Ralf Schumacher und Mercedes kommen kampfeslustig nach Zandvoort

DTM 2009

— 14.07.2009

Schumacher: "Stecken den Kopf nicht in den Dünensand"

Mercedes vor Zandvoort: Zwar kommt die Strecke der Audi-Aerodynamik entgegen und man hat zehn Kilo mehr, aber man gibt sich kampfeslustig

Der letzte Mercedes-Sieg in Zandvoort datiert zurück auf das Jahr 2005, seitdem sah dort ein Auto mit vier Ringen am Kühler zuerst die Zielflagge. In den vergangenen beiden Jahren konnte Audi auf dem niederländischen Dünenkurs soagr Vierfachsiege einfahren. Doch bei Mercedes gibt man sich nicht schon vorzeitig geschlagen.

Die Streckencharakteristik kommt der Aerodynamik der Audi A4 entgegen. Außerdem sind die Mercedes nach dem Doppelsieg am Norisring sowohl bei den Neu- als auch bei den "Gebrauchtwagen" zehn Kilo schwerer als die Ingolstädter. Das macht pro Runde zwei Zehntelsekunden aus. Aber bei Mercedes gibt man sich kampfeslustig. "Uns steht alles andere als ein gemütlicher Sonntagsausflug durch die Dünen bevor. Aber wir gehen diese Herausforderung motiviert und konzentriert an", erklärt Motorsportchef Norbert Haug.

Bestplatzierter Mercedes-Pilot ist nach drei Saisonrennen Bruno Spengler. Der Kanadier liegt auf Rang zwei der Gesamtwertung, sein Rückstand auf Gesamtleader Timo Scheider beträgt nur einen Punkt. "Zandvoort ist eine Rennstrecke mit vielen schnellen Kurven und dem High-Speed-Streckenabschnitt der Saison. Knapp unter 270 km/h erreichen wir am Ende der Start-Ziel-Geraden vor dem Anbremsen der Tarzankurve", berichtet er. "Eine gute Platzierung im Qualifying ist hier äußerst wichtig, denn Überholen ist auf dieser Strecke mit ihren vielen lang gezogenen Kurven fast nicht möglich. Dass wir nach zwei Siegen in bisher drei Rennen zehn Kilo schwerer als unsere Konkurrenz sind, macht unsere Aufgabe nicht leichter - aber ich sehe diese Herausforderung ausgesprochen positiv."

Teamkollege Ralf Schumacher will noch weiter nach vorn, nachdem er am Norisring sein bisher bestes DTM-Ergebnis geholt hatte: "Auch wenn der Kurs von Zandvoort von den bisherigen Ergebnissen gesehen nicht gerade 'unsere' Strecke ist, stecken wir garantiert nicht den Kopf in den Dünensand, sondern werden dort angreifen", kündigt er an. "Mein Qualifying in Zandvoort im letzten Jahr war mit Platz 19 ein Desaster, aber im Rennen konnte ich dann immerhin sieben Positionen gut machen. Aus den Fehlern des vergangenen Jahres habe ich gelernt."

Jamie Green, der zuletzt im Jahreswagen das Rennen auf dem Norisring gewinnen konnte, weiß, dass in Zandvvort nicht nur das Streckenlayout schwierig ist: "Da die Rennstrecke nur durch die Uferstraße vom Sandstrand der Nordsee getrennt wird, macht der vom Wind auf die Strecke gewehte Sand den Belag oft rutschig und sorgt für stets wechselnde Bedingungen." Der Brite fährt gern in Zandvoort, auch weil er dort vor vier Jahren den Titel in der Formel-3-Euroserie holen konnte. "In der DTM habe ich außer meiner Pole 2006 und der schnellsten Runde 2007 dort jedoch noch nicht viel fürs Punktekonto erreicht. Es wird also höchste Zeit. Mein Sieg am Norisring ist zwar keine Garantie für die kommenden Rennen, aber er motiviert mich noch mehr", so Green.

Qualifikation: Schlüssel zum Erfolg

Dass er im Jahreswagen auch in Zandvoort wieder auf Sieg fahren kann, ist aber eher unwahrscheinlich. "Gerade auf einer Strecke wie Zandvoort sollten die Jahreswagen eigentlich nicht die gleichen Möglichkeiten wie am Norisring haben", gibt Motorsportchef Haug zu bedenken. Aber er fügt an: "Im Training der richtige Startplatz, Regen im Rennen und ein guter Fahrer - dann ist immer noch alles möglich."

Mercedes hat sich vorgenommen, "so gut wie möglich zu punkten", gibt Haug die Marschrichtung vor: "Und wer weiß, vielleicht können wir dort überraschen. Wir haben in Mugello gewonnen, als keiner damit gerechnet hat. Wir sind mit 20 Kilo mehr Gewicht vor zwei Jahren in Zandvoort mit Abstand die schnellsten Rennrunden gefahren. Es ist nicht unmöglich, dort einen ordentlichen Job zu machen."

In bisher acht Rennen der "neuen" DTM in Zandvoort konnte Mercedes fünfmal die schnellste Rennrunde für sich verbuchen, betont Haug. Doch die schnellsten Rennrunden helfen nicht weiter, wenn man das Rennen nicht von vorn aus angehen kann. Deshalb ist die Qualifikation der Schlüssel zum Erfolg: "Nirgendwo ist der Platz in der Startaufstellung wichtiger als in Zandvoort - denn Überholvorgänge sind dort fast so selten wie eine Rennstrecke ohne ein Körnchen Nordseesand auf dem Asphalt", so Haug.

Fotoquelle: xpb.cc

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