Mercedes gab in den vergangenen Jahren am Norisring das Tempo vor

DTM 2009

— 23.06.2009

Haug: "Showdown" am Norisring

Mercedes ist Seriensieger in Nürnberg, doch Motorsportchef Norbert Haug weiß, dass nichts garantiert ist und sieht "ein Dutzend Kandidaten für das Podium"

Der Norisring gilt als Mercedes-Strecke, zumindest in der "neuen DTM" seit 2000. Nur zweimal konnten die Stuttgarter den Sieg dort nicht holen, seit 2003 haben sie am Dutzendteich ohne Unterbrechung gewonnen. Doch Motorsportchef Norbert Haug will sich auf diese Bilanz nicht verlassen, was seine Prognosen für das kommende Wochenende angeht. "Jede Serie reißt einmal und die tollsten Erfolge aus der Vergangenheit sind kein Garant dafür, dass man auch in Zukunft alles gewinnt", sagte er.

Dass Mercedes gerade auf dem Norisring so stark ist, liege wohl daran, "dass es unseren Ingenieuren bisher gelungen ist, die Charakteristika der Strecke umzusetzen", so Haug. Und der Norisring hat es durchaus in sich. "Das ist eine weltweit einmalige Strecke. Es ist eine Naturrennstrecke und egal wo man suchen würde, ob in den USA oder sonst wo - so etwas wie den Norisring gibt es nicht noch einmal", schwärmte der Schwabe.

Der Norisring erscheint auf den ersten Blick sehr einfach: Zwei Geraden, die durch wenige Kurven, darunter zwei Kehren, miteinander verbunden sind. Was also sind die Charakteristika, auf die sich die Mercedes-Ingenieure so gut eingestellt haben? "Es ist sehr wellig, in der Zeitlupe würde man sehen, wie die Fahrzeuge beim Anbremsen ein- und ausfedern. Damit ist auch klar, dass es mit der Bodenhaftung nicht bestens bestellt ist. Das gilt sowohl beim Anbremsen einer Kurve als auch beim Herausbeschleunigen", erklärte Haug. "Man muss eine sehr spezifische Abstimmung finden, um mit den sehr speziellen Tücken der Strecke klarzukommen." Gefragt sind auch die Bremsen: Sowohl an der Dutzendteich- als auch an der Grundigkehre wird aus hohem Tempo angebremst - und das im Rennen am Sonntag 80 Runden lang immer wieder.

Und noch etwas macht den Norisring besonders: Nach Brands Hatch ist er der zweitkürzeste Kurs im Kalender. Entsprechend gering sind die Abstände bei den Rundenzeiten. "Deshalb sind die Startaufstellungen, die Freien Trainings oder die schnellsten Rennrunden so eng gestaffelt wie sonst nur in Brands Hatch", so Haug. Entsprechend wichtig ist es auch, am Samstag die perfekte Qualifyingrunde hinzubekommen. Denn schon eine halbe Zehntelsekunde mehr oder weniger kann über viele Startpositionen entscheiden. "Das Rennen geht am Samstag los, wenn du da nicht vorn bist, hast du ein Problem", betonte Haug.

Dass Mercedes in diesem Jahr wieder gewinnt, will Haug den Fans der Stuttgarter nicht versprechen. "Es gibt einen riesigen Showdown, es gibt keine Ausreden, weil die Autos gleich schwer sind", sagte er. Auch den Jahreswagen traut Haug am Norisring einiges zu: "Man muss es einfach mathematisch sehen: Alles, was auf einer Durchschnittsstrecke eineinhalb oder zwei Zehntel sind, halbiert sich am Norisring. Da nur eine Runde über die Startaufstellung entscheidet, ist es dichter beieinander. Das Kräfteverhältnis als solches ändert sich nicht, aber man kann die fehlende Zehntelsekunde vielleicht auf zweieinhalb Kilometern besser überbrücken als auf fünf Kilometern. Schon deshalb sollten die Chancen diese Autos besser sein."

Das hat sich schon im vergangenen Jahr gezeigt, als Gary Paffett im Jahreswagen das Feld der Neuwagenpiloten aufmischen konnte. "Auch in der Vergangenheit gab es am Norisring schon überzeugende Auftritte der Jahreswagen", so Haug. Deshalb lautet seine Prognose: "Ich sehe mindestens ein Dutzend Autos, das am Norisring podiumsfähig ist."

Fotoquelle: xpb.cc

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