Audi wartet in Nürnberg seit einigen Jahren vergeblich auf einen weiteren Sieg

DTM 2009

— 22.06.2009

Audi und die offene Rechnung am Dutzendteich

Auf dem Norisring lief es bisher nicht besonders erfolgreich, doch jetzt will Audi das Blatt wenden: Cw-Wert des A4 wurde verbessert

Die Marke Audi feiert im Juli ihr 100-jähriges Bestehen. Was wäre da schöner, als wenn kurz vor den Jubiläums-Feierlichkeiten der 50. Sieg in der populärsten internationalen Tourenwagen-Rennserie gelingen würde - und das noch dazu auf dem Norisring in Nürnberg, dem "Heimrennen" von Audi? 49 Mal triumphierte bisher ein Audi in der DTM. Doch ausgerechnet auf dem Nürnberger Norisring, der quasi vor der Haustür von Audi Sport liegt, gelangen bisher nur drei Erfolge: 1990 und 1991 holte Hans-Joachim Stuck zwei Siege mit dem Audi V8 quattro. In der Neuzeit der DTM steht als einziger Audi-Fahrer der Franzose Laurent Aiello in der Siegerliste des Norisring-Rennens - und sein Erfolg aus der Saison 2002 liegt sieben Jahre zurück.

Nach sechs Mercedes-Siegen in Folge setzt Audi am 28. Juni alles daran, das Norisring-Rennen endlich wieder zu gewinnen. Es wäre der erste Erfolg des Audi A4 DTM auf dem nur 2,3 Kilometer langen Stadtkurs am Dutzendteich, auf dem vor allem Top-Speed, Traktion und gute Bremsen gefragt sind. Der Audi A4 DTM ist dagegen vor allem auf aerodynamische Effizienz und Abtrieb getrimmt, die auf den meisten anderen DTM-Rennstrecken entscheidend sind.

Im vergangenen Jahr fehlten Audi nach 74 Runden lediglich 2,191 Sekunden zum Sieg auf dem Norisring. Die schnellste Rennrunde des Audi A4 DTM war nur 0,060 Sekunden langsamer als die schnellste Runde der Mercedes C-Klasse. Bei der Weiterentwicklung des Audi A4 DTM für die Saison 2009 wurde auch der Norisring berücksichtigt. Der "R14 plus", so die interne Typenbezeichnung, hat einen noch günstigeren Cw-Wert und ist schneller auf den Geraden - zwei Faktoren, die auf dem Norisring besonders wichtig sind. Zudem simulierte Audi Sport im Vorfeld des Rennens die Besonderheiten der fränkischen Rennstrecke auf einem Flugplatz.

Stimmen vor dem DTM-Rennen auf dem Norisring:

Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Der Norisring ist für Audi immer ein ganz besonderes Rennen, weil es aufgrund der örtlichen Nähe zu Ingolstadt mehr oder weniger ein Heimrennen darstellt. Wir haben uns einmal mehr vorgenommen, dass wir auch auf dem Norisring endlich einmal ein Ergebnis umsetzen können, das die Nähe zu Ingolstadt unterstreicht. Sprich: Wir wollen dort jetzt endlich wieder das Rennen gewinnen. Natürlich wissen wir, dass das nicht einfach wird. Unser Fahrzeug-Konzept ist sehr stark auf aerodynamische Effizienz und Abtrieb ausgelegt - das sind Faktoren, die weder zuletzt auf dem EuroSpeedway noch auf dem Norisring maßgeblich sind. Trotzdem haben wir uns wie in den letzten Jahren spezifisch auf den Norisring vorbereitet. Ich hoffe, dass wir nun ein gutes Ergebnis nach Hause fahren können."

Timo Scheider: "Ich freue mich auf das Saison-Highlight, auch wenn es so ungewöhnlich früh kommt. So langsam wird es Zeit, dass auch der Norisring mal wieder Audi-Land wird. Das ist ja ein Heimrennen für Audi, das aber in den letzten Jahren für uns immer sehr schwierig war. Letztes Jahr waren wir schon sehr gut und konnten zum Ende des Rennens viel Druck auf die führenden Mercedes ausüben. Ich hoffe, dass wir das dieses Jahr noch etwas verbessern können. Wir haben im Top-Speed zugelegt, der Cw-Wert ist verbessert. Das sollte uns helfen."

Tom Kristensen: "Ich freue mich immer auf den Norisring - vor allem auch, weil es eines der wichtigsten und schönsten Rennen im DTM-Kalender ist. Es ist Sommer, es kommen viele Zuschauer, rund um das Rennen ist sehr viel los und das Rennen hat eine große Tradition. Die Rennstrecke wirkt mit ihren drei, vier Kurven recht simpel. Aber gerade das macht es schwierig und ist anders als auf allen anderen Rennstrecken. Es ist die Heimstrecke von Audi, auf der wir aber schon lange nicht mehr gewonnen haben. Es wäre toll, wenn ich der erste Fahrer sein könnte, der dort wieder mit einem Audi siegt. Das ist auf jeden Fall mein Ziel. Die Abstimmung muss ganz anders sein als auf anderen Rennstrecken. Ich hoffe, dass mein Team und ich das perfekt hinbekommen."

Mattias Ekström: "Im vergangenen Jahr waren wir am Norisring sehr konkurrenzfähig - die einzige Ausnahme war das Qualifying. Ich habe das Gefühl, dass ich dort noch eine offene Rechnung habe. Ich werde alles daransetzen, meine maximale Leistung zu zeigen, und hoffe, dass es reicht, um ganz vorne zu sein. Eine bessere Atmosphäre als am Norisring kann man sich kaum vorstellen."

Oliver Jarvis: "Ich möchte am Norisring das EuroSpeedway-Wochenende vergessen machen. Ich weiß aus dem letzten Jahr, dass das ein großartiger Event mit vielen Zuschauern ist. Die Strecke ist hart, ich erwarte ein tolles Rennen."

Markus Winkelhock: "Nach dem schlechten Wochenende auf dem EuroSpeedway kann es am Norisring für mich nur besser werden. Das ist neben Hockenheim quasi mein zweites Heimrennen. Die Strecke gefällt mir sehr gut, die Kulisse ist super. Von mir aus könnte man fünf der zehn DTM-Rennen auf Stadtkursen austragen. Es macht mir einfach Spaß, mich so nah an die Mauern heraustragen zu lassen. Es ist immer ein spezielles Wochenende am Norisring. Wir fahren mit demselben Gewicht wie die gebrauchten Mercedes. Da sollte etwas drin sein."

Mike Rockenfeller: "Der Norisring ist ein Highlight, weil es das einzige Stadtrennen ist, das wir im Kalender haben. Es sind immer viele Zuschauer da, die Atmosphäre ist toll. Obwohl es eigentlich nur drei Kurven gibt, ist die Strecke sehr anspruchsvoll. Man bremst immer von Top-Speed an, fährt mit relativ wenig Abtrieb. Die Strecke ist sehr wellig beim Anbremsen, das ist sehr schwierig und tricky. Ich hoffe, dass es mir in diesem Jahr gelingt, im Qualifying erfolgreich zu sein und damit eine gute Ausgangslage für das Rennen zu haben."

Katherine Legge: "Ich freue mich sehr auf den Norisring, weil es das Heimrennen für Audi ist. Die Atmosphäre dort ist großartig, ebenso die Zuschauerkulisse. Es ist ein toller Event, auf den wir uns alle freuen. Ich selbst bin Stadtkurse aus der Champ-Car-Serie in den USA gewohnt. Die Strecke in Nürnberg ist anders, aber die Atmosphäre vergleichbar."

Alexandre Prémat: "Ich habe auf dem Norisring Formel-3-Rennen vor Hamilton, Kubica und Rosberg gewonnen, der Kurs liegt mir also! Ich bin 300 Prozent motiviert, weil ich bei den ersten beiden Rennen des Jahres noch keine Punkte holen konnte. Das wird höchste Zeit! Ich werde das Maximum geben, um Punkte zu holen. Der Speed ist seit dem ersten Rennen da, wir hatten aber bisher viel Pech."

Martin Tomczyk: "Der Norisring wird natürlich wieder ein Highlight. Es werden viele Audi-Mitarbeiter und Fans dort sein. Es ist für Audi eines der prestigereichsten und schönsten Rennen. Wir haben dort die meiste Unterstützung. Audi ist eine bayerische Marke, ich bin ein bayerischer Fahrer. Ich freue mich darauf, auch wenn meine Norisring-Bilanz bisher nicht so positiv ausfällt. Aber vielleicht wird es bei meinem neunten Start in der DTM ja besser."

Hans-Jürgen Abt (Abt-Teamchef): "Wer den Norisring kennt, der weiß, das ist das Monaco der DTM. Wir sind den Fans dort immer sehr nahe, es kommen immer sehr viele Besucher. Ich hoffe, dass wir den Ingolstädter und Kemptener Fans in diesem Jahr etwas zurückgeben können. In den letzten Jahren waren wir ja nicht ganz so erfolgreich."

Ernst Moser (Phoenix-Teamchef): "Am Norisring ist alles möglich. Meine Fahrer lieben die Strecke genauso wie ich. Wir haben ein ganz klares Ziel: Wir möchten ein oder zwei Autos auf das Podium bringen. Ich bin überzeugt, dass das am Norisring auch mit einem Vorjahresauto möglich ist."

Arno Zensen (Rosberg-Teamchef): "Der Norisring ist das Heimrennen von Audi, auf das wir uns besonders vorbereitet haben. Wir haben bei den ersten beiden Rennen jeweils ein Auto in die Punkte gebracht. Das hat Appetit auf mehr gemacht. Am Norisring möchte ich eigentlich beide Autos in den Punkten sehen - darauf haben wir hingearbeitet."

Fotoquelle: xpb.cc

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