DTC/ADAC Procar 2013

DTC/ADAC Procar 2013: Tracktest Engstler BMW 320si

— 12.06.2013

Action und Adrenalin

Das war Action pur: AUTO BILD SPORTSCARS-Testfahrer Guido Naumann ist in einem Engstler BMW bei der DTC/ADAC Procar Meisterschaft am Sachsenring mitgefahren. Der Rennbericht.

Nein, bequem ist das nicht. Es ist laut, es ist hei. Und tierisch geil.

Freitag, 7. Juni. Das erste freie Training der Deutsche Tourenwagen Challenge (DTC) des DMSB ADAC Procar Meisterschaft steht an. Ich steige in den Engstler BMW 320si, das ehemalige Meisterschaftsauto, mit dem ich das Rennen fahren darf. Kurze Sitzprobe, schnelle Erklrung all der Schalter im Cockpit, los geht's! Der 280 PS starke Vierzylinder erwacht zum Leben. "Immer schon am Leben halten den Motor, der braucht viel Drehzahl", ruft mir Mechaniker Peter noch zu. Dann klackt lautstark der erste Gang des sequenziellen Getriebes in Stufe 1. Die Kupplung braucht man nur zum Anfahren, dann geht es mit viel Drehzahl ohne das linke Pedal durch die Gnge. Vier, fnf Kurven, dann habe ich ein erstes Gefhl fr das ehemalige Werksauto. Tierisch: Es ist laut, es ist hei, und der Motor schreit ein Konzert. Die Schaltdioden leuchten: grn, gelb, rot Zeit zum Schalten! Drehzahlen um 9000 Touren sind optimal.

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Video: Onboard Engstler BMW 320si

DTC/ADAC Procar 2013

Nach zehn Runden Training sind das Auto und ich gute Freunde. Platz 3 von 16 Teilnehmern mit einem Rckstand von zwei Sekunden, das geht erst mal in Ordnung. Anschlieend folgt die Datenannalyse. Teamkollege Leidinger: "Du bremst 50 Meter zu frh und nicht hart genug. Bei den Curbes musst du brutaler drber fahren, das Fahrwerk macht das mit."

Training 2 beginnt, die Boxenampel zeigt Grn. Die Ratschlge nehme ich ernst, bremse spter und hrter, traue mich den BMW brutaler ber die bunten Kurbes zu prgeln. Siehe da, eine Sekunde schneller als im Training! Trotzdem bin ich nur auf Platz vier, weil die anderen BMW auch noch ein paar Zehntel gefunden haben. Ich bin dennoch zufrieden und habe ein gutes Gefhl frs Qualifying am Samstagnachmittag.

Wechselhaftes Wetter erschwerte die Bedingungen am Sachsenring.

Samstag, 8. Juni. Kurz vor der Quali ziehen dicke, schwarze Regenwolken auf. Mist: Vielleicht wird es nass. Was sind die richtigen Reifen? Eine Entscheidung muss her. Dann geht alles ganz schnell. Mechaniker Dirk ruft: "Fahr schnell in die Box und dann gleich raus. Du musst mit den neuen Slicks schnell pushen, denn du hast wahrscheinlich nur zwei Zeitrunden bis es regnet." Gesagt, getan. Die Dunlop-Reifen haben Temperatur, und ich auch. Die erste Runde passt, ist schnell, doch dann steht mir ein Teilnehmer im Weg und vermasselt die Runde. In der zweiten Runde das gleiche Spiel: Kurz vor der Ziellinie steht Leidingers Engstler BMW im Kies und die gelben Flaggen werden geschwenkt. Runter vom Gas, Ende der Runde. Dann beginnt der Regen, das Quali ist zu Ende. Und ich bin nur auf Platz vier.

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Sonntag, 9. Juni. Jetzt wird's ernst: Rennen 1 steht an. Und es geht schon gut los: Auf dem Weg vom Fahrerlager zur Rennstrecke hat das Ausrcklager der Kupplung den Geist aufgegeben. Ich muss nun ohne Kupplung mit dem Anlasser starten und dann ohne Kuppeln schalten. Das geht zehn Runden gut, dann zerreit es die Kardanwelle. Feierabend. Ab in die Box. Zwei Stunden haben die Mechaniker Dirk und Uwe Zeit, das Getriebe auszubauen und Kardanwelle und Kupplung zu erneuern. Ob sie das schaffen?

Wahnsinn, wie die schrauben knnen! Nach anderthalb Stunden war der Engstler BMW wieder fit.

Und wie. Nach einer Stunde und 30 Minuten luft der BMW wieder. Wahnsinn, was die Engstler-Schrauber draufhaben! Diese Leistung ist Ansporn fr mich, vom letzten Startplatz in Rennen 2 eine Aufholjagd zu starten.

Sonntag, 9. Juni, Rennen 2. Der Start war gut, in der ersten Runde kann ich vier Autos der kleineren Division 2 berholen, und die letzten BMWs sind noch in Sichtweite. In der nchsten Runde lasse ich noch einmal eine ganze Horde hinter mir Platz 8. Dann: ein Unfall, Safety Car Phase. Beim anschlieenden Re-Start peitsche ich in einer Runde mit tollen berholmanvern auf Platz 3 nach vorne. Vor mir, auf Platz 2, liegt der Schweizer Huggler. Ich komme immer nher, nehme ihm auf jeder Runde zwei Sekunden ab. Er hat Probleme, ich sehe, wie in manchen Kurven seine Reifen anfangen zu schmieren. Noch eine Runde, dann habe ich ihn!

DTC/ADAC Procar: Mehr Bilder und Regeln

Jep! Guido Nauman (rechts) landete in der Division 1 auf dem dritten Platz. Rang 1 sicherte sich Jens Weimann, Zweiter wurde Markus Huggler.

Vielmehr: Noch eine weitere Runde und ich htte ihn gehabt. Denn wieder passiert ein Unfall, wieder folgt eine Safety Car Phase. Danach bleibt zu wenig Zeit, und das Rennen wird abgebrochen. Ich bin trotzdem zufrieden: Von Platz 16 auf 3 nach vorne, viele tolle berholmanver, faires Miteinander so stellt man sich Tourenwagensport vor!

Wer auch einmal diese tolle DTC/ADAC Procar-Luft schnuppern will, der kann sich entweder direkt einen Peugeot 207, Ford Fiesta, Citron C2 oder Saxo oder einen BMW bei den Teams mieten und mit einer Rennlizenz mitfahren. Die Kosten sind berschaubar und die Procar-Familie um Chef Rainer Bastuck hilft einem mit Rat und Tat. Das nchste Rennen findet Anfang August auf dem Nrburgring statt. Mehr Infos dazu im Internet auf www.adac-procar.de.

Autor: Guido Naumann

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Sachsenring

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