Timo Scheider reist als neuer Tabellenführer aus der Lausitz ab

DTM 2009

— 31.05.2009

Die Audi-Stimmen zum Rennen

Mercedes siegt, doch Scheider führt: Timo Scheider konnte in der Lausitz die Tabellenführung übernehmen, ansonsten ist die Ingolstädter Bilanz getrübt

Mit einem fünften Platz auf dem EuroSpeedway hat Titelverteidiger Timo Scheider die Führung in der Gesamtwertung der DTM übernommen. 75.000 Zuschauer (am Wochenende) sahen in der Lausitz ein turbulentes und von Kollisionen geprägtes Rennen, in dem Mattias Ekström mit Platz drei für Audi ein Podiumsergebnis erzielte. Mit Mike Rockenfeller auf Rang sieben punktete auch ein Fahrer eines Audi-Vorjahreswagens.

Ekströms Teamkollege Timo Scheider hielt nach dem Start lange Zeit den vierten Platz, verlor beim zweiten Boxenstopp wegen einer klemmenden Radmutter hinten links jedoch drei Sekunden und wurde am Ende Fünfter. Einen schwarzen Tag erlebte Hockenheim-Sieger Tom Kristensen, der bei seiner Aufholjagd von Startplatz 17 nach einer Bestzeit im morgendlichen Warm-up in der zweiten Runde mit Mercedes-Pilot Mathias Lauda aneinander geriet. Dabei wurde die Frontpartie seines Audi A4 DTM beschädigt. Zudem musste der Däne eine Boxenstoppstrafe absitzen. Später folgte noch eine umstrittene Durchfahrtsstrafe. Mit einer Runde Rückstand belegte Kristensen am Ende den zwölften Platz.

Ekström, Scheider, Rockenfeller und Kristensen waren die einzigen Audi-Werksfahrer, die auf dem EuroSpeedway das Ziel sahen - alle anderen fielen der hektischen Anfangsphase zum Opfer. Katherine Legge kollidierte mit Markus Winkelhock, wobei an beiden Fahrzeugen eine Radaufhängung beschädigt wurde. Auch Oliver Jarvis musste nach einer Berührung mit einem Aufhängungsschaden aufgeben. Martin Tomczyk beschädigte sich bei einer Kollision die Frontpartie seines A4 und musste sein Fahrzeug vorzeitig abstehen, weil die Wassertemperatur zu stark anstieg. Alexandre Prémat kreiselte nach einem verpatzten Boxenstopp ins Kiesbett.

Auf den Plätzen 13 und 14 uns Ziel kamen die beiden Audi A4 DTM des Privatteams Kolles.

Stimmen zum Rennen:

Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef): "Glückwunsch an Mercedes zum Doppelsieg. Unser Ergebnis heute kann man ganz gut mit dem Wort 'Schadensbegrenzung' beschreiben. Wir haben heute im Warmup gesehen, dass Gary Paffett und Bruno Spengler über die Distanz einen sehr hohen und vor allem konstanten Speed gehen können. Das haben sie auch im Rennen gezeigt und hatten noch dazu den Vorteil, relativ lange frei fahren zu können. Dagegen waren Mattias und Timo mit anderen Fahrzeugen in einer Gruppe, was auch Zeit gekostet hat. Aber unsere Performance mit dem Zusatzgewicht vom Sieg in Hockenheim hat heute einfach nicht ganz ausgereicht, deshalb sind wir mit den Plätzen drei und fünf sowie dem siebten Rang von Mike in einem Vorjahresfahrzeug zufrieden. Wir haben die Führung in der Meisterschaft behalten und starten jetzt auf dem Norisring mit dem gleichen Gewicht wie unsere Wettbewerber. Das verspricht ein spannendes Wochenende für alle Motorsport-Fans."

Mattias Ekström: "Die Punkte für Platz drei sind wertvoll für den Kampf um die Meisterschaft. Es war heute sicher nicht mein Traumergebnis, aber es war okay. Mein Start war gut, aber dann dauerte es nur ein paar Runden, bis es sehr rutschig wurde. Meine beiden Boxenstopps waren wie immer perfekt. Die Strategie, die wir heute gewählt haben, war die einzig mögliche mit der Leistungsfähigkeit unseres Autos hier am EuroSpeedway. Wir müssen einfach eingestehen, dass heute schnellere Autos auf der Strecke waren als unsere. Ich warte also weiter auf mein Top-Ergebnis in diesem Jahr - aber vielleicht kommt es ja am Norisring. Das wäre perfekt."

Timo Scheider: "Ich hatte einen sehr guten Start und kam gut weg. Leider steckte ich zwischen Di Resta und Rockenfeller. Ich musste in der ersten Ecke einen sehr weiten Bogen nehmen. Da ich aber keinen Platz verloren habe, war es im Endeffekt okay. Das Tempo im Rennen war nicht schlecht, aber ich habe mir die Reifen hinter Rockenfeller und Di Resta zu sehr abgenutzt, weil ich zu dicht folgte. Beim Boxenstopp ergab sich an der Radmutter hinten links ein Problem. Das ist enttäuschend, weil meine Performance besser war als das Ergebnis. Vom reinen Tempo hätten wir Dritter werden können. Aber Tabellenführer ist auch nicht schlecht."

Mike Rockenfeller: "Ich fuhr anfangs auf Platz zwei, habe aber schnell gemerkt, dass es heute eng wird. Die Autos hinter mir waren schneller. Ich konnte anfangs zwar gut mitfahren und war nach dem ersten Stopp wieder vor Di Resta. Die Stopps waren wirklich toll. Ein großes Lob an das Team. Mit dem zweiten und dritten Reifensatz war ich einfach nicht schnell genug - ich meine das nicht in Bezug auf diese Reifen. Wir wissen noch nicht, woran es gelegen hat. Mein Auto übersteuerte sehr heftig. Wir haben gesehen, dass Mercedes hier im Rennen insgesamt stärker war. Deshalb muss ich mit zwei Punkten zufrieden sein."

Pechvögel und Streithähne

Tom Kristensen: "Das war ein sehr hartes Rennen. Es begann mit Startplatz 17 durch das verkorkste Qualifying. Platz eins im Warmup zeigt, dass mein Auto sehr gut war. Nach einem tollen Start war es jedoch innerhalb kürzester Zeit ziemlich zerfleddert. Ich erhielt eine Stop-and-Go-Strafe, weil ich Lauda berührt hatte. Dann folgte eine Durchfahrtsstrafe - ich weiß nicht, weshalb. Am Norisring greife ich wieder an."

Alexandre Prémat: "Ich hatte mich gut positioniert und drei Autos überholt. Der Beginn des Rennens war exzellent. Ich glaube, ich war schon Neunter. Bei einem Boxenstopp trat jedoch ein Problem auf, das uns zehn Sekunden gekostet hat. Anschließend rutschte ich an einer Stelle von der Strecke, wo besonders viel Kies auf dem Asphalt lag."

Oliver Jarvis: "Was für ein fürchterliches Wochenende für mich, nachdem es im Freien Training so gut begonnen hatte! Leider erhielt ich eine Strafe wegen eines Frühstarts. Danach war mein Rennen gelaufen. Ich habe versucht, mich zurückzukämpfen. Es gab Kontakt mit dem Auto von Christian Bakkerud. Dadurch brach die Radaufhängung hinten rechts. Ich bleibe aber positiv und freue mich bereits auf das nächste Rennen."

Martin Tomczyk "Mein Rennen war streng genommen schon am Start zu Ende, da der Renndirektor urteilte, dass ich nicht genau in der Box gestanden habe. Deshalb erhielt ich eine Durchfahrtsstrafe. Das ist mir unverständlich. Hätte ich nämlich genau in meinem Startfeld geparkt, hätte ich die Ampel nicht gesehen, was ich als Sicherheitsrisiko erachte. Deshalb habe ich mich leicht versetzt aufgestellt. Nach dem Start ergaben sich einige heftige Szenen mit Mathias Lauda, der gefahren ist wie ein Berserker. Und zwar nicht nur im Umgang mit mir, sondern auch mit Tom. Dann lief ich auf die drei Jahreswagen von Katherine, Markus und Alex auf. Für mich war dieser interne Kampf einfach zu hart. Man sieht, dass nicht nur Audi gegen Mercedes kämpft, sondern dass auch intern gekämpft wird. Da müssen sicher noch ein, zwei Dinge geklärt werden. Das hat keinem genutzt. Durch die Zweikämpfe habe ich so viele Steine abbekommen, dass dadurch mein Kühler geplatzt ist."

Markus Winkelhock: "Ich habe beim Start keine Position gewonnen und keine verloren. Ich kam gut durch die ersten Ecken, hing aber ein wenig hinter Katherine fest. Ich war wohl etwas schneller, wollte aber nicht mit der Brechstange vorbei. Als ich versuchte, Katherine zu überholen, war ich eigentlich schon vorbei, als sie sich verbremste und mir aufs Hinterrad fuhr."

Katherine Legge: "Der Start war zwar nicht großartig, aber er ging in Ordnung und ich hielt Position. Das Rennen war sehr ereignisreich. Es wurde hart gekämpft mit vielen Berührungen zwischen den Autos. Am Ende habe ich das Ziel leider nicht gesehen."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Insgesamt war das kein schlechtes Rennen für uns, auch wenn wir das Tempo nicht ganz halten konnten. Aber wenn man sich den Tabellenstand ansieht und berücksichtigt, dass wir am Norisring nun wieder mit der gleichen Gewichtseinstufung wie unsere Mitbewerber starten werden, können wir zufrieden sein. Wir haben mit Timo und Tom zwei Fahrer vorn, Mattias liegt in Schlagdistanz. Das ist eine ganz enge Sache - so, wie es sich die DTM-Fans wünschen."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Es ist natürlich sehr enttäuschend, dass keines unserer beiden Autos ins Ziel gekommen ist. An diesem Rennsonntag lief nichts nach Wunsch. Wohl als Spätfolge einiger Berührungen in der Anfangsphase musste Oliver aufgeben, weil ein Querlenker an der Hinterachse seines Autos abknickte. Das Rennen von Alexandre endete im Kiesbett ebenfalls viel zu früh. Wir müssen diesen Wochenende möglichst rasch abhaken, um am Norisring wieder zählbare Ergebnisse einzufahren."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Rocky ist ein sensationelles Rennen gefahren und war bis zum zweiten Stopp richtig gut dabei. Wir konnten auch das Tempo mithalten. Danke auch an die Mannschaft. Sie hat sehr gute Stopps gemacht. Dass am Ende nur zwei Pünktchen herausgekommen sind, ist schade. Doch wir wissen: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Genau das, was mit Markus passiert ist, wollten wir eigentlich nicht sehen - so war es vor dem Rennen mit den Fahrern besprochen worden. Markus war eindeutig schneller. Leider wurde sein Rennen zerstört."

Fotoquelle: xpb.cc

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