Timo Scheider brennt nach dem langen Winter schon auf die neue Saison

DTM 2009

— 07.03.2009

Scheider: Schneeschaufeln als Fitnesstraining

Exklusivinterview, Teil 1: Timo Scheider über den Winter im Bregenzerwald, den vollen Terminkalender und die Ungeduld vor dem Saisonstart

Nach seinem Titelgewinn absolvierte Audi-Pilot Timo Scheider einen wahren Terminmarathon. Inzwischen ist sein Alltag wieder etwas ruhiger geworden, auch wenn er weiter einiges zu tun hat. Gleichzeitig steht die Vorbereitung auf die Mission Titelverteidigung an. Im ersten Teil des Exklusiv-Interviews mit 'Motorsport-Total.com' sprach Scheider über den Winter in seiner Wahlheimat Bregenzerwald, Spaß-Termine wie Echo-Verleihung und Wok-WM, aber auch über die wachsende Ungeduld eines leidenschaftlichen Rennfahrers und über die ersten Erkenntnisse in Sachen 09er-Audi A4 DTM.

Frage: "Timo, du wohnst im Bregenzerwald. Versinkt ihr schön im Schnee?"
Timo Scheider: "Ja, das ist tatsächlich so. Die Einheimischen sagen, dass es hier seit zehn Jahren nicht mehr so viel Schnee gegeben hat. Für mich als Flachlandtiroler war es natürlich eine neue Erfahrung, mal jeden Tag Schneeschippen zu müssen, um wieder aus der Einfahrt zu kommen. Denn der Schneeräumer fährt immer vorbei und schiebt einem die Haufen vor die Tür. Irgendwann habe ich dann gestreikt und habe den städtischen Schneeräumer in den Hof hereingeholt und habe gesagt 'so, jetzt mach du mal meinen Hof frei, damit ich wieder fahren kann'. Und dann haben Loris und ich meinen Audi RS6 vom Schnee befreit, der drei Wochen lang tief eingeschneit und unter dem Schnee nicht mehr zu erkennen war (lacht; Anm. d. Red). Aber ich brauche mein Auto ja auch wieder, um damit zu fahren."

Frage: "Aber Schneeschaufeln soll ja ein sehr gutes Fitnesstraining sein, dabei werden Kondition und Muskeln trainiert..."
Scheider: "Ja, deshalb hat mich Jasmin immer wieder motiviert und mir gesagt, dass ich dabei wenigstens trainiere (lacht; Anm. d. Red). Zum Schwitzen kam ich durch das viele Schaufeln auf jeden Fall genug."

Frage: "Ansonsten ist anzunehmen, dass du derzeit auch eher Wintersport als Vorbereitung betreibst?"
Scheider: "Ja, Wintersport im Allgemeinen. Aufgrund des Wetters ist Fahrradfahren und Laufen derzeit eher unangenehm, aber ich mache das zu Hause und gehe da auf's Laufband. Das Snowboarden wird bei mir derzeit ganz groß geschrieben, da ich einen neuen Partner aus dem Bereich Snowboard habe. Deshalb habe ich das neue Brett bei der einen oder anderen Gelegenheit 'ausgeführt'."

Sonder-Sbowboard für den Champion

Frage: "Wer ist dein neuer Partner?"
Scheider: "Die Firma heißt 'Virus', sie kommt aus Frankfurt und baut Boards für den Profisport. Der Kontakt kam über Nintendo zustande. Zur Meisterschaft haben sie mir zwei Boards geschenkt, eines davon hat im Board selbst eine Gravur 'DTM-Champion 2008', mit der Nummer 1 und aus Vollkarbon. Das ist schon etwas ganz Besonderes."

Frage: "Damit fällt man am Skilift natürlich auf..."
Scheider: "Das auf jeden Fall, aber darum ging es mir nicht. Es fasziniert mich, weil der Werkstoff etwas ganz Besonderes ist. Das sind Profis, die Werksboards herstellen und zwar per Hand und nicht per Maschinenfertigung. Von daher war es für mich als Laie mal sehr interessant zu sehen, was man mit so einem Board machen kann."

Vom Echo zum Wok

Frage: "Nach dem Titelgewinn hattest du einen vollen Terminkalender. Ist es inzwischen etwas ruhiger geworden?"
Scheider: "Es gab ein paar Tage, die ein bisschen ruhiger waren. Aber ich habe immer noch jede Woche zwei oder drei Termine, die im Zusammenhang mit dem Titelgewinn stehen. Das sind Einladungen zu verschiedenen Events. Auf dem Schiff, auf dem wir auch die Meisterfeier hatten, waren Jasmin und ich auf dem 'Ball der Könige', einem Opernball mit José Carreras. Wir haben dort für die Tombola DTM-Tickets gestiftet. Die Echo-Verleihung war auch etwas ganz Neues für mich. Ich durfte mal mit den ganzen Jungs aus der Musikszene feiern. Da hatte ich eine Menge Spaß, denn das ist schon eine ganz besondere Klientel. Wobei sie wahrscheinlich genau dasselbe über uns denken würden, wenn sie mal in den Motorsport kommen."

"Dann haben wir eine Husky-Schlittentour mit dem Verein 'Stunde des Herzens' gemacht, bei dem sich Jasmin und ich engagieren. Die Tour war ein Dankeschön für uns und wir durften uns anstelle der Kinder auf den Schlitten setzen. Dazu steht die Wok-WM an. Und jetzt geht es zum ersten Mal in diesem Jahr zum Testen. Da ist meine Vorfreude schon groß, denn so langsam möchte ich auch mal wieder am Lenkrad drehen."

Frage: "Bis zum Saisonstart am 17. Mai ist noch recht lange hin. Wie schwer ist es, geduldig zu bleiben?"
Scheider: "(Lacht; Anm. d. Red.) Ich möchte jetzt natürlich endlich wieder fahren. Denn die Freude am Fahren ist der Grund, warum ich das alles mache. Das neue Auto wird jetzt langsam fertig und die Vorfreude darauf ist schon ziemlich groß. Ich bin wirklich gespannt darauf, wie es aussieht, ob man optisch irgendwelche Veränderungen direkt erkennen kann oder ob alles mehr oder weniger unter dem Kleid versteckt ist. Ich freue mich riesig darauf zu sehen, was da herausgekommen ist."

Frage: "Was hast du über das neue Auto denn schon gehört?"
Scheider: "Es gab bereits den einen oder anderen Aerotest und ich habe bis dato nur von positiven Ergebnissen gehört. Deshalb ist meine Vorfreude noch größer. Denn das letztjährige Auto war ein sehr, sehr gutes Auto und ich tue mich sehr schwer, da in irgendwelchen Punkten noch Steigerungspotenzial zu finden. Doch die Profis aus Technik und Aerodynamik können das natürlich viel besser als ich. Für mich ist nur wichtig, dass das Auto auf der Uhr noch schneller ist."

Im zweiten Teil des Exklusivinterviews, das ab morgen bei 'Motorsport-Total.com' zu lesen ist, spricht Scheider über Kontinuität bei Auto-Entwicklung und Fahrerkader, den auf zehn Rennen reduzierten Kalender, das neue Rennen in Dijon, die Finanzkrise und die Chancen von Ralf Schumacher in einem aktuellen Mercedes.

Fotoquelle: Audi

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