Ralf Schumacher kennt die Tücken und Gefahren des Norisrings

DTM 2009

— 26.06.2009

Ralf Schumacher: "Auslaufzone heißt gleich Mauer"

Ralf Schumacher kennt die Tücken des kurzen Norisrings: Die Abstimmung muss genau passen und das Thema Bremsen ist ebenfalls sehr wichtig

Ralf Schumacher wartet weiter auf seinen ersten Punkt im Neuwagen. In den ersten beiden Saisonrennen in Hockenheim und in der Lausitz gab es für ihn nicht viel zu holen. Verhindert wurde das unter anderem von Gary Paffetts Motorhaube und einem Motorschaden im Training am Lausitzring. Am Norisring startet er seinen nächsten Versuch. Eigentlich sind die Voraussetzungen nicht schlecht: Die kurze Strecke kam bisher Mercedes entgegen und im vergangenen Jahr war Schumacher in Nürnberg ebenfalls schon schnell unterwegs, bis ihm die Bremsscheibe platzte.

"Theoretisch ja, praktisch müssen das Freie Training und das Qualifying gut laufen", schränkte Schumacher ein. "Wenn man hier einmal hinten ist, wird es schwierig, denn Überholen ist schwer. Dann kommen noch die vorausgesagten Wetterkapriolen dazu. Es gibt noch einige Dinge, die man jetzt noch nicht vorhersehen kann. Von daher muss man einfach mal abwarten."

Das morgige Freie Training wird Schumacher erst einmal nutzen, um zu seinem Rhythmus zu finden. "Hier ist man am Anfang immer vorsichtiger, weil die Auslaufzone gleich Mauer heißt. Das versucht man natürlich zu vermeiden, wenn es irgendwie geht", sagte er.

Der Mercedes-Pilot kennt die Herausforderungen, die ihn und sein HWA-Team am Norisring erwarten: "Die Abstimmung ist hier schon ein Thema. Man muss einen Kompromiss finden zwischen nicht zu wenig Downforce fürs Bremsen und gleichzeitig nicht zu viel für die Gerade. Und natürlich muss man die Bodenwellen richtig erwischen. Denn wir sind beim Bremsen ja doch am Limit, und wenn man die Wellen falsch erwischt, passiert auch mal schnell, dass man geradeaus fährt. Das gilt es natürlich auch zu vermeiden."

Die vier Kurven seien die Schlüsselstellen am Norisring: "Das Anbremsen ist entscheidend", sagte Schumacher, der hofft, dass er selbst am Norisring besser mit dem Bremsen zurecht kommt als bisher. Denn das ist noch eines seiner Probleme. "Man muss schauen, dass das Auto wirklich gut liegt und man nicht zu viel Bremse braucht", erklärte er weiter. Das sei vor allem im Rennen der Schlüssel dazu, gut und vor allem heil durchzukommen: "Man wird nicht zu sehr im Windschatten bleiben dürfen, wenn man nicht überholen kann. Man muss hier sehr auf die Bremse achten, und wenn man zu dicht hinter einem anderen Auto herfährt, bekommt man zu wenig Kühlluft."

Dass die Bremsen am Norisring besonders gefährdet sind, hat Schumacher im vergangenen Jahr am eigenen Leib zu spüren bekommen. Auch die Bremskühlung per Wasser ist wichtig. Aber am Norisring muss man nicht nur Bremsen, sondern auch Gas geben können: "Speziell beim Herausbeschleunigen aus der Dutzendteichkehre heraus ist sehr wichtig, dass man nicht überholt wird. Dort muss man den Speed mit auf die Gerade nehmen."

Die nächste Herausforderung ist die Suche nach der idealen Linie. Denn auf den Straßen des Stadtkurses verändern sich die Gripverhältnisse von Runde zu Runde. "Da kann es passieren, dass einem die Linie davon läuft. Am Anfang ist es noch relativ egal. Dann entwickelt sich die Strecke, weil viele Leute vielleicht ein bisschen anders fahren. Da muss man mehr aufpassen." Bei der Abstimmung sieht er aber kein Problem durch die wechselnden Gripverhältnisse. Hier zählt er auf die Erfahrung des Teams.

Und noch ein Faktor könnte an diesem Wochenende in Nürnberg tückisch werden - das Wetter. Das bekamen die Piloten schon im heutigen Rollout zu spüren, als es plötzlich in einer Kurve heftig regnete, während der Rest der Strecke trocken blieb. "Das ging schlagartig, es war wie eine Wand", schilderte Schumacher. "Und da war es schon zu spät. Tom Kristensen ist zum Beispiel geradeaus gefahren. Wenn das im Training oder Rennen passiert, muss man abbrechen. Das hat keinen Wert, da zerstört man nur sinnlos Autos."

Lockerheit statt Druck

Am Norisring peilt Schumacher an, seine ersten Punkte der Saison zu holen - oder auch mehr. Zumindest will er die Lücke zu seinen Teamkollegen schließen, doch er sagt: "Unter Druck setzen muss ich mich ja Gott sei Dank nicht, von daher nehme ich mir die Zeit, die ich brauche." Er setzt sich keine Frist, um gewisse Ziele zu erreichen: "Ich fahre einfach und schaue, was dabei rauskommt."

"Die ersten zwei Rennen sind eben so gelaufen, wie sie gelaufen sind", erläutert Schumacher seine Lockerheit. "Im Rennen war der Speed ganz okay, aber man kann ja nichts daran ändern. Es ist einfach eine realistische Einstellung, wenn man sich sagt: Was passiert, passiert. Vom Auto her ist auf jeden Fall ein Podium möglich, und es liegt eben an mir, es umzusetzen. Wenn es dieses Mal nicht klappt, vielleicht beim nächsten Mal. Irgendwann wird es schon gehen."

Fotoquelle: xpb.cc

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