Wolfgang Ullrich ahnte schon im Warmup, dass Mercedes schnell sein wird

DTM 2009

— 31.05.2009

Ullrich: "Mattias und Timo haben sich tapfer geschlagen"

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich war schon im Warm Up klar, dass Mercedes ein zäher Gegner wird - Diskussionsbedarf nach Drängeleien im hinteren Feld

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich wollte sich schon nach dem Vierfachsieg in Hockenheim nicht in Sicherheit wiegen. Er betonte immer wieder, dass Rivale Mercedes sich zurückmelden würde. Am Lausitzring war es soweit: Die Stuttgarter holten einen Doppelsieg, Mattias Ekström und Timo Scheider reihten sich als beste Audi-Piloten auf den Rängen drei und fünf ein. Natürlich hätte das Rennen anders verlaufen können, wenn Audi nicht in der Qualifikation ein Wetterdesaster erlebt hätte und damit zwei der Speerspitzen von ganz hinten ins Rennen gehen mussten.

Doch mit Ekström auf der Pole hatten die Ingolstädter dennoch eine ganz gute Ausgangslage, zumindest was das oberste Treppchen auf dem Podium angeht. Ullrich war jedoch schon heute Morgen im Warm Up klar, dass Gary Paffett und Bruno Spengler zähe Gegner werden würden: "Da konnten Gary und Bruno ein sehr gutes Tempo fahren, sie haben zwei tolle Longruns gemacht. Und genau das haben sie im Rennen wiederholt", erklärte der Audi-Sportchef gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Dazu hatten Paffett (extrem langer erster Stint) und Spengler (langer zweiter Stint) durch ihre Strategien weitgehend freie Fahrt, so dass sie ihren Speed auch nutzen konnten. Unterdessen sind die anderen Spitzenleute "in einem Paket gefahren und haben immer ein bisschen miteinander gekämpft. Das kostet natürlich auch ein bisschen Zeit", so Ullrich.

Und Ullrich gab zu bedenken, dass die neuen Mercedes zehn Kilogramm leichter waren als die Audi. Pro Runde macht das vielleicht nur eineinhalb Zehntelsekunden aus, "auf den langen Stints ist das am Lausitzring aber einfach zu spüren. Deshalb war die Pace von Mercedes heute einfach um einen kleinen Tick besser, was zu diesem Rennergebnis geführt hat. Ich denke aber, dass sich Mattias und Timo sehr tapfer geschlagen haben." Ein Lob für ein "sehr gutes Rennen" gab es von Ullrich auf für Mike Rockenfeller, der mit dem Jahreswagen auf Rang sieben fuhr.

Ab der Mitte des Rennens hatte Ekström keine große Chance mehr, das Tempo der beiden Mercedes-Piloten Paffett und Spengler mitzugehen. Der Schwede hatte Probleme mit dem Fahrverhalten seiner Reifen und konzentrierte sich deshalb darauf, dass er nicht noch von Paul Di Resta überholt wird. "Mattias wusste, dass der letzte Stint sehr lang wird und wollte daher seine Reifen überfahren. Deshalb hat er immer versucht, einen Rhythmus zu finden. Zwischendurch ist er immer wieder eine Runde gefahren, wo sich die Reifen ein bisschen erholen konnten, dann hat er wieder mehr gepusht. Aber insgesamt war die Performance nicht so gut wie die der zwei schnellsten Mercedes."

Klärungsbedarf gibt es bei Audi, was die Vorgänge im hinteren Feld und im Mittelfeld angeht. Hier haben sich die Ingolstädter gegenseitig eliminiert. es hagelte Strafen wegen verschiedener Vergehen, dazu wurde so heftig um Positionen gekämpft, dass die Aero-Teile nur so flogen. Für Oliver Jarvis, Martin Tomczyk, Alexandre Prémat, Katherine Legge und Markus Winkelhock war das Rennen vorzeitig beendet. Nur Tom Kristensen rettete sich als Zwölfter ins Ziel.

"Da hinten ging es einigermaßen zu. Ich habe es im Detail nicht gesehen, aber wir werden uns das sicher gemeinsam anschauen", erklärte Ullrich, der am Morgen extra noch eine "Sonntagspredigt" an seine Fahrer gehalten hatte. Es sei schließlich nicht Zweck der Übung, sich innerhalb einer Marke zu beharken und dabei auch noch gegenseitig das Material zu beschädigen. Doch man müsse auch sehen, dass in den letzten Reihen Piloten standen, die wussten, dass sie normalerweise vorn fahren können. Und schließlich seien alle Rennfahrer - wenn sie nicht versuchen würden, nach vorn zu kommen, seien sie fehl am Platz.

Tomczyk war nicht nur sauer auf seine Teamkollegen - schließlich hatte er sich im Gedrängel mit Winkelhock so den Kühler lädiert, dass er aufgeben musste - sondern auch auf die Rennleitung. Die hatte ihm eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, weil er nicht korrekt in seiner Startbox stand. "Klar stand er nicht dort, wo er stehen sollte", räumte Ullrich ein. "Zwar hat er gesagt, dass er sich deshalb dort hingestellt hat, weil er nur von dort die Ampel gesehen hat. Aber diese Startbox gibt es nun einmal. Man kann sicher darüber diskutieren - aber ich nehme an, es macht keinen Sinn."

Erst Le Mans, dann Norisring

Jetzt blickt der Audi-Sportchef nach vorn. Die DTM macht vier Wochen Pause, doch für die Ingolstädter stehen Mitte Juni die 24 Stunden von Le Mans an. "Von daher gibt es bei uns sicher keinen Beschäftigungsmangel", sagte Ullrich. Danach geht es dann Ende Juni auf den Norisring.

Ullrichs Erwartungen: "Wir kommen zumindest mit dem gleichen Gewicht wie unser Konkurrent zum Norisring. Der Norisring war für uns bisher immer eine besonders schwer zu nehmende Hürde. In diesem Jahr haben wir es zumindest hier am Lausitzring geschafft, die Pole zu ergattern. Vielleicht können wir bis zu Norisring noch ein bisschen was tun, um dort jetzt auch einmal erfolgreich zu sein. Denn es ist mehr oder weniger unser Heimrennen."

Fotoquelle: xpb.cc

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