Timo Scheider steht dem neuen Qualifying weiterhin skeptisch gegenüber

DTM 2009

— 15.05.2009

Q4: Scheiders offene Fragen

Champion Timo Scheider bezeichnet das neue Quali-Format als "trickreich" sieht schon taktische Varianten - Auch vom Zeitplan nicht überzeugt

Das erste Rennwochenende der DTM steht vor der Tür und Champion Timo Scheider ist immer noch skeptisch, was das neue Qualifyingformat angeht. Wie berichtet, treten die besten vier Piloten aus dem dritten Segment noch einmal in Q4 an, um die ersten vier Startplätze auszufahren. Sie müssen sich gleich nach Q3 in umgekehrter Reihenfolge am Ende der Boxengasse aufstellen und gehen dann im Abstand von 15 Sekunden auf die Strecke. Dabei darf jeder nur "zweimal über die Linie" fahren, sprich eine Einführungs- und eine schnelle Runde, danach geht es zurück an die Box. Zwischen Q3 und Q4 darf weder getankt noch die Reifen gewechselt werden.

"Das ist recht trickreich", sagte Scheider. "Denn du musst eigentlich in Q3 genügend Benzin mitnehmen, um eventuell in Q4 noch fahren zu können. Aber das ist vielleicht auch das Salz in der Suppe." Denn gerade beim ersten Rennwochenende könnte es laut Scheider vorkommen, dass man sich da verschätzt: "Es kann sein, dass es den einen oder anderen geben wird, der gar nicht genügend Benzin mitnimmt, um diese paar Hundertstel oder Zehntel, die die Benzinmenge ausmachen würde, zu finden, dann Q4 fährt und vielleicht gar nicht genügend Benzin hat."

Er stehe "dem Ganzen noch ein bisschen skeptisch gegenüber", so Scheider. Zudem gibt es mit einem neuen Qualifyingformat auch noch einieg neue offene Fragen: "Was passiert, wenn ich in Q4 kein Benzin habe? Oder was passiert, wenn ich in Q3 drei Minuten vor Schluss noch einmal in die Box fahre, noch einmal nach tanke und noch einmal frische Reifen hole? Denn es ist vom Reglement her so, dass ich nur noch einmal über die Start/Ziellinie gerollt sein muss, damit ich den Satz im Q4 verwenden kann. Ich könnte also drei Minuten vor Ende von Q3 noch einmal alles wechseln, eine langsame Runde über Start/Ziel rollen und mich dann für Q4 anstellen. Das wäre eine Variante."

Ob man dieses Risiko eingehen kann, werde man natürlich erst noch sehen, fuhr Scheider fort: "Ich bin gespannt, aber ich bin momentan skeptisch, was das betrifft. Ich fand das alte Qualifyingformat gut, aber die Herren werden sich schon etwas dabei gedacht haben. Wenn es am Ende Spannung bringt, umso schöner."

Modifiziert wurde auch das Reifenreglement. Statt wie 2008 neun Sätze ungebrauchter Reifen haben die Piloten in dieser Saison nur noch acht Sätze zur Verfügung. "Das bedeutet, dass man fürs Rennen wahrscheinlich nur noch einen neuen Satz hat", so Scheider. Und es bedeutet, dass man sich die Reifen im Qualifying einteilen muss: "Es wird sich zeigen, wie gut man in Q1 und Q2 ist, ob man da vielleicht nur 'einen Schuss' fahren muss. Wenn das nicht der Fall ist, dann geht natürlich Performance fürs Rennen verloren. Aber das ist genau das, worauf es ankommt." Man müsse perfekt vorbereitet sein, eine gute Performance zeigen und versuchen, sich so viele frische Reifen wie möglich für das Rennen aufzuheben.

Ganz so glücklich ist der Audi-Pilot auch nicht über den neuen Zeitplan, der ein zweieinhalbstündiges Training am Samstagvormittag vorsieht. In dieser Zeit muss die gesamte Vorbereitungsarbeit erledigt werden. "Das ist etwas, was ich mir persönlich nicht so ganz vorgestellt habe", sagte Scheider. "Ich hätte befürwortet, zwei kurze Trainings von 40 oder 45 Minuten Länge zu haben und dazwischen eine Pause, in der noch eine Rahmenserie fährt. Da wäre uns allen geholfen gewesen, denn wir hätten einfach nicht den extremen Druck."

Er hoffe zwar, dass die Fans am Samstag so mehr fahrende Autos erleben können, so Scheider, aber: "Ich persönlich glaube nicht ganz dran, wenn ich ehrlich bin. Denn es wir keiner zweieinhalb Stunden am Stück draußen auf der Strecke fahren."

Fotoquelle: DTM

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