Christian Abt war mehr als begeistert vom DTM-Rennen am Norisring

DTM 2009

— 06.07.2009

Christian Abt: "Hut ab vor Jamie Green"

Für Christian Abt geht das Rennen am Norisring "in die Geschichte ein" - Mattias Ekström hätte Siegchancen gehabt, "aber das ist DTM, kein Wunschkonzert"

Auch eine Woche nach dem Rennkrimi am Norisring spürt man bei Christian Abt die Begeisterung über das, was er in Nürnberg erlebt hat. "Ich glaube, dieses Rennen geht mit in die Geschichte ein", schwärmt der 'Motorsport-Total.com'-Experte. "Das war wirklich eines der spannendsten DTM-Rennen, die ich je gesehen habe. Wenn man den Zieleinlauf gesehen hat - so viele Autos direkt hintereinander." Das sei ein Zeichen dafür, dass sich in den vergangenen Monaten "etwas getan hat", so Abt: "Mercedes ist massiv an Audi dran und hat die Pace von Audi."

Das Rennen selbst sei "einfach sensationell" gewesen, fuhr der frühere DTM-Pilot fort. "Zum Rennverlauf selber muss ich sagen: Hut ab von Jamie Green. Es ist für mich eine großartige Leistung, mit einem alten Auto am Norisring zu gewinnen. Er ist aber auch ein überragendes Rennen gefahren", so Abt.

Doch auch Mattias Ekström wäre für den Allgäuer auf dem Norisring ein Siegkandidat gewesen. Sein Rennen sei allerdings "nicht optimal" gelaufen: "Vielleicht war die Entscheidung ein bisschen umstritten, ob er in der Pacecarphase bei gelb überholt hat und sich deshalb noch einmal zurückfallen ließ. Man kann nicht zu 100 Prozent sagen, ob es okay war oder nicht. Aber bevor man eine Durchfahrtsstrafe riskiert, war es als Vorsichtsmaßnahme auf jeden Fall die richtige Entscheidung von Audi. Aber dadurch hat er einfach Zeit verloren."

Weitere eineinhalb Sekunden verlor Ekström bei seinem ersten Boxenstopp. "Diese Zeit hat ihm gefehlt, um vor Gary Paffett zu bleiben", so Abt. "Dadurch konnte er das Rennen nicht gewinnen. Denn ich denke einfach, dass Mattias auf Audi-Seite an diesem Wochenende der schnellste Mann war." Das solle die Leistung von Timo Scheider jedoch nicht schmälern, erklärte der Allgäuer: "Wegen seiner Grippe war er wirklich nicht gut beieinander. Aber letzten Endes war Mattias schneller."

Wenn Ekström vorn gewesen wäre, "dann hätte es Mercedes schwer gehabt", erklärte er: "Aber wir sind hier nicht bei einem Wunschkonzert, sondern bei der DTM. Die Realität hat gezeigt: Mercedes hat den besten Job gemacht. Sie waren einfach gut an dem Wochenende am Norisring und deshalb haben sie auch verdient gewonnen."

Der Titelkampf ist weiter äußerst spannend. Scheider verteidigte mit Platz vier die Gesamtführung, doch nur einen Punkt hinter ihm lauert Mercedes-Pilot Bruno Spengler. Mit nur drei Zählern Rückstand bleiben Gary Paffett, Jamie Green und Mattias Ekström dem Spitzenreiter auf den Fersen.

"Timo macht es richtig. Er fährt die richtige Taktik", so Abt. "Ich selbst habe ihm auch empfohlen, bis zum Norisring zu versuchen, dass er so viele Punkte wie möglich mitnimmt. Denn in den ersten Rennen geht es oft drunter und drüber. Und die Strecken, die jetzt kommen, liegen eher Audi - und Timo. Man weiß, wie stark er in Zandvoort fahren kann. Er hat in meiner aktiven Zeit schon gezeigt, dass er da verdammt hart ist." Deshalb ist für Abt auch klar, wer in Holland die Nase vorn haben wird: "Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass Timo in Zandvoort gewinnt."

Abt geht auch davon aus, dass die bisher kleine Lücke zwischen den aktuellen Fahrzeugen und den Jahreswagen nun etwas größer wird. "Die alten Autos werden jetzt langsam zu spüren bekommen, dass die neuen Autos weiterentwickelt und weiter getestet werden", sagte er, fügte aber an: "In Zandvoort werden wir die beste Antwort darauf bekommen."

Vom neuen Zeitformat der DTM ist Abt weiter überzeugt, auch wenn es in dieser Saison noch nie gelungen ist, dass alle Fahrer am Qualifying teilnehmen konnten. In Hockenheim war es Green, der wegen es Schadens aus dem Freien Training passen musste, am EuroSpeedway Lausitz erwischte es Ralf Schumacher und Johannes Seidlitz, am Norisring musste Markus Winkelhock in der Qualifikation passen, nachdem ein Gullydeckel seinen A4 fast komplett zerstört hatte.

Wäre es also sinnvoll, die Pause zwischen Training und Qualifying zu verlängern? "Das Auto von Winkelhock zu reparieren hätte man auch nicht geschafft, wenn die Zeit bis zum Qualifying länger gewesen wäre", erklärte der Allgäuer. "Auch die anderen Schäden waren so groß, dass man es nicht geschafft hätte. Es ist egal, ob man zwei oder drei Stunden hat. Dann müsste man es schon so machen, dass das Qualifying am nächsten Tag ist und das geht nicht. In den vergangenen Jahren war ja auch noch ein freies Training vor dem Qualifying. Das spielt also keine Rolle."

Fotoquelle: SEAT/Urner

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