Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hütet sich vor Vorhersagen für 2009

DTM 2009

— 13.05.2009

Haug: Guter Schritt nach vorn, Fehlstart vermeiden

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor dem Saisonstart: Alles getan für guten Start, kein Druck auf Ralf Schumacher, mehr Chancen für die Jahreswagen

In zwei Tagen ist es soweit: Nach einer langen Winterpause trifft sich die DTM zum Saisonauftakt in Hockenheim, am Freitagabend gehen die Boliden beim Rollout erstmals wieder auf die Piste. Und beim Saisonstart kommen auch endlich die Karten auf den Tisch. Zwar sind die Konkurrenten von Mercedes und Audi bereits zweimal bei den Tests in Dijon und Hockenheim aufeinandergetroffen, doch eine genaue Standortbestimmung war dabei noch nicht möglich.

Derzeit können also alle nur nach ihrem Gefühl gehen. Und Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat ein gutes Gefühl. "Ich glaube, wir haben noch einmal einen ganz guten Schritt gemacht", sagte Haug über seine Eindrücke von der aktuellen C-Klasse. "Es wird keine Riesenschritte, keine ganz großen Sprünge geben. Aber man entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter und ich denke, das haben wir getan."

Konkurrent Audi hat angekündigt, dass man in diesem Jahr den Hattrick mit drei Titeln in Folge holen will. Das will Mercedes natürlich verhindern. Das Wichtigste dabei: Ein Fehlstart wie im vergangenen Jahr muss vermieden werden. In den ersten Rennen, vor allem schon beim Auftakt in Hockenheim, wurden die Punkte verloren, die am Ende zum Titelgewinn gefehlt haben. Haug weiß das und verwies noch einmal auf den Kupplungsschaden von Paul di Resta im ersten Rennen, der dem Schotten wohl ein halbes Jahr später den Titel gekostet hat.

"Wir haben alles getan, was technisch möglich ist, um ohne Probleme in die neue Saison zu starten", erklärte Haug. Er betonte aber: "Wenn man am Limit arbeitet, kann man nie etwas ausschließen. Man muss sich nur die Formel 1 ansehen: Ferrari ist eine Weltklassemannschaft und noch amtierender Konstrukteursweltmeister. Aber auch da gerät mal etwas aus dem Tritt." Vorhersagen für die kommende Saison möchte Haug aber noch nicht wagen: "Nicht, weil ich mich nicht traue, sondern weil ich davon nichts halt."

In jüngster Zeit wurde auch viel über den Massedämpfer gesprochen, den Mercedes für diese Saison getestet hat, dessen Regelkonformität aber noch nicht ganz geklärt ist. Haug sieht dieses Thema jedoch überbewertet: "Das ganze ist für mich kein Performanceteil, sondern ein kleines Hilfsmittel - vielleicht für die Optik - und mehr auch nicht. Wenn es genehmigt wird, dann wird es genehmigt und wenn nicht, dann fahren wir anders."

Schumacher in den 2009er, Green in den 2008er

Im Fahrerkader vom Mercedes gab es für die Saison 2009 ein paar Änderungen: Gary Paffett und Ralf Schumacher sind aufgestiegen in die Neuwagen, dafür musste Jamie Green in den Jahreswagen umsteigen - obwohl er mit zwei Siegen in der vergangenen Saison der zweitbeste Mercedes-Neuwagenfahrer war. "Jamie hat weiter seine Chance und ich glaube, dass wir von ihm auch im Jahreswagen einiges zu sehen bekommen", sagte Haug. Und er begründete die Umstellung: "Wir wollten ganz klipp und klar dem deutschen Fahrer Ralf Schumacher, der aus der Formel 1 kam und der der zweiterfolgreichste Deutsche in der Formel 1 ist, die Aufstiegschance geben."

Dass Schumacher in seinem zweiten DTM-Jahr nun zu den Titelaspiranten gehört, glaubt aber auch Haug nicht. "Ich glaube, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, auch im zweiten Jahr nicht", sagte der Schwabe über seinen prominentesten Fahrer. "Aber er soll eine Ausrüstung haben, die ihm erlaubt, in die Punkteränge und aufs Podium zu fahren." Konkrete Vorhersagen über Schumachers kommende Ergebnisse zu treffen, mache aber keinen Sinn, betonte Haug.

Schumacher ist ein Zugpferd für die DTM und auch für Mercedes. Natürlich könnte die Serie auch ohne große Namen leben, erklärte der Mercedes-Motorsportchef. Er gab aber auch zu bedenken: "Tatsache ist doch, dass es nicht eine andere Serie auf der Welt gibt, die von sich behaupten kann, ehemalige Weltmeister und Grand-Prix-Sieger zu haben. Heinz Harald Frentzen, Jean Alesi, Ralf Schumacher und Mika Häkkinen. Alle von ihnen waren siegfähig, Mika hat Messlatten gelegt, Frentzen hat sich mit einer Pole verabschiedet und Alesi war der Publikumsliebling schlechthin. Er hat schon bei einem dritten Platz den Helm ins Publikum geworfen und sich gefreut wie ein Kind. Und er hat sein drittes Rennen gewonnen. Sie alle haben der Sache ihren Stempel aufgedrückt."

Mehr Chancen für die Jahreswagen

Zurück in die Gegenwart und dort zu den Jahreswagen. Im vergangenen Jahr hatten sie kaum eine Chance, gegen die überlegenen Neuwagen anzukommen. In diesem Jahr ist der Unterschied bei den Basisgewichten um zehn Kilogramm größer - Haug hofft, dass das zu einer "noch größeren Dichte" im Feld führt: "Ich bin nach wie vor ein Verfechter dafür, dass man mehr Autos hat, die innerhalb einer halben oder einer ganzen Sekunde fahren können."

Das sei in diesem Jahr das Ziel, so Haug. Und hat man sich die Option offengehalten, zu reagieren, wenn die Neuwagen doch in ihrer eigenen Liga fahren? "Man hätte im vergangenen Jahr schon deutlich früher Nachjustieren müssen, was leider nicht durchsetzbar war", erklärte der Schwabe. "Aber das soll in diesem Jahr anders sein. Sollte dieser Gewichtsabstand nicht ausreichen, dann wird er noch größer gemacht - und zwei in diesem Jahr mit Garantie schneller als im vergangenen Jahr."

Fotoquelle: xpb.cc

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