speed. Selbst geringste Mengen sind in Schweiß oder Speichel sofort nachweisbar – teilweise noch bis zu sechs Wochen nach dem Drogenkonsum. Weitere Informationen zur Kampagne unter www.dont-drug-and-drive.de.

Die rechtlichen Folgen einer Drogenfahrt:

Wenn keine Anzeichen von Fahruntüchtigkeit vorliegen: • 4 Punkte im VZR (Verkehrszentralregister in Flensburg) • Geldbuße bis zu 1500 Euro • Fahrverbot bis drei Monate

Wenn Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen: • 7 Punkte im VZR • Hohe Geldstrafe bzw. Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren • Aberkennung der Fahrerlaubnis • Führerscheinsperre bis zu fünf Jahren

Wenn es zu einem Unfall gekommen ist: • 7 Punkte im VZR • Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren • Aberkennung der Fahrerlaubnis • bis zu lebenslänglicher Führerscheinsperre • Schadenersatz-Forderungen

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