"Sobald ich meinen Helm aufgezogen habe, bin ich S. Stoddart, ganz einfach."

DTM 2009

— 09.04.2009

Stoddart wünscht sich mehr Gleichberechtigung

Susie Stoddart möchte das Geschlechter-Thema gerne hinter sich lassen und sieht ihren Landsmann Paul di Resta früher oder später in der Formel 1

Schon seit ihren Tagen im Kartsport, als sie hauptsächlich gegen Jungs fuhr - und gewann - wird Susie Stoddart mit der hohen Erwartung konfrontriert, womöglich eines Tages die erste Frau sein zu können, die in der testosteron-geschwängerten Welt der Formel 1 ihren männlichen Konkurrenten auf Augenhöhe begegnet.

Obwohl die 26-jährige Schottin in ihrer Karriere schon so manchen Rückschlag verkraften musste, träumt die DTM-Pilotin nach wie vor davon, eines Tages in die Liga von Lewis Hamilton und Co. vordringen zu können.

"Ich verlange keine Vorzugsbehandlung", sagte Stoddart gegenüber dem 'Herald'."Ich will wie jeder andere Fahrer behandelt werden. Sobald ich meinen Helm aufgezogen habe, bin ich S. Stoddart, ganz einfach."

Dennoch betont die Jahreswagen-Fahrerin: "Allerdings hatte ich bisher nie die Chance, in der DTM einen Neuwagen zu fahren. So bin ich meistens gezwungen um die Plätze neun bis zwölf zu kämpfen, was für jeden Rennfahrer sehr frustrierend ist. Schließlich wollen wir alle Rennen gewinnen."

"Im vergangenen Jahr konnte ich immerhin Ralf Schumacher mehrmals besiegen", fuhr die Mercedes-Fahrerin fort. Zudem erhielt sie laut eigener Aussage auch immer wieder wichtige Hilfe vom zweimaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen und dem Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Aber Stoddart weiß eben auch, dass sie in der Leistungsgesellschaft DTM nichts geschenkt bekommt: "Wir müssen uns unsere Beförderung durch gute Leistungen verdienen."

In Amerika geht es fortschrittlicher zu als in Europa

Dennoch sieht Stoddart in der hiesigen Motorsportwelt noch keine absolute Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau verwirklicht: "Man hört hier und da nach wie vor Sprüche, die eine längst überholte Geisteshaltung offenbaren. In den letzten Jahren hat sich zwar einiges gebessert, aber es sind immernoch einige Hürden zu nehmen, bevor wir sagen können, es gäbe im Sport keinen Sexismus mehr."

Im US-amerikanischen Motorsport sei man da schon viel weiter als in Europa, meint Stoddart: "In Amerika lieben sie einfach den Underdog, da ist das Geschlechter-Thema nicht entscheidend. Jemand wie IRL-Fahrerin Danica Patrick, die sich schon auf höchstem Niveau bewiesen hat, wurde sogar von offizieller Seite gezielt gefördert. Ich wünschte mir, in Europa würde man ebenso fortschrittlich denken."

Momentan macht sich Stoddart aber auch über andere Probleme Gedanken, mit denen auch der Motorsport weltweit zu kämpfen hat: "Im Moment geht es in unserem Sport sehr hart zu, wie man an die vielen Firmen sehen kann, die gerade ihre Budgets zusammenkürzen." Angesichts dessen sei sie froh, ebenso wie ihr Landsmann Paul di Resta so eng mit Mercedes verbandelt zu sein: "Dort hat man uns in den letzten Jahren großartig unterstützt."

Di Resta kann in Coulthards Fußstapfen treten

Angesprochen auf di Resta gerät Stoddart regelrecht ins Schwärmen: "Ich habe keinen Zweifel, dass Paul alles mitbringt, was man braucht, um in der Formel 1 erfolgreich zu sein. In der vergangenen Saison war er kurz davor die DTM zu gewinnen und obwohl er sich in Sachen Formel 1 wohl noch etwas gedulden muss, ist er ein unglaublich konzentrierter junger Kerl, der für den Motorsport lebt und schon einige hohe Wellen geschlagen hat."

Offensichtlich schwingt da bei der Schottin auch etwas Lokalpatriotismus mit: "Jetzt, wo sich David Coulthard aus der Formel 1 zurückgezogen hat, brauchen wir einen anderen Schotten in der Königsklasse. Paul hat bereits gezeigt, dass er diesen Schritt gehen könnte und ich bin mir sicher, ich könnte es auch. Es liegt also an uns dort hinzukommen."

Fotoquelle: xpb.cc

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