DTM 2008, Audi A4, Mattias Ekström, 78. Genfer salon

DTM 2008

— 05.03.2008

Der neue Audi A4 DTM

Wie verbessert man ein Meisterauto? Vor dieser delikaten Aufgabe standen die Ingenieure und Techniker von Audi Sport, als es darum ging, die DTM-Rennversion des neuen Audi A4 zu entwickeln. Optisch ist dies definitiv gelungen.

Der neue A4 DTM, der auf dem 78. Genfer Salon erstmals öffentlich gezeigt wurde, wirkt noch dynamischer als das 2007er Modell, mit dem Mattias Ekström den DTM-Titel gewann. Der DTM-A4 der vierten Generation, der bei Audi Sport intern den Projektnamen "R14" trägt, ist aber auch technisch ein Fortschritt. Mit Hilfe modernster CFD-Berechnungen (Computational Fluid Dynamics) wurde besonders intensiv an der Optimierung der Fahrzeug-Umströmung gearbeitet. "Wir haben dabei das abgeschlossen, was wir im Vorjahr bereits beim R13 begonnen hatten", erklärt Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. "Wir sind überzeugt, im Rahmen des Reglements eine sehr konsequente Optimierung der Aerodynamik erreicht zu haben." Während der rund einjährigen Entwicklungszeit, die im März 2007 begann, entstand in Ingolstadt und Neckarsulm ein weitgehend neues DTM-Fahrzeug, das sich in vielen Details von seinem Vorgängermodell unterscheidet. "Große technische Innovationen auf dem Level wie quattro, FSI oder TDI kann es aufgrund des restriktiven Reglements nicht geben", sagt Dr. Martin Mühlmeier, Leiter Audi Sport Technik. "Es geht in der DTM vielmehr um die konsequente Interpretation und Umsetzung der vorgeschriebenen Technik."

Den Ingolstädtern ist es gelungen, den Schwerpunkt des Fahrzeugs abzusenken und das Leergewicht weiter zu reduzieren. Das gibt den Renningenieuren mehr Flexibilität bei der rennstreckenspezifischen Abstimmung und Gewichtsverteilung. Auch beim vier Liter großen und rund 460 PS starken V8-Motor des Audi A4 DTM fanden die Techniker noch Entwicklungspotenzial. Die innere Reibung wurde weiter verringert, was der Leistungsentfaltung und dem Drehmomentverlauf zugute kam. Unverändert ist das Grundprinzip des Fahrzeugs, das vom Reglement vorgegeben ist: Der A4 DTM ist ein reinrassiger Rennwagen mit der Silhouette des neuen Audi A4. Das Chassis ist in Hybridbauweise konzipiert. Es besteht aus rund 31 Meter Stahlrohr, wie es auch im Flugzeugbau verwendet wird. Der Pilot sitzt in einer Kohlefaserzelle, die dem Monocoque eines Formel 1-Fahrzeugs ähnelt. Diese Kombination garantiert höchste Verwindungssteifigkeit und Sicherheit. Die Karosserie besteht aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff und ist – trotz aller aerodynamischer Finessen – auf den ersten Blick als die eines Audi A4 zu identifizieren. Dafür sorgen auch der markentypische Single Frame-Kühlergrill und die aus weißen Leuchtdioden bestehenden Tagfahrlichter, die dem Gesicht des A4 DTM die gleiche unverwechselbaren Optik verleihen wie bereits dem Serienmodell.

Auf den Neuen warten jetzt mehrere tausend Testkilometer

Mattias Ekström findet: "Wenn der neue A4 DTM so schnell ist, wie er aussieht, bin ich zufrieden."

Die wichtigsten Komponenten des neuen DTM-Fahrzeugs wurden bereits unmittelbar nach Ende der DTM-Saison 2007 getestet. Der erste Prototyp des R14 absolvierte sein Roll-out kurz vor Weihnachten in Le Castellet (Frankreich). Bis zu seinem Renndebüt am 13. April auf dem Hockenheimring wird der neue Audi A4 DTM mehrere tausend Testkilometer absolviert haben – Dauerläufe inklusive. "Der neue A4 hat in kurzer Zeit schon sehr viele internationale Auszeichnungen erhalten", so Dr. Wolfgang Ullrich. "Mit der DTM-Version wollen wir dem gerecht werden. Wir sind überzeugt, dass der neue Audi A4 eine hervorragende Basis für ein erfolgreiches DTM-Auto ist." Titelverteidiger Mattias Ekström, der seinen neuen Dienstwagen in Genf gemeinsam mit seinem Chef enthüllte, hält sich mit Prognosen noch vornehm zurück: "Wenn der neue A4 DTM so schnell ist, wie er aussieht, bin ich zufrieden", sagt der Schwede diplomatisch. Erstmals auf seine zukünftigen Gegner trifft der neue Audi A4 DTM bei den offiziellen DTM-Testfahrten vom 10. bis 12. März in Mugello (Italien).

Autor: Sven-Jörg Buslau

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