Abt und Audi hatten bei Mattias Ekström eine besondere Quali-Taktik

DTM 2009

— 24.05.2009

Q4: Es darf gezockt werden

Kaum gibt es ein neues Qualifyingreglement, wurden auch schon wieder die nötigen Tricks gefunden: Schnelle Reaktion an der Boxenmauer ist gefragt

Beim Saisonauftakt in Hockenheim feierte das neue Qualifyingformat mit einem Shootout der besten Vier seine Premiere. Direkt nach Q3 treten die besten Vier noch einmal zu einer schnellen Runde an - Nachtanken und Reifenwechseln sind dabei zwischen den Abschnitten verboten. Der Plan war eigentlich, dass Q4 dadurch zusätzliche Würze erhält, dass die Piloten mit gebrauchten Reifen fahren müssen und in Q3 so viel Benzin dabei haben müssen, dass es für Q4 auch noch reicht.

Doch die Strategen im Motorsport sind findige Köpfe, deren Aufgabe es ist, die Lücken im Reglement zu nutzen. Abt hat in Hockenheim vorgemacht, wie man trotz Parc Fermé mit neuen Reifen in Q4 fahren kann. Mattias Ekström und Tom Kristensen fuhren einfach noch in Q3 an die Box, holten sich frische Pneus und das nötige Benzin für Q4. Dann rollten sie in Q3 noch einmal langsam um den Kurs und stellten sich für Q4 an.

Ihrem Teamkollegen Martin Tomczyk war da schon klar, dass er keine Chance mehr auf die erste Startreihe hat - denn er war wirklich mit gebrauchten Reifen unterwegs und konnte Ekström und Kristensen damit nicht Paroli bieten. Sein Urteil über das neue Format lautete deshalb: "Es ist in Ordnung, ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass man sich das auch schenken kann."

Natürlich geht so ein Plan wie bei Ekström und Kristensen nur auf, wenn ein Pilot zu Beginn schon so eine Zeit hinlegen kann, dass er sicher in Q4 ist - denn ansonsten muss er am Ende des dritten Abschnitts noch einmal eine Attacke fahren. Es darf also gezockt werden und die Strategen an der Boxenmauer müssen clever und flexibel sein.

"Es gibt mindestens einen oder zwei Pläne für das ganze neue System", schilderte Abt-Teamchef Hans-Jürgen Abt gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Man muss dann eben schnell auf die Situationen reagieren. Es muss vorher mit dem Team besprochen werden, was wie und wann passiert." In Hockenheim hat das bei Abt bestens geklappt - Ekström, Kristensen und Tomczyk belegten die Startplätze eins bis drei, nur Champion Timo Scheider gelang der Einzug in Q4 nicht.

"Wir haben super auf alle Situationen reagiert", sagte Abt über das erste Qualifying nach dem neuen System. Aber eigentlich sei das Taktieren gar nicht notwendig gewesen: "Denn sie waren einfach schnell. Mattias war in einer anderen Welt und die anderen waren auch schnell genug, so dass wir überhaupt keine Probleme hatten."

Als Vierter im Bunde trat Audi-Jahreswagen-Pilot Oliver Jarvis im letzten Qualifying-Abschnitt an - wie Tomczyk auf Reifen, die schon eine Outing aus Q3 auf dem Buckel hatten. Er findet das neue Format "ziemlich interessant": "Für uns Fahrer ist es recht schwierig. Man muss auch daran denken, dass man die richtigen Reifen für Q4 hat." Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte auch sein Phoenix-Team in Q3 etwas mehr pokern dürfen: "Es war für mich sehr schwer, weiter vor als Platz vier zu kommen."

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hatte sich im Winter stark dafür eingesetzt, dass das neue Format eingeführt wird. Die Premiere verlief allerdings nicht nach seinen Wünschen - schließlich war Q4 eine reine Audi-Veranstaltung. Trotzdem erwartet er sich vom neuen System mehr Spannung, schließlich habe es ja an Mercedes gelegen, dass die "Mischung nicht bunter war".

Fotoquelle: xpb.cc

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