Sichtbar gute Laune: Mattias Ekström hat in diesem Jahr viel Spaß in seinem A4

DTM 2009

— 13.07.2009

Ekström exklusiv: "Es macht automatisch mehr Spaß"

Mattias Ekström wirkt 2009 noch entschlossener und ist für viele der Beste im Audi-Lager: Im Exklusivinterview erklärt der Schwede, was ihn so stark macht

Timo Scheider liegt nach drei Saisonrennen an der Spitze der DTM-Tabelle, doch für viele Beobachter ist Mattias Ekström in dieser Saison der stärkste Pilot im Audi-Lager. Der Schnellste ist er auf jeden Fall: In den bisher drei Rennen stand der Schwede zweimal auf der Pole Position, einmal auf Startplatz zwei. In den Rennen jedoch hatte er Pech: Reifenschaden auf dem Weg zum sicheren Sieg in Hockenheim, Probleme in der Lausitz und ein unglücklicher Verlauf des Rennens am Norisring.

Doch man kann wohl davon ausgehen, dass Ekströms erster Saisonsieg nur noch eine Frage der Zeit ist. Es würde nicht wundern, wenn der Schwede schon nächste Woche in Zandvoort das oberste Treppchen erklimmen würde, schließlich gilt er mit bisher drei Siegen dort als "König von Zandvoort". Im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com' erklärt der Schwede, warum er in dieser Saison so stark ist. Außerdem analysiert er die Stärken seiner Konkurrenten, schildert, welchen Vorteil es bringt, dass er wieder mit seinem alten Renningenieur arbeitet und berichtet aus seinem Privatleben am Bodensee:

Frage: "Mattias, du scheinst in dieser Saison noch schneller zu sein als bisher. Schon allein deine Dominanz beim Saisonauftakt in Hockenheim war beeindruckend. Hast du im Winter irgendetwas anders gemacht als bisher?"
Mattias Ekström: "Eigentlich nicht. Das einzig Neue war, dass ich am Wasa-Lauf teilgenommen habe. Ansonsten habe ich mich ganz normal vorbereitet, außer dass ich ein bisschen mehr Sport gemacht habe. Das diente aber eher zur Vorbereitung auf den Wasa-Lauf."

Frage: "Wie kannst du deinen Speed dann erklären?"
Ekström: "Ich denke, dass ich ein bisschen mehr Verständnis für das Auto entwickelt habe und besser weiß, wie man damit fahren muss. Das Auto kommt mir in diesem Jahr auch mehr entgegen."

Frage: "Viele Beobachter, darunter Gary Paffett, sagen, dass du in diesem Jahr noch viel entschlossener wirkst als im vergangenen Jahr. Trifft das zu?"
Ekström: "Ich glaube, wenn man ein bisschen Ruhe hat, entwickelt man neuen Ehrgeiz. Ich freue mich einfach, wenn es gut läuft. Und wenn man eine starke Waffe in der Hand hat, macht es natürlich noch mehr Spaß - das kommt ganz automatisch."

Frage: "Was ist in diesem Jahr am Auto anders, damit es dir besser liegt?"
Ekström: "Es liegt einfach an der Art und Weise, wie man es fahren muss. Es ist schwer zu erklären. Jeder hat seinen eigenen Fahrstil und wenn man ein Auto hat, das genau dazu passt, dann macht es automatisch mehr Spaß. Und man ist automatisch schneller."

Frage: "Hat sich das Auto insgesamt im Vergleich zum vergangenen Jahr stark verändert?"
Ekström: "Nein, stark verändert hat es sich nicht. Aber wenn man sich die DTM anschaut, sieht man, wie eng es zugeht. Und deshalb ist besonders wichtig, dass einem das Auto passt."

Frage: "Gilt deine Konzentration in diesem Jahr nun wieder voll der DTM oder wirst du weiter auch noch vereinzelt in anderen Serien starten?"
Ekström: "Mein Fokus liegt allein auf der DTM. Und wenn ich etwas anderes mache, dann ist das nur ein Zwei-Tages-Ausflug."

Frage: "Vor dem Norisring gab es eine lange Pause, jetzt sind wieder drei Wochen rennfrei. Ist das gut, weil man das Auto weiterentwickeln kann oder wäre es dir lieber, wenn es etwas schneller weitergehen würde?"
Ekström: "Ich finde es ganz schön, wenn man ab und zu ein bisschen Pause hat. Natürlich fahre ich gern Rennen, aber ich komme auch gut damit zurecht, wenn wir eine Pause haben. Ab Zandvoort haben wir erst einmal alle zwei Wochen ein Rennen. Das ist schon besser, weil man drin bleibt. Man kann zwischendrin ein bisschen Sport machen, gute Analysen durchführen und dann steht schon das nächste Rennen an. Es läuft dann mit einem besseren Rhythmus ab."

Beeindruckt von Jamie Green

Frage: "Wie schätzt du das Kräfteverhältnis zwischen Audi und Mercedes ein?"
Ekström: "Am Norisring war es ausgeglichen. Die einzige Ausnahme bildet für mich aber Jamie Green. Auf der einen Seite freue ich mich für ihn, dass er vorn ist. Er ist schon verdammt schnell, er hat in diesem Jahr schon deutlich die Pace gesetzt. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass er zum Glück einen Jahreswagen fährt. Denn ich glaube nicht - und ich hoffe es nicht - dass am Ende der Saison ein Jahreswagen unser Hauptkonkurrent ist. Er hat sich richtig gesteigert. Ansonsten ist das Kräfteverhältnis mehr oder weniger so, wie ich es erwartet hatte."

Frage: "Wen siehst du unter den Neuwagenfahrern als Hauptkonkurrenten im Kampf um den Titel?"
Ekström: "Im Mercedes-Lager sieht es so aus, als ob Ralf Schumacher ein paar Rennen zum Aufwärmen braucht, zumindest war es in den ersten beiden Rennen so. Aber am Norisring war er wieder heiß. Bruno Spengler, Gary Paffett und Paul Di Resta braucht man nicht zu kommentieren, denn sie sind immer schnell. Dort sind es nur Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen."

"Und bei uns intern sind Timo Scheider und ich gut dabei. Ich hatte einmal ein bisschen Pech, er ist auch immer stark gefahren. Martin Tomczyk und Tom Kristensen sind auch immer gut dabei. Aber wenn es durch die Wetterbedingungen ein bisschen Chaos gibt, wird alles ein bisschen durcheinandergemischt. Ich würde aber nicht sagen, dass sie langsam sind, nur weil sie hinter uns sind. Denn das hat sich durch die Bedingungen so ergeben. Bei anderen Voraussetzungen würde es sicher anders aussehen."

Frage: "Macht es dir Spaß, jetzt wieder gegen Gary fahren zu können, nachdem er auch wieder im Neuwagen sitzt?"
Ekström: "Ja, weil ich die Art und Weise mag, wie Gary fährt. Er ist ein harter Hund und er fährt hart. Aber ich weiß genau, bis zu welcher Grenze er geht. Er würde mich nie umdrehen und er würde nie eine unfaire Attacke gegen mich starten. Er fährt hart - mehr aber nicht."

"Den anderen schenke ich dieses Vertrauen nicht. Wenn ich mit Gary kämpfe weiß ich, dass die Waffen scharf, aber nicht zu scharf sind. Das passt dann auch. Bei den anderen habe ich dieses Gefühl bisher so nicht."

Frage: "Dein langjähriger Renningenieur Alex Stehlig war über den Winter ein paar Monate 'außer Haus' - bist du froh, dass ihr wieder zusammenarbeitet?"
Ekström: "Ja, er hat 'Urlaub gemacht' (lacht; Anm. d. Red.). Alex und ich haben zusammen in der DTM angefangen und jetzt sind wir wieder ein Team. Ich denke, dass das auch ein Grund dafür ist, warum es so gut läuft. Wir verstehen uns sehr gut. Und bei dem neuen Wochenendformat und den teilweise seltsamen Wetterbedingungen in dieser Saison ist es für uns ein Vorteil, dass wir uns schon so lange kennen."

Frage: "Inzwischen wohnen ja viele deiner Kollegen am Bodensee bei dir in der Nähe..."
Ekström: "Ja, das ist schon eine 'Rennfahrerecke' geworden."

Frage: "Trefft ihr euch auch privat?"
Ekström: "Privat habe ich meine privaten Freunde. Ab und zu trifft man sich mal zufällig. Aber wenn ich zu Hause bin, dann bin ich auch gern mal für mich. Ich verbringe Zeit mit meinen Hunden, in meinem Garten und mit meinen Freunden und meiner Freundin. Das genieße ich sehr."

Fotoquelle: xpb.cc

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