Grenzenloser Jubel: Timo Scheider nach seinem zweiten Titelgewinn

DTM 2009

— 30.10.2009

Scheider: Vom Druck eines Titelverteidigers

Timo Scheider erklärt, warum er so emotional auf seinen zweiten Titelgewinn reagiert hat und warum er Audi und seinem Team so dankbar ist

Bei seinem ersten Titelgewinn 2008 ist Timo Scheider schon richtiggehend ausgeflippt, doch als er seinen Triumph am vergangenen Sonntag wiederholen konnte, brachen bei ihm alle Dämme. In der Auslaufrunde konnte er die Tränen nicht zurückhalten, danach drehte er Donuts, sprang aus dem Auto, kletterte vor der Südtribüne in bester Helio-Castroneves-Manier jubelnd den Zaun hoch und hüpfte schließlich im Parc Fermé auf seinem Autodach herum.

Wie es da emotional in ihm aussah, konnte er nicht so wirklich beschreiben. Es war für ihn auch schwer zu begreifen, was passiert war. Scheider verglich seinen Zustand nach der Zieldurchfahrt mit seinen Gefühlen bei seinem Fallschirmsprung, den er am Dienstag vor dem Finale gemacht hatte: "Da war in den ersten zehn Sekunden alles auf dem Kopf gestanden. Ich wusste nicht, was grad mir mit passiert", schilderte er. Und so ähnlich sei es ihm nach seinem zweiten Titelgewinn auch gegangen.

Die Emotionen seien "direkt hochgekommen", so der Audi-Pilot über die Sekunden nach der Zieldurchfahrt, in denen er seinem feiernden Team mit tränenerstickter Stimme via Boxenfunk dankte: "Da ist mir klar geworden, was wir in dieser Saison geschafft haben - und was wir wieder geschafft haben. Das ist etwas Besonderes, vor allem nach dem vergangenen Jahr. Wieder zurück an der Spitze zu sein, so viele Punkte zu sammeln und es dann in Hockenheim vor vollem Haus zu schaffen, das ist unglaublich."

Nachdem er 2008 seinen ersten Titel geholt hatte, war er mit der Nummer 1 auf dem Auto in die Saison gestartet, und mit "einer Menge Druck", wie Scheider jetzt einräumte: "Es sind Emotionen und Erwartungen. Jeder hat vom Titelträger 2008 erwartet, immer wieder gute Leistung zu bringen. Und das hat funktioniert - das ist etwas ganz Enormes." Der alte und neue Champion richtete aber auch eine Gratulation an Mercedes, "speziell an Gary Paffett, er war das ganze Jahr über ein harter Gegner."

Scheider kam zwar mit einem Vorsprung von sieben Punkten zum Finale nach Hockenheim, doch richtig sicher konnte er sich wirklich erst nach der Zieldurchfahrt sein. Und auch, wenn ihn Paffett im Endsprut noch abgefangen hätte, hätte Scheider eine positive Saisonbilanz gezogen: "Ich habe am Samstag zu meinen Jungs gesagt: 'Wenn wir Zweiter werden, ist das kein Beinbruch, denn wir haben Unglaubliches geschafft, wir sind als Titelverteidiger angetreten und haben die Option, überhaupt wieder bis zum Schluss um den Titel mitzufahren'", verriet er.

Die Titelverteidigung dann tatsächlich geschafft zu haben, sei "natürlich eine ganz, ganz tolle Sache." Nach der Zieldurchfahrt wollte er deshalb irgendetwas Besonderes sagen, um dem Team zu danken: "E war die ganze Zeit bei mir und hat mich unterstützt - gerade am Anfang des Jahres, wo es nicht hundertprozentig gelaufen ist. Mein Team ist die ganze Zeit hinter mir gestanden und sie haben mich gepusht. Diesen Sieg möchte ich auf jeden Fall meinen Jungs widmen, die mir immer gegeben haben, was ich gebraucht habe."

Doch diese Unterstützung war nicht nur in der vergangenen Saison da, sondern seit 2006, als Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich Scheider zu Audi holte. Auch das wollte Scheider gleich via Boxenfunk loswerden: "Ich wollte einfach sagen, dass diese Jungs mir ein Team und einen Background gegeben haben. Als ich zu Audi gekommen bin, hatte ich Probleme, auf das Podium zu fahren. Und sie haben mir alles gegeben, was ich gebraucht habe. Alles, um ein Topfahrer in der DTM zu werden."

Er wisse nun, wie schwierig es war, nach oben zu kommen, so Scheider weiter: "Aber Audi hat mir die Chance dazu gegeben. Deshalb geht ein großer Dank an Dr. Ullrich. Nach meiner Auszeit 2005 war ich mitten im Nirgendwo. Er dachte, dass es vielleicht etwas wäre, Timo an Bord zu holen. " Das war laut Scheider der Startschuss zum Erfolg.

"Er hat mir die Chance und den Vertrag gegeben und danach konnte ich meine wahre Performance zeigen. Aber nur, weil sie mir gegeben habe, was ich brauche, um erfolgreich zu sein", begründete Scheider seine Dankbarkeit. "Er hat mich mit seiner Mannschaft zu dem geformt, was ich heute bin. Danke an Audi für die Unterstützung, den Glauben an meine Person und all das, was wir zusammen geschafft haben. Das macht mich sehr stolz und ich freue mich auf viele weitere Jahre."

Und es sollen erfolgreiche weitere Jahre werden. Das Ziel für die Saison 2010 ist klar: Titel Nummer drei soll her. Aber es wird genügend Konkurrenten geben, die versuchen werden, das zu verhindern.

Fotoquelle: xpb.cc

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