Tom Kristensen gibt immer 100 Prozent, egal ob in der DTM oder in Le Mans

DTM 2009

— 10.07.2009

Kristensen exklusiv: Mister 100 Prozent

Tom Kristensen ist nach Le Mans hoch motiviert für seine letzten DTM-Rennen, spricht aber auch offen über Probleme nach seinem schweren Unfall 2007

Tom Kristensen hat beim DTM-Saisonauftakt in Hockenheim gezeigt, dass er mit seinen 42 Jahren noch lange nicht zum "alten Eisen" zu zählen ist. Der Däne startete mit einem Sieg in seine Abschiedssaison. Danach lief es zwar nicht mehr so gut für ihn, am EuroSpeedway Lausitz war das Rennen für ihn schon gelaufen, als sich Audi im Qualifying mit den Reifen verpokerte. Am Norisring fehlten nur Sekundenbruchteile zu einem besseren Startplatz, als Achter holte Kristensen sort noch einen Punkt.

Doch der Audi-Pilot ist entschlossen, in den nächsten Rennen noch einmal aufzutrumpfen, bevor er im Oktober seine DTM-Karriere beendet und sich nur noch auf den Langstreckensport konzentriert. Im Exklusiv-Interview mit 'Motorsport-Total.com' blickt Kristensen voraus auf seine Abschiedstour, berichtet, was ihm künftig fehlen wird und was nicht und er lässt das für ihn wichtigste Rennen des Jahres - Le Mans - noch einmal Revue passieren:

Frage: "Tom, das für dich persönlich wichtigste Rennen der Saison waren natürlich die 24 Stunden von Le Mans. Es hat in diesem Jahr nicht geklappt mit deinem neunten Sieg dort. Warst du ein bisschen enttäuscht darüber oder konnte man mit einem nagelneuen Auto ohnehin nicht erwarten, dass die Siegesserie automatisch fortgesetzt wird?"
Tom Kristensen: "Man fährt immer nach Le Mans, um dort zu gewinnen. Aber ich denke, dass wir mit unserer Leistung und dem dritten Platz zufrieden sein können. Natürlich treten wir dort nicht an, um Dritter zu werden. Peugeot hat jedoch auch einen tollen Job gemacht. Sie haben ein sehr gutes Le-Mans-Auto gebaut und eine starke Leistung gezeigt. Vor allem mit dem Gewinnerauto wurde kein einziger Fehler gemacht. Deshalb haben sie verdient gewonnen."

"Für uns wäre jedoch der zweite Platz drin gewesen, wenn wir nicht die Herausforderung eines ganz neuen Autos gehabt hätten und wenn wir nicht immer wieder durch Probleme mit dem Topspeed und der Temperatur zurückgeworfen worden wären. In diesem Bereich müssen wir uns verbessern. Die Balance des Autos war auch nicht optimal. Wir hatten in diesem Jahr in Le Mans aber auch sehr wenige Testmöglichkeiten. Es gab diesmal keinen Pre-Test und in einem der Trainings hat es geregnet. Das soll aber überhaupt keine Ausrede sein."

"Sicher bin ich auf der einen Seite enttäuscht, aber auf der anderen Seite haben wir mit dem Audi R15 TDI #1 einen sehr guten Job gemacht. Wir Fahrer haben keinen Fehler gemacht, auch die Mechaniker haben einen super Job abgeliefert. Wir hatten nur die Herausforderung, dass wir ständig den Kühler reinigen mussten und die Abstimmung noch ein paar Mal durch Flics auf der Vorderachse optimieren mussten."

Endlich keine Nachwirkungen mehr vom Unfall

Frage: "Nun ist Le Mans vorbei, wie verteilst du jetzt für den Rest der Saison deine Konzentration auf DTM und Langstrecke? Wie viel Prozent widmest du der DTM und wie viel der Langstrecke?"
Kristensen: "Ich gebe immer 100 Prozent, egal ob in der DTM oder in Le Mans. Aber Le Mans ist von sich aus ein Rennen, das viel Know-How und viel Selbstbewusstsein erfordert. Und die DTM ist eine tolle Serie, in der ich auch alles geben will, wenn ich dort fahre. Ich muss also sehr vielseitig sein - aber es strengt mich an, immer das Beste zu geben. Und die Anforderungen in der DTM und in Le Mans sind sehr unterschiedlich."

"Schon das Fahren ist anders: In der DTM bremse ich mit dem linken Fuß, im Sportwagen mit dem rechten Fuß. Es ist wirklich cool, in der DTM schnell zu sein. Doch nach meinem Unfall war es schwierig für mich, konstant diese Leistung zu bringen. Aber jetzt spüre ich keine Nachwirkungen mehr von diesem Unfall und ich denke, dass ich in dieser Saison noch sehr gute Rennen fahren kann. Ich freue mich darauf, auch wenn es meine letzte Saison in der DTM ist."

Frage: "Du hast die Saison auch schon sehr gut angefangen - mit einem Sieg in Hockenheim. Wie gehst du nun die ausstehenden Rennwochenenden an? Denkst du einfach weiter von Rennen zu Rennen oder hast du schon im Hinterkopf, dass es dein jeweils letzter DTM-Auftritt auf dieser und jener Strecke sein wird?"
Kristensen: "Nein, ich denke überhaupt nicht darüber nach, dass es meine letzten Rennen sind. Ich habe da kein Problem damit. Natürlich hätte ich mir zum Beispiel am Norisring gewünscht, weiter nach vorn zu kommen. Aber das hätte ich mir auch gewünscht, wenn es nicht mein letztes Rennen dort gewesen wäre."

Frage: "Gibt es Rennstrecken, die du in Zukunft ganz bestimmt nicht vermissen wirst? Bei denen du froh bist, dass du dort nicht mehr fahren musst?"
Kristensen: "Nein, es gibt keine Rennstrecke, auf der ich nicht fahren will. Aber es gibt Teststrecken, bei denen ich mich freue, dass ich dort keine DTM-Tests mehr fahren muss. Die Kurse, auf denen Rennen gefahren werden, sind jedoch immer eine Herausforderung."

Frage: "Und gibt es Rennstrecken, die du vermissen wirst?"
Kristensen: "Am Norisring zum Beispiel gefällt mir die Atmosphäre, die werde ich vermissen - weniger die Strecke als solche. Mugello, Zandvoort, Brands Hatch, Oschersleben - das sind alles schöne Rennstrecken im DTM-Kalender, die mir auch am besten liegen. Sie sind vom Fahrerischen her auch am anspruchsvollsten."

Frage: "Hast du die Entscheidung, nach dieser Saison aus der DTM zurückzutreten und dich nur noch auf die Langstrecke zu konzentrieren, gemeinsam mit deiner Familie getroffen?"
Kristensen: "Klar ist die Familie in solche Entscheidungen auch mit eingebunden. Ich bespreche mit ihr natürlich nicht, welchen Gang ich in welcher Kurve benutze. Aber solche Entscheidungen treffe ich mit meiner Familie und mit Leuten, die mir nahe stehen."

Fotoquelle: xpb.cc

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