Experte Christian Abt analysiert auch in der Saison 2009 die Lage in der DTM

DTM 2009

— 20.05.2009

Christian Abts große Auftaktanalyse - Teil 1

Experte Christian Abt erklärt, warum Audi besser war, was Mattias Ekström so stark macht und wie Tom Kristensen seine Erfahrung ausgespielt hat

Audi hat den perfekten Start in die Saison 2009 hingelegt. In Hockenheim feierten die Ingolstädter einen Vierfachsieg, und wäre nicht zwei Runden vor Schluss Mattias Ekströms Reifen kaputt gegangen, wäre es sogar ein Fünffachsieg geworden. Für 'Motorsport-Total.com'-Experte Christian Abt ist klar, dass sich Audi und die drei Audi-Teams schlichtweg besser vorbereitet haben als die Mercedes-Teams - und zwar in mehreren Bereichen.

Dass der neue Audi "verdammt schnell ist" hat sich für Abt im Qualifying gezeigt. Aber: "Bei den Longruns von Audi und Mercedes war der Unterschied eigentlich nicht so groß wie dann im Rennen." Also hat im Rennen etwas anderes entschieden: "Ich habe alle Teams beobachtet: Egal ob Abt, Phoenix oder Rosberg - bei den Boxenstopps waren im Vergleich zu den Mercedes-Teams schon noch große Unterschiede da. Ich glaube, rundum hat Audi ein gutes Auto gebaut und die Teams haben verdammt gut gearbeitet."

Für Abt hat sich auch wieder gezeigt, dass die unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte von Audi und Mercedes ein bisschen auf die Temperaturen reagieren, allerdings anders als bisher: "Im vergangenen Jahr war es so, dass der Audi bei wärmeren Temperaturen eigentlich schlechter war als der Mercedes. Aber in diesem Jahr waren die Asphalt- und die Außentemperatur höher und der Mercedes für einen Tick langsamer."

Der Mann des Wochenendes war ganz klar Mattias Ekström. Der schwedische Audi-Pilot war Schnellster im Training und in der Qualifikation und hätte ohne seinen Reifenschaden das Rennen klar gewonnen. Experte Abt erklärt, was Ekström so überlegen gemacht hat: "Ich habe Eki den ganzen Winter über beobachtet. Ich kenne ihn wirklich seit Jahren und weiß er sich vorbereitet. Aber ich glaube, er hat sich noch nie so auf das Ganze vorbereitet wie in diesem Jahr - körperlich und mental. Ich habe ihn noch nie so stark gesehen - und ihn auch vor einem Rennwochenende noch nie so nervös gesehen."

"Das Feuerwerk, das er gegen seine drei Teamkollegen abgeliefert hat, war schon beeindruckend. Denn wenn man mit dem gleichen Material zwischen zwei und vier Zehntel pro Runde schneller fährt, da kann man nur seine Kappe ziehen", so Abt. "Das war gigantisch. An diesem Wochenende hat er wirklich einen tollen Job gemacht. Er wurde dafür aber leider, leider nicht belohnt."

Was Abt an Ekström besonders bewundert, ist seine Entschlossenheit. Der Schwede konnte im vergangenen Jahr beim Finale nicht mehr um den Titel mitfahren und wollte nun allen zeigen, wie stark er ist: "Ich bin selbst Rennfahrer und ich weiß wie schwer es ist, wenn man beim letzten Rennen weiß, ich könnte eigentlich auch Meister sein, konnte es aber nicht mehr zeigen. Sich aber die Motivation über einen so langen Zeitraum bis zum ersten Rennen aufrecht zu erhalten, über fast sieben Monate und sich zu sagen: 'Wenn ich im Mai nach Hockenheim komme, dann zeige ich mein ganzes Potenzial' - das hat er wirklich klasse gemacht."

Hinter Ekström tobte das teaminterne Duell zwischen Tom Kristensen und Timo Scheider. Danach wurde gemunkelt, es habe auch teaminterne Absprachen gegeben, wie sich welcher Fahrer zu verhalten habe. Doch Abt glaubt das nicht: "Man erlebt viel im Motorsport, was Strategien angeht. Ich bin wohl noch in der schlimmsten Zeit gefahren, als es richtige Strategien gab. Ich glaube aber nicht, dass man beim ersten Rennen über solche Dinge diskutiert. Die Jungs haben wirklich beim ersten und auch beim zweiten Rennen zu 100 Prozent von allen Seiten freie Fahrt."

"Das, was wir in Hockenheim gesehen haben, ist das Potenzial der Fahrer", so Abt. "Man hat gesehen, dass Timo stellenweise schneller war als Tom, aber Tom hat den Druck ausgehalten, über so und so viele Runden keinen Fehler zu machen. Das zeigt auch seine riesige Erfahrung und sein Fahrkönnen. Denn von hinten zu jagen ist immer viel einfacher als vorne wegzufahren. Und wenn der Hintere das gleiche Material hat wieder Vordere, dann kann es auch sein, dass Tom hinter Timo so jagen würde. Ich glaube, sie waren an diesem Wochenende auf dem gleichen Level und deshalb hat Tom den Sieger verdient."

Lausitzring: Das Schlüsselrennen für Mercedes

Das nächste Rennen steht bereits am 31. Mai auf dem EuroSpeedway Lausitz an. "Im Sinne der Spannung und der Meisterschaft hoffe ich, dass sich Mercedes dort auf jeden Fall zurückmeldet", wünscht sich Abt. "Bisher waren sie dort immer verdammt stark. Wir wissen, dass sie am Lausitzring ihre Stärken haben. Aber Audi wird auch irgendwie versuchen, diese Stärken zu kopieren, damit sie auch dort besser sind und ich glaube, sie haben sich auf dieses Rennen gut vorbereitet. Aber Mercedes hatte dort in den Jahren zuvor immer Vorsprung auf Audi. Für Mercedes ist es ein Schlüsselrennen, was die gesamte Saison angeht. Wenn sie dort nicht schnell sind, wird es verdammt eng für Mercedes. Denn die Frage ist, ob man dann noch von der Performance her den Anschluss findet."

Im zweiten Teil der Analyse, die ab morgen auf 'Motorsport-Total.com' erklärt Experte Abt, warum die starken Jahreswagen nicht nach dem Geschmack aller Hersteller sein könnten, warum nicht nur ein Jahreswagenfahrer bei Audi im nächsten Jahr aufsteigen könnte und warum er die kurzfristig eingeführte zusätzliche Runde im Rennen für absolut nicht durchdacht hält.

Fotoquelle: Audi/Abt

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