Hans-Jürgen Abt stieg bei der Siegerehrung natürlich mit aufs Podium

DTM 2009

— 18.05.2009

Abt: Ein Auftakt (fast) nach Maß

Hans-Jürgen Abt über den Vierfachsieg für Audi und den Doppelsieg des Abt-Teams: "Ein Riesenerfolg", doch die Freude ist nicht ganz ungetrübt

Auf den Dreifachsieg des Vorjahres ließ Audi in diesem Jahr in Hockenheim einen Vierfachsieg zum Saisonauftakt folgen - entsprechend gut war die Stimmung im Lager der Ingolstädter. Auch Hans-Jürgen Abt konnte zufrieden Bilanz ziehen: Sein Abt-Team hatte mit Tom Kristensen und Timo Scheider einen Doppelsieg eingefahren. "Das ist ein riesiger Erfolg", sagte Abt gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Doch ganz ungetrübt ist die Freude nicht: "Es ist klar, dass es auch mehr hätte sein können", so Abt. Der Dreifachsieg für sein Team lag in der Luft, doch zwei Runden vor Schluss verlore Mattias Ekström den eigentlich sicheren Sieg unverschuldet durch einen Reifenschaden. "Es tut mir für Eki wahnsinnig leid, aber so ist der Motorsport. Es läuft eben nicht immer alles hundertprozentig", weiß der Teamchef. "Es war kein Einfluss von uns, er hat sich wahrscheinlich etwas eingefangen. Und das ist einfach Pech. Das muss man abhaken und man muss weitermachen. Für das Team freut es mich natürlich, weil wir eine tolle Leistung gezeigt haben. Wir haben gesehen, wie stark wir sind und der Vierfachsieg für Audi ist ein Riesenerfolg in Hockenheim. Besser kann es normal nicht laufen."

Ekström fuhr bis zu seinem Reifenschaden in einer eigenen Klasse. Der Schwede strotze vor Selbstvertrauen, "und weil er im vergangenen Jahr nicht mehr um den Titel mitfahren konnte, wollte er den Jungs unbedingt zeigen, wie stark er ist", sagte Abt: "Er hat sich super vorbereitet, er hat hier alles richtig gemacht und war immer der Schnellste. Aber es hat halt um eine Runde nicht gereicht und das war das Problem." Doch Ekström werde nun alles andere tun als dem verlorenen Sieg hinterhertrauern: "Er lacht wieder, er hakt das ganz schnell ab. Er weiß im Kopf selbst, wie stark er ist und darum ist mir da momentan überhaupt noch nicht bange."

Hinter Ekström, der das Feld im Rennen zum Teil mit einem Vorsprung von zehn Sekunden anführte, lieferten sich Tom Kristensen und Timo Scheider 39 Runden lang einen Fight um Platz zwei. Kristensen wählte seine Linien so geschickt, dass es für den Champion keine Chance gab, vorbeizukommen. Was beide bis zur vorletzten Runde nicht wussten: Sie lieferten sich ein Duell um den späteren Sieg, denn nach Ekströms Rückschlag übernahmen sie die Plätze eins und zwei.

Dieses Duell hat auch Teamchef Abt genau beobachtet. "Ich glaube, Timo wollte unbedingt gewinnen. Das ist klar, aber er ist auch sehr klug", so Abt. "Es hat nicht geklappt, weil Tom überhaupt keinen Fehler gemacht hat. Ich finde es auch okay, dass Timo Tom nicht unnötig angegriffen hat. Sie waren auf der gleichen Pace, aber Überholen war schwer, das hat auch Timo gesehen. Sie haben einen tollen Job gemacht."

Ekström war nicht der einzige Pechvogel im Abt-Lager. Martin Tomczyk hatte sich von Startplatz drei aus Hoffnungen auf einen Podiumsplatz gemacht. Er kam aber schon am Start nicht weg, dann gab es beim Boxenstopp Probleme mit der Radmutter und schließlich musste er seinen A4 mit einem Elektronikproblem vorzeitig in der Box abstellen.

"Letztlich hatte er sein Rennen schon am Start versaut", analysierte Abt. Tomczyk hatte am Start den Motor abgewürgt. Danach funkte er seinem Team, dass die Kupplung heiß geworden sei, weil die Startphase so lange gedauert hat. Danach konnte sich der Bayer zwar wieder nach von kämpfen, doch dann folgten das Pech beim Boxenstopp und der Elektronikdefekt. "Es tut mir auch leid, aber es gibt im Motorsport eben auch Probleme", sagte der Teamchef. "Er muss es auch abhaken." Und: "Wenn er noch weiter vorn gewesen wäre und er hätte dann ein technisches Problem bekommen, dann wäre es noch schlimmer gewesen. Ich glaube, er kann das schnell abhaken und konzentriert sich auf den Lausitzring."

Audi hat einen Vierfachsieg gefeiert, fast wäre es ein Fünffachssieg geworden. Doch Abt weiß, dass sich die Ingolstädter nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen dürfen. Mit dem Gegenschlag von Mercedes "sollte man ganz schnell rechnen", sagte er. "Man weiß, dass wir hier im vergangenen Jahr auch schnell waren. Warum auch immer ist Hockenheim jetzt die Audi-Hochburg. Aber der Lausitzring hat eine ganz andere Streckencharakteristik. Es kann auch sein, dass es da bei Mercedes topp läuft."

"Man kann jetzt auch nicht sagen, dass sie schlecht waren. Sie waren heute nicht gut genug. Aber durch die Gewichtsreduzierung sind sie am Lausitzring sicher wieder konkurrenzfähig", sagte der Teamchef über die Stuttgarter Konkurrenz. Durch die Verteilung des Erfolgsgewichts sind die aktuellen C-Klassen in der Lausitz zehn Kilogramm leichter als die neuen Audis.

Fotoquelle: xpb.cc

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