Norbert Haug weiß: In der DTM arbeitet man effizient und kostendeckend

DTM 2009

— 14.05.2009

Haug: "Die DTM hat schon lange ein Budgetlimit"

Während in der Formel 1 gestritten wird, wird in der DTM in Krisenzeiten die Effizienz gesteigert - Mercedes: Weniger Autos, mehr Sponsoreneinnahmen

In der Formel 1 ist inzwischen ein offener Machtkampf um das geplante Budgetlimit ausgebrochen. Nachdem Ferrari und nun auch Renault offiziell ihren Ausstieg angedroht haben, droht die Zerreißprobe. Kosten sollen gespart werden, aber in der Frage wie, wird kräftig gezankt. In der DTM kann man das nur staunend beobachten - selbst, wenn man wie Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug beide Welten kennt.

"Wenn man so will, dann hat die DTM schon lange ein Budgetlimit. Denn sie hat sich von vornherein eingebremst", sagte Haug vor dem Saisonstart 2009 am Wochenende in Hockenheim. Er wisse auch nicht, "was diese Aversion soll", so Haug: "Die DTM ist dahingehend wirklich beispielgebend, wir haben drei Motoren für zwei Autos, das Einheitsgetriebe, die Einheitsbremsen - und das waren übrigens alles Ideen der Hersteller. Und man kann das alles zu einem sehr vernünftigen Geld betreiben." Die Kosten dafür, einen Jahreswagen an den Start zu bringen, liegen laut Haug im Bereich zwischen Formel 3 und GP2. Dabei arbeite man in den DTM kostendeckend, "und das ist eine Riesenleistung."

Doch auch wenn die DTM schon seit dem Jahr 2000 darauf bedacht ist, jegliche Art von Kostenexplosion schon im Keim zu ersticken, geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos an ihr vorüber. Es muss weiter gespart werden. So wurde der Zeitplan an den Rennwochenenden so gestrafft, dass es erst am Freitagabend richtig los geht. "Wenn man bisher viermal übernachtet hat, muss man jetzt nur noch dreimal übernachten. Damit hat man bei den Kosten schon einmal 25 Prozent gespart", rechnete Haug vor. Dazu kommen weitere Einsparungen beim Catering, wenn das Team erst am Freitagmittag anreist.

Das "Produkt DTM" werde durch diese Straffung nicht beeinträchtig, so Haug. Er ist vielmehr der Ansicht, dass der Zuschauer davon sogar profitiert. Die Zuschauer, die am Freitag an die Rennstrecke kommen, "haben jetzt sogar noch die bessere Gelegenheit, ein Autogramm zu erwischen, als wenn ein Fahrer im Auto sitzt." Denn nun halten sich die Piloten am Freitagnachmittag im Fahrerlager und nicht auf der Rennstrecke auf. Zudem werde am Samstag länger gefahren, auch das sei eine verbesserte Leistung für die Fans, die am Samstag da sind."

Stihl als weiterer Sponsor

Mercedes selbst hat sich aus Kostengründen dafür entschieden, in dieser Saison nur noch insgesamt acht Autos ins Rennen zu schicken, statt wie im Vorjahr neun. Das Interessante dabei: "Wir haben mit diesen acht Autos in Summe größere Sponsoreneinnahmen als im vergangenen Jahr", berichtete Haug.

So konnte aktuell noch der Motorsägen- und Gartengeräte-Hersteller Stihl als Sponsor gewonnen werden. "Ich rechne uns und Stihl hoch an, dass wir in so schwierigen Zeiten gemeinsam etwas machen können", so Haug. Er rechnete vor: Die Sponsoreneinnahmen mit den acht Autos sind im Vergleich zu denen, die man 2008 mit neun Autos hatte, enorm gestiegen, dabei fallen jedoch in diesem Jahr die Kosten für den Einsatz eines Autos weg: "Das stellt eine enorme Effizienzsteigerung dar. In unserem Fall beträgt sie mindestens 30 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr. Und es ist gigantisch, wenn man von einem Jahr aufs nächste einen solchen Schritt machen kann."

Die gestiegenen Sponsoreneinnahmen sprechen laut Haug auch dafür, dass die DTM eine interessante Werbeplattform ist und bleibt. Das gilt für die Partner, aber auch für Mercedes als Hersteller selbst. "Die DTM hat hervorragende Werte, was ihre Wirksamkeit nach außen betrifft. Sie hat einen riesigen Sympathiewert", erklärte der Mercedes-Motorsportchef. Er verwies auf die Rekordbesucherzahlen beim Saisonfinale 2008 in Hockenheim. Aus Marketingsicht interessant sind auch die Quoten der Live-Übertragungen im Fernsehen sowie die Zahlen im Print- und Onlinebereich.

Zudem ist die Rennstrecke für Mercedes das optimale Terrain zur Kundenbindung: In Hockenheim und am Nürburgring wird es rund um die Mercedes-Tribüne eine Erlebniswelt geben, "einfach zur Begegnung mit der Marke", so Haug. Dort können Zuschauer auch kurze Probefahrten in Mercedes-Modellen machen: "Es ist für uns enorm wichtig, dass wir dort übers Wochenende bis zu 8.000 Leute in den Autos haben. Das wird von unserem Marketing und unseren Vertriebsbereich genutzt und das wollen wir weiter steigern."

Fotoquelle: xpb.cc

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